Saint-Pierre-Du-Jonquet bietet kulturgeschichtlich Interessierten klare Anknüpfungspunkte an Kirche und Denkmal für die Massakrierten. Das Château du Jonquet eröffnet ein weiteres Thema über Architektur, Ausstattung und Garten. Es liegt nahe Beuvron-en-Auge gegenüber den Sümpfen der Dives.
Kirche: Bauphase und Denkmalschutz
Die Hauptbauphase der Kirche von Saint-Pierre-Du-Jonquet stammt aus dem Jahr 1757. Ihre Kuppel mit kleiner Laterne gilt als typisch für die Architektur des 18. Jahrhunderts. Bauzeit und Bauform geben damit unterschiedliche Hinweise auf die Geschichte des Gotteshauses.
Durch Erlass vom 30. Dezember 1986 wurde die Kirche einschließlich des fest mit dem Mauerwerk verbundenen steinernen Retabels unter Denkmalschutz gestellt. Die Jahreszahlen bezeichnen zwei verschiedene Aspekte: 1757 die Hauptbauphase, 1986 die Unterschutzstellung. Das Retabel gehört als baulich integrierter Teil ausdrücklich zur geschützten Kirche.
Gedenken an die Opfer von 1944
Das Denkmal für die Massakrierten von Saint-Pierre-Du-Jonquet erinnert an die im Juli 1944 ermordeten Zivilisten aus Dives und Cabourg. Eingeweiht wurde es am 11. November 1957. Die Daten halten sowohl das Ereignis als auch die spätere Einweihung des Gedenkorts fest. Stand 8. Januar 2026 ist der Besuch kostenlos.
Château du Jonquet: Räume und Garten
Im 18. Jahrhundert wurde das Château du Jonquet als „Maison des champs“ erbaut, als Sommerresidenz eines Reeders aus Honfleur. Seine Lage nahe Beuvron-en-Auge gegenüber den Sümpfen der Dives bildet einen eigenen landschaftlichen Bezugspunkt.
Im Billardsaal befindet sich eine panoramische Tapete mit einer Darstellung des antiken Griechenlands. Sie stammt aus dem frühen 19. Jahrhundert und wurde von der Pariser Manufaktur Dufour gefertigt. Durch Erlass vom 12. Dezember 1996 wurde der Billardsaal einschließlich seiner Ausstattung und Tapete als Monument historique klassifiziert. So treffen in diesem Raum eine Ausstattung aus dem frühen 19. Jahrhundert und ein späterer Schutzstatus aufeinander.
Der französische Garten ist von Mauern umgeben. Eibenrabatten, Formschnittgehölze und Beete mit weißen Blumen prägen seine Gestaltung. Davon unterscheidet sich der Ehrenhof: Ihn säumen ebenfalls Mauern, dazu Reihen von Linden. Die Beete und Formschnitte gehören zum Garten, die Lindenreihen zum Hof.
Bei einer geführten Besichtigung von außen und innen werden die erhaltene ursprüngliche Raumaufteilung und die ursprünglichen Dekorationen vorgestellt. Geleitet wird die Führung vom Eigentümer oder einem Familienmitglied. Wenn Sie die Innenbesichtigung einplanen, fragen Sie vorab nach einem Termin.
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