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Beaucoudray lässt sich über zwei sehr unterschiedliche Zeugnisse erschließen: ein Erinnerungsmonument zur Résistance und die Kunstwerke der Église Saint-Laurent. Das Monument des Fusillés steht in einem Landschaftspark an dem Ort, an dem am 15. Juni 1944 elf Widerstandskämpfer des P.-T.-T.-Netzwerks der Manche erschossen wurden. Erläuterungstafeln vor Ort begleiten den Besuch. So treffen an diesem Gedenkort die Geschichte des Ortes und eine konkrete Erinnerung an die elf Getöteten zusammen.

Monument des Fusillés und Geschichte des Maquis

Das Maquis de Beaucoudray umfasste zwischen Ende April und Anfang Juni 1944 etwa 30 Widerstandskämpfer. In der Nacht vom 5. auf den 6. Juni verübte das Maquis mehrere Sabotageakte an Telefonkabeln und isolierte dadurch Saint-Lô vollständig. Zwei gemietete Häuser am Rand des Bois de Moyon standen dem Maquis zur Verfügung. Von Beaucoudray aus bietet sich zugleich ein sehr schöner Blick auf diesen Wald: Der Bois de Moyon verbindet damit eine Landschaftsperspektive mit einem konkreten Bezug zur Ortsgeschichte.

Das Monument des Fusillés wurde im Juni 1947 eingeweiht. Es kann dauerhaft ohne feste Besuchszeiten besichtigt werden; die durchschnittliche Besuchsdauer beträgt 20 Minuten. Besuchsinformationen können sich ändern, daher empfiehlt es sich, die Angaben vor dem Besuch zu prüfen. Die überschaubare Zeitangabe bietet eine praktische Orientierung für die Planung, ohne den historischen Zusammenhang auf die Dauer des Rundgangs zu verkürzen.

Église Saint-Laurent: Datierung und Kunstwerke

Die Église Saint-Laurent ist dem heiligen Laurentius geweiht. Anhand der Fensterstürze am Chorraum wird die Kirche auf das 18. Jahrhundert, konkret auf 1767, datiert. Auch die Ausstattung umfasst Werke aus unterschiedlichen Jahrhunderten und Materialien. Eine Vierge douloureuse aus rohem Lehm stammt aus dem 16. Jahrhundert und ist als Monument historique eingetragen. Ebenfalls aus dem 16. Jahrhundert ist eine Vierge à l’Enfant aus polychromiertem und vergoldetem Kalkstein; auch sie ist eingetragen.

Zu den weiteren eingetragenen Werken gehört ein farbig gefasstes hölzernes Ensemble aus Kreuzigung und poutre de gloire, das dem 16. bis 17. Jahrhundert zugerechnet wird. Außerdem ist ein bemaltes und vergoldetes Ensemble mit Hochaltar, Tabernakel und Retabel als Monument historique eingetragen. Der Vergleich der Materialien macht die Verschiedenheit der Werke deutlich: roher Lehm steht neben farbig und vergoldet bearbeitetem Kalkstein und Holz. Die Statuen aus rohem Lehm bestehen aus gestampfter Erde mit einer Strohbindung; gestaltet und poliert wurden sie mit Ätzkalk. Im Département Manche gelten diese Statuen als sehr selten.

Zur örtlichen religiösen Tradition gehört außerdem die Anrufung des heiligen Laurentius zur Heilung von Verbrennungen und Gürtelrose. Damit umfasst die Église Saint-Laurent neben datierbaren und eingetragenen Kunstwerken auch eine überlieferte devotional geprägte Verbindung zum Kirchenpatron.

Landschaftlicher Bezug

Beaucoudray gehört zur kontinentalen ZNIEFF Typ II „Moyenne vallée de la Vire et bassin de la Souleuvre“. Diese Zugehörigkeit ergänzt die Gedenk- und Kirchenkunstthemen um einen landschaftlichen Rahmen. Zusammen ergeben sich unterschiedliche Anknüpfungspunkte für die Beschäftigung mit dem Ort: die Erinnerung an das Maquis, die Geschichte des Monuments, die Werke der Kirche und der Blick auf den Bois de Moyon.

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