In Grainville-la-Teinturière treffen Ortsgeschichte und Landschaft aufeinander. Der Colombier steht am Standort des früheren Schlosses, Notre-Dame bewahrt Teile einer älteren Kirche, und der Beiname „la Teinturière“ ist mit einer Erwähnung aus dem Jahr 1292 verbunden. Die Basses Eaux zeigen eine andere Seite des Ortes: Wiesen, Wälder und Teiche prägen dort das Durdenttal. Für die Reiseplanung lassen sich Bauwerke, Namensgeschichte und Natur als eigene Schwerpunkte betrachten.
Bauwerke mit unterschiedlichen Zeitlinien
Im Zentrum der Gemeinde steht der Colombier de la Motte Féodale auf der ehemaligen feudalen Motte, am Standort des früheren Schlosses von Grainville. Dieses Schloss wurde um 1580 zerstört. Die Entstehung des Colombiers wird auf das späte 17. bis frühe 18. Jahrhundert geschätzt – sein Bau fällt somit in eine spätere Zeit als die Zerstörung des Schlosses. Seine Basis besteht aus Sandstein; in den Wänden wechseln Ziegel und Feuerstein, und das Dach ist achtseitig. An diesem Ort lassen sich die ältere Schlossgeschichte und die später entstandene Architektur des Colombiers unterscheiden.
Die Pfarrkirche Notre-Dame bewahrt andere Spuren ihrer Baugeschichte. Von der früheren Kirche sind der Sockel des Glockenturms, den Simon Vitecoq in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts errichten ließ, und die Westmauer des Kirchenschiffs erhalten. Der Wiederaufbau begann ab 1700. Auf den Süd- und Nordtüren steht die Jahreszahl 1714; die oberen Teile des Glockenturms wurden im 19. Jahrhundert erneuert. Die Schirmherrschaft lag bei der Abtei Saint-Wandrille im Département Seine-Maritime. So stehen in der Kirche erhaltene ältere Bauteile neben späteren Bau- und Erneuerungsphasen.
Ein Ortsname und eine Geschichte bis zu den Kanaren
Auch der Beiname „la Teinturière“ verweist auf eine ältere Geschichte: Er geht auf „Tinctuaria“ zurück, das 1292 erwähnt wird. Wahrscheinlich steht die Bezeichnung mit Färbereien an den Ufern der Durdent in Verbindung.
Das Musée Jean de Béthencourt widmet sich einem weiteren historischen Thema. Es erzählt die Geschichte des normannischen Adeligen Jean de Béthencourt, der 1402 auf eigene Rechnung die Eroberung der Kanarischen Inseln unternahm. Die Inhalte umfassen außerdem Kenntnisse über die heutigen Kanarischen Inseln und über die besonderen Beziehungen, die Grainville-la-Teinturière zu ihnen unterhält. Damit stehen hier sowohl eine historische Unternehmung als auch die Gegenwart der Inseln im Blick.
Teiche, Hang und Fernwanderweg
Die Basses Eaux umfassen 45 Hektar im Durdenttal zwischen Le Hanouard und Grainville-la-Teinturière. Wiesen, Wälder und Teiche bestimmen die Landschaft. Auf dem Rundweg der Basses Eaux kommen Orchideen, Fledermäuse und Wirbellose vor. Der Weg folgt Teichen, an denen Fische, Insekten und Reiher vorkommen. Diese Landschaft verbindet offene Wiesen- und Waldflächen mit den Lebensräumen entlang des Wassers.
Einen anderen Blick auf die Gemeinde bietet der Catelet, ein Hang südlich von Grainville. Von der Kirche führt ein Steinweg über Straßen zu seinem Plateau. Von dort lässt sich die Gemeinde auf 180 Grad überblicken. Während die Basses Eaux ein Gebiet aus Wiesen, Wald und Teichen umfassen, richtet sich der Blick am Catelet vom Plateau über den Ort.
Auch der Fernwanderweg GR211 verläuft durch Grainville-la-Teinturière, auf der Strecke zwischen Caudebec-en-Caux und Veulettes-sur-Mer. Wer den Ort im Rahmen einer Wanderung betrachtet, kann ihn so als Teil dieser benannten Route einordnen.
Die Grotte du Trou de Marie Marot, auch „Trou à Pierrot“ genannt, besteht aus drei Grotten, die in die Felswand unterhalb des Bois de la Roquette gehauen wurden. Der Zugang liegt an der Route du Colombier. Da die Bedingungen vor Ort variieren können, prüfen Sie bitte vor einem Besuch die Zugänglichkeit.
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