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Vierzehn in den Fels eingelassene, glasierte Stationen, eine Kapelle aus dem 10. Jahrhundert und sichtbare Spuren einer römischen Straße geben Ampus ein klares kulturelles Profil. Der Ort liegt auf einer Anhöhe über der Nartuby-Schlucht. Wenn Sie sich für Kultur und Geschichte interessieren, finden Sie hier unterschiedliche Zeitschichten: sakrale Baugeschichte, archäologische Zeugnisse, alte Wege und eine jährlich wiederkehrende Tradition der Transhumanz.

Wege mit verschiedenen Geschichten

Der Chemin de Croix d’Ampus umfasst 14 Stationen. Geoff Hindry legte den Weg am Standort der ehemaligen feudalen Burg an; er führt bis zur Grotte. Der Chemin de l’eau eröffnet einen anderen Blick auf die Ortsgeschichte: Er macht die Nutzung des 500 Jahre alten Kanals von Fontigon erlebbar. So stehen ein Weg mit Kreuzwegstationen und eine Erfahrung rund um die Nutzung eines Kanals für unterschiedliche Themen.

Auch die römische Vergangenheit ist in der Landschaft präsent. Die voie Aurélienne war eine römische Straße zwischen Fréjus und Riez und ist in Ampus zwischen den Ortsteilen Le Bosquet und La Grange noch sichtbar. Ampus liegt außerdem an einer Nebenstrecke der Via Aurelia zwischen Fréjus und Riez. Für einzelne Abschnitte sind sechs Meter Breite belegt. Der Abschnitt am Hang zwischen Olves und Ste-Anne d’Ampus ist in den Hang eingeschnitten und durch eine Trockensteinmauer gestützt.

Sakralbauten und archäologische Spuren

Die Chapelle Notre-Dame de Spéluque in Ampus stammt aus dem 10. Jahrhundert. Als historisches Denkmal, „Monument historique“, wurde sie per Erlass vom 26. Juni 1990 klassifiziert. Bei der Église Saint-Michel d’Ampus erzählen die überlieferten Bauphasen von einer anderen Entwicklung: Ursprünglich war sie die Kapelle der feudalen Burg und trug damals das Patrozinium Mariä Himmelfahrt. 1728 und 1762 kamen nacheinander zwei weitere Kirchenschiffe hinzu.

Der Dolmen de Marencq verweist auf die Anwesenheit einer Gemeinschaft in der Umgebung seit mehr als 4.000 Jahren. Eine Restaurierung durch Jean Courtin gab dem Dolmen seine ursprüngliche architektonische Gestalt zurück. Das Oppidum de l’Englugi soll in keltoligurischer Zeit eine regelrechte Stadt gebildet haben. Zeitlich stehen sich die seit mehr als 4.000 Jahren bezeugte Anwesenheit einer Gemeinschaft in der Umgebung und die mögliche Stadt des Oppidums in keltoligurischer Zeit gegenüber.

Traditionen und kulturelle Einordnung

Jedes Jahr zur Zeit der Transhumanz ziehen große Schafherden auf den „drailles“ durch Ampus. Diese wiederkehrende Praxis ergänzt die Spuren aus früheren Epochen um eine lebendige Tradition. Ampus ist zudem eine Station des touristischen Rundwegs Villages de Caractère du Var und der Kulturroute Monastères du Var. Die Routen ordnen den Ort in unterschiedliche thematische Zusammenhänge ein: den Charakter der Dörfer im Var und eine Kulturroute zu Klöstern.

Für Ihre Reiseplanung lässt sich Ampus daher nach dem eigenen Schwerpunkt betrachten: Möchten Sie sich mit historischen Wegen beschäftigen, stehen die voie Aurélienne und der Chemin de Croix im Mittelpunkt. Sakralarchitektur, die Geschichte des Kanals und archäologische Deutungen bieten andere Zugänge. Wenn Sie Sakralarchitektur als Schwerpunkt wählen, können Sie die Kapelle Notre-Dame de Spéluque aus dem 10. Jahrhundert den 1728 und 1762 ergänzten Kirchenschiffen von Saint-Michel gegenüberstellen.

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