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Die Dachfirstbekrönung der Église Saint-Pierre ist eine um 1828 gefertigte Terrakottaarbeit aus Néhou-Ton. An der Kirche stehen unterschiedliche Bau- und Ausstattungsphasen nebeneinander. Der Chor lässt sich stilistisch auf das späte 13. oder frühe 14. Jahrhundert datieren; der Glockenturm gilt als spätere Ergänzung und entstand wahrscheinlich nicht vor der Mitte des 16. Jahrhunderts. Architektur, Skulptur und Ausstattung führen damit durch mehrere Jahrhunderte, ohne dass sich die Kirche auf eine einzige Bauphase reduzieren lässt.

Skulpturen und Ausstattung der Kirche

Eine steinerne Gruppenskulptur des heiligen Mathurin stammt aus dem frühen 15. Jahrhundert. Sie zeigt den Heiligen zwischen zwei kleineren Figuren und ist aus Kalkstein gearbeitet. Eine bemalte Holzfigur der Maria Magdalena wird in die zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts datiert. Der Vergleich macht den zeitlichen Abstand innerhalb des Jahrhunderts greifbar: Die Mathurin-Gruppe gehört in dessen frühe Phase, die Maria Magdalena in die spätere. Im Glockenturm befindet sich zudem eine Grabinschrift für Georges Marion, der 1618 starb. Das Jahr bezeichnet sein Todesjahr, nicht die Bauzeit des Turms.

Auch die Ausstattung des Hauptaltars führt ins 19. Jahrhundert. Das Retabel soll 1830 geliefert worden sein; darin befindet sich ein von Blanchard signiertes und auf 1834 datiertes Gemälde des Abendmahls. Die beiden Jahresangaben beziehen sich auf Verschiedenes: auf die vermutete Lieferung des Retabels und auf das signierte, datierte Gemälde. In der nordwestlichen Ecke des Kirchenschiffs steht ein Beichtstuhl aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, der als geschütztes bewegliches Kulturgut eingetragen ist. Neben den mittelalterlichen Skulpturen begegnen Ihnen hier also auch Ausstattungsstücke aus einer späteren Epoche.

Historische Wege durch Biniville

Auch historische Wege geben dem Ort eine zeitliche und räumliche Einordnung. Die mittelalterliche Route „carrière Bertran“ verlief durch Biniville und verband die Baie des Veys bei Brucheville mit dem Château de Bricquebec; darüber hinaus führte sie zur Ostküste des Cotentin. Die D.2 entspricht dem im 18. Jahrhundert begradigten Verlauf einer ehemaligen Römerstraße, die Alauna bei Valognes mit Portbail verband. Außerdem kreuzten die historischen Wege durch Biniville den früheren „chemin de Néhou à Montebourg“. So stehen unterschiedliche Beziehungen nebeneinander: eine Verbindung zwischen benannten Orten, ein begradigter Straßenverlauf und eine Wegkreuzung.

Landnutzung im Jahr 2018

Eine weitere Perspektive liefert die Flächennutzung: 2018 war sie in Biniville vollständig landwirtschaftlich geprägt. 50,2 Prozent entfielen auf Ackerland und 49,8 Prozent auf Wiesen – ein Unterschied von nur 0,4 Prozentpunkten. Die nahezu gleiche Aufteilung der beiden Nutzungsarten ergänzt die Kirchen- und Wegegeschichte um eine ländliche Dimension.

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