Braye-en-Laonnois bietet mehrere klar unterscheidbare geschichtliche Schwerpunkte. Am Moulin de Delay tritt der Canal de l’Oise à l’Aisne aus seinem unterirdischen Abschnitt aus; der Steinbruch Froidmont verbindet die Geschichte des Abbaus mit Kriegsspuren, und Kirchenbau sowie Denkmäler eröffnen weitere zeitliche Perspektiven. So können Sie die Zielwahl daran ausrichten, ob Sie sich eher für Wasserbau, Steinbruchgeschichte oder Gedenkorte interessieren.
Kanalgeschichte und Tunnel Napoléon
Der Tunnel von Braye-en-Laonnois wird auch Tunnel Napoléon genannt. Der Canal de l’Oise à l’Aisne wurde am 28. April 1890 für die Schifffahrt freigegeben. Damit stehen bei der Kanalgeschichte sowohl der benannte unterirdische Abschnitt als auch die datierte Freigabe der Wasserstraße im Blick. Wer sich für technische Geschichte interessiert, findet hier zwei unterschiedliche Anknüpfungspunkte: einen besonderen Tunnel-Namen und einen festen historischen Termin.
Der Steinbruch Froidmont: Maße und Spuren
Der Steinbruch Froidmont durchquert das Plateau des Chemin des Dames in 15 Metern Tiefe und umfasst etwa 40 Hektar. Die beiden Maße beschreiben unterschiedliche Dimensionen: die Tiefe des Durchbruchs durch das Plateau und die ungefähre Ausdehnung des Steinbruchs. Im Februar 1918 diente er französisch-amerikanischen Truppen als Unterkunft, darunter der 26. US-Division mit dem 101. und 102. Infanterieregiment. Seine Wände tragen Skulpturen und Graffiti von Steinbrucharbeitern des 18. und 19. Jahrhunderts sowie von Soldaten des Ersten Weltkriegs. So stehen die baulichen Dimensionen neben Wandspuren aus der Arbeit im Steinbruch und der Kriegszeit.
Kirche und Denkmäler
Vor dem Eingang zum Steinbruch steht auf den Anhöhen der Gemeinde Braye-en-Laonnois das Monument de la 26e Yankee Division. Es erinnert an die Präsenz der Division von Februar bis März 1918. Die Zeitangaben setzen unterschiedliche Akzente: Der Steinbruch diente den französisch-amerikanischen Truppen im Februar als Unterkunft; das Monument erinnert an die Präsenz der Division über Februar und März hinweg.
Die Kirche der Geburt der Heiligen Jungfrau wurde ursprünglich im 13. Jahrhundert errichtet; zu diesem ursprünglichen Bau gehörten Heiligtum und Chor. Das Monument du 27e Bataillon de Chasseurs Alpins setzt einen anderen Schwerpunkt: Es erinnert an die Kämpfer des Ersten Weltkriegs, der Kämpfe von 1939–1940 und der Résistance. Auch die 27e und 67e BCA sind Teil dieses Gedenkens. Während das Monument de la 26e Yankee Division eine Divisionspräsenz von Februar bis März 1918 erinnert, umfasst dieses Denkmal mehrere Konfliktzeiträume und die Résistance.
Rundweg und Fußweg zum Denkmal
Der Rundweg „Autour de Braye-en-Laonnois“ ist zum Wandern, für Nordic Walking, zum Laufen und für VTC-Radfahren ausgeschildert. Das gibt Ihnen unterschiedliche Aktivitätsformen zur Auswahl. Davon zu unterscheiden ist der Zugang zum Monument du 27e Bataillon de Chasseurs Alpins: Es ist nur zu Fuß erreichbar. Vom Parkplatz auf den Anhöhen von Braye-en-Laonnois dauert der Fußweg etwa 15 Minuten. Wenn dieses Denkmal Ihr Ziel ist, berücksichtigen Sie die ungefähre Gehzeit ab diesem Parkplatz.
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