Bei klarer Sicht reicht das Panorama von Malemort-Du-Comtat vom Mont Ventoux über die Dentelles de Montmirail bis zu den Cevennen. Zum Ortsbild gehören ein historischer Kern mit alten Häusern und gewölbten Toren, eine landwirtschaftlich geprägte Umgebung und Wege mit unterschiedlichen Landschaftsschwerpunkten. Für die Planung lassen sich drei Themen unterscheiden: Baugeschichte, Trockensteinarchitektur und die Verbindung von Kulturland und Olivenöl. Der weite Blick und die konkreten Spuren im Dorf bilden zwei Zugänge zu Malemort-Du-Comtat.
Spuren der Ortsgeschichte
Im historischen Ortszentrum gruppieren sich alte Häuser und gewölbte Tore um die Église Notre Dame de Calvias. Die Kirche stammt aus dem 13. Jahrhundert. In ihrem Inneren befindet sich ein vergoldeter Holzaltar mit sechs Statuen aus dem 18. Jahrhundert von Jacques Bernus. Bauwerk und Ausstattung stehen damit für unterschiedliche Zeitpunkte: Die Kirche ist mittelalterlich, Altar und Statuen sind dem 18. Jahrhundert zugeordnet.
Die Porte de la République stammt aus dem 12. Jahrhundert und markiert den Haupteingang zum ehemaligen ummauerten Ortskern. Die Porte Saint Félix ist ein weiteres Tor aus dem 13. Jahrhundert. Dort befinden sich ein zweites überdachtes Waschhaus und ein Brunnen aus dem 19. Jahrhundert. Die Datierungen reichen somit vom 12. bis ins 19. Jahrhundert; die Bauwerke stehen für mehrere Phasen der Ortsgeschichte.
Kulturlandschaft und Wege
Weinberge, Olivenhaine und Kirschplantagen prägen die Kulturlandschaft von Malemort-Du-Comtat. Insgesamt werden 700 Hektar bewirtschaftet. Die Route Les plâtrières führt abwechselnd durch Kulturland und Pinienwälder und verläuft entlang eines Gipssteinbruchs. Sie steigt an und bietet Ausblicke auf die Ebene und die umliegenden Hügel.
Der Rundweg La Gardy setzt einen anderen Akzent: Er führt durch die Landschaft in Richtung Souleye und verbindet Bories und Trockensteinmauern mit schönen Trockensteinbauten auf dem von ehemaligen Terrassen geprägten Hügel La Gardy. So unterscheiden sich die beschriebenen Wege durch ihre Schwerpunkte: Bei Les plâtrières stehen der Wechsel von Kulturland, Wald und Steinbruch sowie die Ausblicke im Vordergrund; La Gardy verbindet Trockensteinarchitektur mit den früheren Terrassen des Hügels.
Olivenöl und Kirschen
In der Mühle La Colombe wird natives Olivenöl mit traditionellen Verfahren kaltgepresst, ausschließlich aus der Olivensorte Aglandau. Die Mühle bietet montags, dienstags, donnerstags und freitags von 9 bis 12 Uhr Besichtigungen, Verkauf und Verkostungen an. Prüfen Sie die Besuchsregelung vor der Anreise. Die Olivenhaine im Landschaftsbild und die Verarbeitung in der Mühle zeigen zwei Seiten des örtlichen Olivenanbaus.
Jedes Jahr am letzten Sonntag im Juni findet die Fête du terroir et de la cerise statt. Prüfen Sie das Programm für das jeweilige Jahr, falls Sie Ihre Reise nach dem Fest ausrichten möchten. Der wiederkehrende Termin ergänzt den Blick auf die Kirschplantagen um einen saisonalen Anlass.
Landwirtschaftliches Erbe
Das Musée des outils agraires bewahrt landwirtschaftliche Geräte als Zeugnisse des landwirtschaftlichen Erbes und als Erinnerung an frühere Generationen. Das Museum ist nicht für die Öffentlichkeit geöffnet; sein Innenraum lässt sich jedoch virtuell in einer 360-Grad-Erkundung ansehen. Damit stehen zwei unterschiedliche Zugänge zum landwirtschaftlichen Erbe nebeneinander: die im Museum bewahrten Geräte und die digitale Erkundung des Innenraums. Zusammen mit den bewirtschafteten Flächen und der Olivenmühle ergibt sich ein Blick auf Landwirtschaft als Teil der Geschichte und der heutigen Kulturlandschaft von Malemort-Du-Comtat.
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