Ein spitzbogiges Eingangsportal aus dem Jahr 1505, ein vergoldeter Hochaltar und eine in den Fels gehauene Stätte oberhalb von Bollene geben einer Kulturreise hier mehrere unterschiedliche Anknüpfungspunkte. In Bollene stehen die Collégiale Saint Martin, die Maison Cardinale und das ehemalige Ursulinenkloster für verschiedene Seiten des historischen Erbes: Architektur, sakrale Ausstattung und Erinnerungen an konkrete Ereignisse. Mit dem Village troglodytique de Barry kommt eine Landschaftsperspektive hinzu; eine VTT-Route verbindet bewaldete Hügel und landwirtschaftlich genutzte Ebenen mit romanischen Sakralbauten.
Kirchen und sakrale Kunst
Die Collégiale Saint Martin bringt Baugeschichte und sakrale Kunst an einem Ort zusammen. Ihr spitzbogiges Eingangsportal stammt aus dem Jahr 1505; zum früheren Priorat gehört außerdem ein ehemaliger Wehrturm. Seit 1909 ist die Kirche als historisches Denkmal eingestuft. Zur Ausstattung zählt ein vergoldeter hölzerner Hochaltar, der 1656 bei Philippe Mézangeau in Auftrag gegeben wurde, einem aus Bollène stammenden Bildhauer. Portal und Altar setzen unterschiedliche Akzente: Am Eingang steht die Form des Spitzbogens im Blick, beim Hochaltar das vergoldete Holz und die Bildhauerarbeit.
Im ehemaligen Ursulinenkloster befindet sich ein mit Blattgold vergoldeter Altar, geschnitzt von Jean-Baptiste Mézangeau. Im Vergleich zur Collégiale sind hier Blattgold und Schnitzer die prägnanten Angaben, während bei Saint Martin auch das Material Holz und der Auftrag von 1656 hervortreten. Die Chapelle de l'hôpital in Bollene ist ebenfalls ein historisches religiöses Denkmal.
Die Maison Cardinale: Bau und Geschichte
Die Maison Cardinale verbindet eine bauliche Besonderheit mit einem genau datierten historischen Aufenthalt. Sie beherbergte Papst Clemens V. im Jahr 1311. Erbaut wurde sie wahrscheinlich Mitte des 11. Jahrhunderts; die Datierung bleibt also eine Schätzung. Das Steindach ist erhalten, ebenso Mauern von mehr als einem Meter Stärke. Seit 1947 ist die Maison Cardinale als historisches Denkmal eingestuft.
Die Zeitangaben erfüllen unterschiedliche Funktionen: Mitte des 11. Jahrhunderts bezeichnet eine wahrscheinliche Bauphase, 1311 den Aufenthalt Clemens’ V. und 1947 die Denkmaleinstufung. Wer sich für Baugeschichte interessiert, kann so Architektur und spätere historische Bedeutung auseinanderhalten, statt das Haus nur über einen einzigen Zeitpunkt einzuordnen. Steindach und starke Mauern lenken den Blick dabei auf die erhaltenen Merkmale des Gebäudes.
Felslandschaft und VTT-Route
Das Village troglodytique de Barry ist eine spektakuläre, in den Fels gehauene Stätte oberhalb von Bollene. Ein Spaziergang verbindet dort Kulturerbe, Natur und außergewöhnliche Panoramablicke. Damit setzt Barry einen anderen Akzent als die sakralen Bauwerke: Hier gehören Fels, Landschaft und Aussicht zum beschriebenen Erlebnis.
Die Route „VTT n°2 – Boucle des Chapelles“ führt zwischen bewaldeten Hügeln und landwirtschaftlich genutzten Ebenen zu gut erhaltenen romanischen Sakralbauten. Radfahrende gewinnen dabei an Höhe und erkunden die durch die Architektur der Kapellen vermittelte Geschichte. So stehen für die Wahl eines Ausflugs zwei unterschiedliche Schwerpunkte nebeneinander: ein Spaziergang mit Felslandschaft und Panorama bei Barry oder eine VTT-Route, die Höhengewinn und Kapellenarchitektur verbindet.
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