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Magagnosc erschließt sich über mehrere deutlich unterscheidbare Themen: eine befestigte Siedlung des 12. Jahrhunderts, historische Oliventerrassen und die Geschichte des Veilchenanbaus, dessen Blüten und Blätter für unterschiedliche Zwecke genutzt wurden. Wer für einen Aufenthalt Ortsgeschichte und ländliche Vergangenheit in den Mittelpunkt stellen möchte, findet hier einen klaren thematischen Schwerpunkt. Dazu kommen die geschützten Gärten der Villa d’Andon, eine Kirche mit Denkmalstatus und eine offizielle Wanderrunde zur Chapelle des Roumégons.

Zwischen schriftlicher Erwähnung und befestigter Siedlung

Die erste schriftliche Erwähnung Magagnoscs stammt aus dem Jahr 1155. Als befestigte Siedlung wurde Magagnosc ebenfalls in der Mitte des 12. Jahrhunderts erwähnt. Das sind zwei unterschiedliche historische Aussagen: Die Jahreszahl 1155 bezeichnet die erste schriftliche Nennung, während die Erwähnung als befestigte Siedlung in die Mitte dieses Jahrhunderts fällt.

Magagnosc besteht aus mehreren Vierteln, die sich beiderseits zweier ehemaliger Ost-West-Verbindungswege erstrecken. Einige Wohnhäuser in den kleineren Vierteln waren vermutlich mit landwirtschaftlicher Tätigkeit verbunden. So gehören sowohl die historische Siedlungsform als auch die ländliche Prägung zu den verschiedenen Blickwinkeln auf den Ort.

Auch die Église Saint-Laurent-de-Magagnosc trägt eine eigene historische Einordnung: Sie wurde durch Erlass vom 24. September 1968 als historisches Denkmal eingetragen. Zusammen mit der Geschichte der befestigten Siedlung bietet die Kirche einen weiteren Anknüpfungspunkt für alle, die sich für die Entwicklung des Ortes interessieren.

Oliven und Veilchen als Kulturlandschaft

Der Olivenanbau prägte die Landschaft von Magagnosc lange Zeit durch zahlreiche bewirtschaftete Terrassen. Diese Terrassen stehen für eine lang anhaltende landwirtschaftliche Gestaltung der Landschaft. Die Geschichte des Veilchenanbaus lenkt den Blick dagegen besonders auf das 19. Jahrhundert: Damals weitete sich der Anbau deutlich aus, unter anderem dank Bewässerung.

Die Veilchen hatten verschiedene Verwendungen. Ihre Blüten wurden für Blumensträuße und in der Süßwarenherstellung genutzt; die Blätter der in Magagnosc angebauten Pflanzen fanden Verwendung in den Parfümeriefabriken von Grasse. Damit verbindet die lokale Anbaugeschichte Landwirtschaft sowohl mit der Blumen- und Süßwarenherstellung als auch mit der Parfümerie. Für die Einordnung der regionalen Geschichte ist dieser Unterschied aufschlussreich: Blüten und Blätter derselben Pflanze hatten jeweils eigene Verwendungsbereiche.

Villa d’Andon und ihre Gärten

Das Anwesen der Villa d’Andon im Viertel Magagnosc entstand während des wirtschaftlichen Aufschwungs von Grasse im 18. Jahrhundert, der mit dem Aufstieg der Parfümerie verbunden war. Die Gärten der Villa wurden wahrscheinlich um 1770 angelegt. Der Garten mit seinen Mauern, Zierbauten, Brunnen und hydraulischen Anlagen wurde durch Erlass vom 12. Oktober 1995 als historisches Denkmal klassifiziert. Das Anwesen befindet sich in Privatbesitz.

Bei der Villa treffen damit mehrere Zeitebenen zusammen: die wirtschaftliche Entwicklung des 18. Jahrhunderts, die wahrscheinliche Anlage der Gärten um 1770 und deren spätere Klassifizierung als historisches Denkmal. Wer sich für Garten- und Architekturgeschichte interessiert, findet hier einen anderen Schwerpunkt als bei den landwirtschaftlichen Terrassen oder der Veilchenverarbeitung.

Geschichte und Wandern verbinden

In der Maison du Patrimoine in Grasse gibt es ein Angebot mit dem Titel „Laissez-vous conter Magagnosc“. Wenn Sie es für Ihren Aufenthalt einplanen möchten, prüfen Sie vorab, ob das Angebot aktuell verfügbar ist. Eine offizielle Wanderrunde führt außerdem zur Chapelle des Roumégons aus dem 17. Jahrhundert. Damit stehen zwei unterschiedliche Zugänge zur Auswahl: ein benanntes Angebot zur Geschichte Magagnoscs und eine Wanderrunde mit der Kapelle als Ziel. Die Route lässt sich so als eigener Schwerpunkt neben der Orts- und Landwirtschaftsgeschichte berücksichtigen.

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