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Der Kalamas, auch Thyamis genannt, durchquert Thesprotia und mündet ins Ionische Meer. Schon dieser Fluss zeigt, wie sich in der Region unterschiedliche Landschaften begegnen: Thesprotia verbindet Berglandschaften mit Landschaften am Meer. Hinzu kommen archäologische Stätten, Klosterkunst und Feuchtgebiete. Zusammen ergeben sie verschiedene Zugänge zu einer Region, deren Geschichte sich nicht auf eine einzelne Epoche beschränkt.

Feuchtgebiete und Landschaften

Der Kalodiki-See ist ein Seerosensee und ein Feuchtgebiet von hoher ökologischer Bedeutung. Bei Krystallopigi liegt mit Hotkova ein weiteres Feuchtgebiet, dem ebenfalls hohe ökologische Bedeutung zukommt. Beide Orte geben der Landschaftsperspektive in Thesprotia ein konkretes Profil: Es geht nicht nur um den Wechsel zwischen Bergen und Meer, sondern auch um besondere Wasser- und Feuchtgebiete.

Ein weiterer geschützter Landschaftsbezug betrifft das Ökosystem des Acheron im Gemeindegebiet Souli, das zum Natura-2000-Netz gehört. Diese Zuordnung ist ausdrücklich an das Gemeindegebiet gebunden. Sie ergänzt die anderen Naturthemen um einen bestimmten Ort und macht deutlich, dass sich Landschaft und Schutzgebiet hier auf regionaler Ebene nicht pauschal gleichsetzen lassen.

Antike Zentren mit unterschiedlichen Geschichten

Elea führt in die frühe Geschichte des antiken Thesprotia. Der Ort war dessen erste Hauptstadt und Sitz des Stammes der eleatischen Thesproter. Die kontinuierliche Besiedlung reichte von 360 v. Chr. bis in die hellenistische Zeit. Die archäologische Stätte von Elea wurde nach langjährigen Aufwertungsarbeiten für Besucher geöffnet.

Eine andere politische Rolle hatte Gitana: Von der Gründung des Bundes der Thesproter in der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts v. Chr. bis zur Eroberung durch die Römer im Jahr 167 v. Chr. war der Ort dessen politisches Zentrum und Sitz. Die zeitliche Einordnung verbindet Gitana unmittelbar mit der Geschichte dieses Bundes, während Eleas Bedeutung als Hauptstadt und Siedlungsort einen anderen Blick auf das antike Thesprotia eröffnet.

Dymokastro unterscheidet sich davon durch seine Lage als befestigte Küstensiedlung südlich der Bucht von Karavostasi bei Perdika. Die Ruinen werden vorläufig mit dem antiken Elina identifiziert. Das Gelände erstreckt sich über 22 Hektar und ist in drei Sektoren aufgeteilt. Diese liegen auf aufeinanderfolgenden Terrassen des Hügels und werden von mehreren Befestigungsringen umschlossen. So lässt sich Dymokastro nicht nur über seine Größe, sondern auch über den Aufbau seiner Anlage beschreiben.

Klosterkunst und Museumsblicke

Das Heilige Kloster der Himmelfahrt von Giromeri wurde 1310–1320 gegründet und zählte zu den bedeutendsten monastischen Zentren von Epirus. Es liegt am Südwesthang des Farmakovouni-Gebirges, nördlich von Filiates und nahe der Siedlung Giromeri. Im Katholikon erzählen Kunstwerke aus mehreren Jahrhunderten von einer langen Gestaltungsgeschichte: Byzantinische Fresken stammen aus dem 16. Jahrhundert, weltliche Fresken aus dem 17. Jahrhundert und das vergoldete Templon aus dem 19. Jahrhundert. Die verschiedenen Datierungen machen die Ausstattungsstücke als unterschiedliche historische Schichten verständlich.

Im Archäologischen Museum von Igoumenitsa reicht die Dauerausstellung „Thesprotian Land“ vom Mittelpaläolithikum, datiert auf 100.000 v. Chr., bis zur osmanischen Herrschaft im 19. Jahrhundert n. Chr. Ihre fünf Themenbereiche behandeln einen archäologisch-historischen Rückblick, Siedlungen der historischen Zeit, öffentliches Leben, Privatleben und Bestattungsbräuche. Damit spannt die Ausstellung einen weiten Zeitraum und verbindet politische, alltägliche und rituelle Aspekte.

Auch kleinere Sammlungen greifen lokale Geschichte auf. Das Folkloremuseum von Margariti befindet sich in einem historischen Gebäude von 1893 und beherbergt Objekte aus der vorindustriellen Zeit. Das Folkloremuseum von Polydroso wird als ältestes Museum von Thesprotia beschrieben; seine 1.300 Stücke beziehen sich auf Tradition und Wirtschaft des Dorfes. Beide Sammlungen setzen damit andere Akzente als die archäologische Ausstellung in Igoumenitsa.

Lokale Produkte und ein jährlicher Basar

In den lokalen Geschäften an der zentralen Fußgängerzone von Igoumenitsa werden Oliven, Olivenöl, Tsipouro, Milchprodukte und Würste angeboten. Wer sich für regionale Erzeugnisse interessiert, findet hier eine konkrete Ergänzung zu den archäologischen und kulturellen Themen der Reise. Der Hafen von Igoumenitsa ist von nationaler Bedeutung und in die transeuropäischen Verkehrsnetze integriert; diese Einordnung beschreibt seine Rolle, ohne damit bestimmte Fahrpläne oder aktuelle Verbindungen festzulegen.

In Paramythia findet jedes Jahr im Oktober der Lamvovo-Basar statt. Wenn dieses Ereignis Ihre Reiseidee prägt, können Sie Ihre konkreten Reisedaten vorab mit dem Termin des Basars abgleichen. Für die Wahl eines Reiseschwerpunkts in Thesprotia bieten sich so mehrere unterschiedliche Interessen an: antike Geschichte, Klosterkunst, Feuchtgebiete, lokale Erzeugnisse oder das jährliche Ereignis in Paramythia.

Weitere Reiseziele entdecken: Plataria Thesprotia, Igoumenítsa, Perdika, Syvota, Vasilikos, Parapotamos, Margariti, Dilofo, Glyki, Grekochori, Neráïda, Paramythia, Faskomilia, Karavostasi, Kastri, Sagiada.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Epirus.

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