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Vignieu verbindet Bau- und Glaubensgeschichte mit einem Naturgebiet, dessen Landschaft auch von früherem Sandabbau geprägt ist. Wenn Sie auf Reisen gern unterschiedliche Spuren eines Ortes kennenlernen, finden Sie hier Anknüpfungspunkte von einer Kirche des 19. Jahrhunderts bis zu gefährdeten Lebensräumen. Die religiösen Orte erzählen dabei jeweils eigene Geschichten und sind mit Prozessionen verbunden.

Kirche Saint-Blaise und Dorfgeschichte

Die Baugeschichte der Kirche Saint-Blaise umfasst zwei aufeinanderfolgende Daten: Das Gotteshaus wurde zwischen 1877 und 1879 errichtet; der Kirchturm entstand 1888 nach Plänen des Architekten Chamberot. Zu den markanten architektonischen Merkmalen zählt der hohe Glockenturmvorbau mit einer Spitze aus glasierten Ziegeln. So lässt sich die spätere Entstehung des Turms von der Bauzeit der Kirche unterscheiden.

Auch kleinere Bauwerke erzählen von der Ortsgeschichte. Das Lavoir du Munard wurde 1880 an der Kreuzung der Rue de l’Étang und der Rue de Beauvenir angelegt. Die Fontaine Geneste gehört zu den sechs Brunnen, die im Ortskern angelegt wurden und drei ältere Brunnen ergänzten. Für eine weitere historische Perspektive steht das Château de Chapeau Cornu: Es war ursprünglich ein befestigtes Haus auf dem Gelände eines ehemaligen römischen Lagers.

Chapelle des Ayes und Notre-Dame-des-Bois

Die Chapelle des Ayes wurde auf dem gleichnamigen Hügel an einem Ort errichtet, an dem ein Einwohner namens Teillon am 25. März 1793 angab, eine Marienerscheinung gehabt zu haben. Für die Einwohner von Vignieu und den umliegenden Orten ist die Kapelle ein Wallfahrtsort. Jedes Jahr am Ostermontag findet dort eine Prozession statt. Die Überlieferung des konkreten Datums und der wiederkehrende religiöse Anlass geben diesem Ort eine eigene historische und spirituelle Bedeutung.

Eine andere Prozession führt zur Statue Notre-Dame-des-Bois, die von den Anhöhen über das Dorf wacht. Ehemalige Familien des Anwesens Pradel errichteten die Statue im 19. Jahrhundert. Jährlich am 15. August führt eine Prozession dorthin, um um Schutz zu bitten. Wer Vignieus religiös geprägte Orte betrachtet, kann so zwei unterschiedliche Anlässe im Jahreslauf auseinanderhalten: die Prozession an der Kapelle am Ostermontag und den Gang zur Statue im August.

Les Mémoires: Dünenlandschaft und Lebensräume

Les Mémoires zeigt eine andere Seite von Vignieu. Der Standort der sandigen Düne ist als „Petit Site Naturel“ PSN023 in das Netz der Espaces Naturels Sensibles des Départements Isère aufgenommen; die Kennzeichnung erfolgte im Februar 2014. Zum Naturgebiet gehören ein Teich, ein Schilfgebiet und ein Niedermoor. Diese Lebensräume sind im Roten Buch der Lebensräume von Isère als gefährdet eingestuft. Damit stehen hier sowohl die besondere Einordnung des Standorts als auch die konkreten Lebensraumtypen im Mittelpunkt.

Die Landschaft erzählt außerdem von ihrer Nutzungsgeschichte. Durch den Sandabbau in den 1980er- und 1990er-Jahren entstand bei Les Mémoires eine Sandklippe, die die Ansiedlung einer Kolonie von Bienenfressern ermöglichte. Der Vergleich mit den geschützten Feuchtlebensräumen zeigt zwei verschiedene Aspekte des Naturthemas: die Vielfalt der genannten Lebensräume und die Entstehung der Sandklippe durch früheren Abbau.

Ein eigenes Werkstück gestalten

Wenn Sie neben Ortsgeschichte und Natur auch handwerkliche Aktivitäten in Ihre Reiseüberlegungen einbeziehen möchten, bietet Les Ateliers d’Isa offene Workshops an. Teilnehmende können dort eine eigene Holzschale oder ein Buntglasstück anfertigen. Stimmen Sie Ihren Workshop mit der Kunsthandwerkerin ab. So ergänzt eine praktische Beschäftigung die Besichtigung der historischen Orte und die Beschäftigung mit der Landschaft um ein eigenes gestalterisches Thema.

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