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Ostel verbindet die Geschichte des Wiederaufbaus mit Gedenkorten des Ersten Weltkriegs. Das Dorf wurde 1917 vollständig zerstört und ab 1922 am selben Ort wiederaufgebaut. Die Pfarrkirche und kommunalen Gebäude stehen für unterschiedliche bauliche Aspekte dieser Geschichte; Friedhof und Denkmäler setzen eigene Schwerpunkte des Gedenkens. So lässt sich der Ort über Architektur, Dorfgeschichte und Erinnerungsorte erschließen.

Dorfgeschichte und Wiederaufbau

Im Ortszentrum wurde die Pfarrkirche Saint-Glorieux et Saint-Blaise d'Ostel nach ihrer Zerstörung im Ersten Weltkrieg wiederaufgebaut; Ende 1931 war sie fertiggestellt. Ihr Grundriss ist länglich, hat kein Querschiff und umfasst ein zweijochiges Langhaus. Das Langhaus ist der längsgerichtete Teil des Kirchenraums; ein Joch bezeichnet einen Abschnitt davon. Zweijochig bedeutet, dass das Langhaus in zwei solche Abschnitte gegliedert ist.

Die kommunalen Gebäude von Ostel bilden ein zusammenhängendes Ensemble, das von den Wiederaufbaubemühungen zeugt. Im Gegensatz zur Kirche als Einzelbau liegt der Akzent hier auf mehreren miteinander verbundenen Gebäuden. Diese Unterscheidung lässt die Wiederaufbaugeschichte sowohl am einzelnen Sakralbau als auch im Ensemble hervortreten. Zur räumlichen Einordnung: Ostel ist entlang einer einzigen Hauptstraße mit freistehenden Häusern angelegt.

Friedhof und Denkmäler

Aus Richtung Braye-en-Laonnois liegt der heutige Friedhof am Ortseingang. Dort befinden sich die Gräber von 19 französischen Soldaten, die im Ersten Weltkrieg gefallen sind, sowie zahlreiche Familiengruften aus dem 19. Jahrhundert. Damit lassen sich zwei historische Bezüge des Friedhofs unterscheiden: die Familiengruften des 19. Jahrhunderts und das Gedenken an die im Krieg gefallenen Soldaten.

Das Kriegerdenkmal von Ostel wurde am 30. September 1924 eingeweiht; es ist ein Obelisk aus grauem Granit.

Das Monument aux morts des Aviateurs unterscheidet sich schon in der Form vom Obelisken des Kriegerdenkmals: Es ist eine rechteckige Stele aus Mauerwerk mit behauenen Bruchsteinen und einer Werksteinplatte, die mit einer Märtyrerpalme geschmückt ist. Errichtet wurde es 1921 zu Ehren von Marcel Vernes, Beobachter, und Jean Peinaud, Pilot der 7. Staffel. Beide wurden am 24. März 1917 über Ostel getötet. Die beiden Jahreszahlen bezeichnen verschiedene Dinge: 1921 ist das Baujahr des Denkmals, 1917 das Jahr, in dem die beiden Flieger ums Leben kamen. Das Denkmal steht außerhalb des Dorfes an der Straße nach Vailly-sur-Aisne.

Zur Orientierung: Die Kirche liegt im Ortszentrum, der Friedhof am Ortseingang aus Richtung Braye-en-Laonnois und das Aviatorendenkmal außerhalb des Dorfes an der Straße nach Vailly-sur-Aisne.

Ostel auf einer Wanderung

Die Wanderung Les Roches de l'Abondin führt von Vailly-sur-Aisne über Ostel zurück nach Vailly-sur-Aisne und umfasst das Aviatorendenkmal. Damit verbindet sie die Passage durch Ostel mit einem klar benannten Ziel außerhalb des Dorfes. Start und Ende liegen in Vailly-sur-Aisne; Ostel ist eine Station auf dem Rundweg. Die Strecke misst 10 km und dauert etwa drei Stunden. Für die Zeitplanung ist diese ungefähre Dauer ein Richtwert; prüfen Sie die Routendetails vor dem Aufbruch.

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