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In Estry führen zwei markante Themen in die Ortsgeschichte: die Befreiung im August 1944 und die tausendjährige Eibe auf dem Friedhof. Das Alter des Baumes wird auf 1.000 bis 1.600 Jahre geschätzt; erklärende Tafeln befinden sich an der Friedhofsmauer nahe der Eibe. Hinzu kommen Geschichten aus der Feudalzeit und dem 18. Jahrhundert sowie der „Itinéraire du souvenir“, der Estry mit weiteren benannten Orten verbindet. Der Blick reicht damit von lokalen Erinnerungsorten bis zu einer Route mit größerem regionalem Rahmen.

Befreiung und Erinnerung

Estry wurde am 15. August 1944 nach zwölf Tagen heftiger Kämpfe befreit. Während des Zweiten Weltkriegs wurden 80 % der Häuser der Gemeinde zerstört. Das Datum benennt den konkreten Tag der Befreiung, die Zahl dagegen das Ausmaß der Zerstörung im gesamten Gemeindegebiet.

Eine Stele in Estry erinnert an die King’s Scottish Borderers als Befreier Estrys im August 1944. Auch die Eibe ist mit den Befreiungsbombardements verbunden: Sie überstand sie wie durch ein Wunder, während die nur drei Meter entfernte Kirche stark beschädigt wurde. Die Nähe von Baum und Kirche stellt die unterschiedlichen Folgen der Bombardements an zwei konkreten Orten gegenüber.

Die Eibe von Estry

Die Eibe wird als einer der ältesten Bäume Frankreichs bezeichnet; ihr Alter ist auf 1.000 bis 1.600 Jahre geschätzt. Sie steht in der Mitte des Friedhofs von Estry. Für die Orientierung sind auch die erklärenden Tafeln wichtig: Sie befinden sich an der Friedhofsmauer nahe dem Baum. Naturerbe und Erinnerung an die Befreiungsbombardements gehören hier zu unterschiedlichen, aber miteinander verbundenen Zugängen zur Ortsgeschichte.

Die Association des Amis de l’If veranstaltet jährlich eine Ausstellung über das Holz der Eibe und seine verschiedenen Verwendungen. Die Termine werden gesondert festgelegt; wenn Sie diesen Anlass einplanen möchten, prüfen Sie die Termine vor der Reise. Zu Weihnachten zeigt die Association des Amis de l’If eine Krippenausstellung im Stamm der Eibe. Die Ausstellung über Holz und Verwendung setzt damit einen anderen Schwerpunkt als die saisonale Präsentation im Baumstamm.

Geschichten aus Estrys Vergangenheit

In der Feudalzeit war das Gebiet von Estry in fünf Hauptlehen geteilt. Diese Gliederung eröffnet einen anderen Blick auf die Ortsgeschichte als die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs: Sie erzählt von der historischen Aufteilung des Gebiets, nicht von einem einzelnen Befreiungsereignis.

Eine weitere lokale Geschichte führt ins 18. Jahrhundert. Jacques Olivier, ein Gemeindemitglied aus Estry, machte in Versailles ein Vermögen. 1755 zahlte er eine Rente, um in Estry eine öffentliche Schule zu gründen, in der Kinder Lesen und Schreiben lernten. Die Geschichte verbindet den Ort mit Versailles und ergänzt die Themen Krieg und Naturerbe um die Gründung einer Schule und ihren Bildungszweck.

Der „Itinéraire du souvenir“

Der „Itinéraire du souvenir“ führt von Rully über Chênedollé und Estry nach Saint Charles de Percy. Die Route folgt den Spuren der Männer, die den Calvados und die Gemeinden von Valdallière befreit haben. Ihr historischer Rahmen reicht damit über Estry hinaus und bezieht sowohl den Calvados als auch die Gemeinden von Valdallière ein.

Für die thematische Planung ist dieser Unterschied hilfreich: Die Geschichten zur Eibe, zur Schule und zu den fünf Hauptlehen richten den Blick auf Estrys eigene Ortsgeschichte; der „Itinéraire du souvenir“ stellt die Befreiung in einen größeren regionalen Zusammenhang. Wer sich für die Befreiung interessiert, kann so zwischen der Erinnerung in Estry und dem überörtlichen Bezug der Route unterscheiden.

Weitere Reiseziele entdecken: Amfreville, Saint-Arnoult, Glanville, Sainte-Marie-Outre-l'Eau, Roucamps, Colombelles, Genneville, Argences.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Calvados.

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