Agios Spyridon in Poulata verbindet italienisch-manieristische und barocke Einflüsse mit strengeren klassizistischen und byzantinischen Linien. An der Außenansicht treten Renaissance-Merkmale hervor. Daneben zeigt Agios Panteleimon eine andere architektonische Ausprägung: Die Kirche ist eine einschiffige Basilika mit Ziegeldach und großem Vorhof. Für Architekturinteressierte bilden die beiden Kirchen zwei klar unterscheidbare Beispiele: hier die stilistische Mischung, dort die einschiffige Bauform. Im näheren Umfeld ergänzt der Wanderweg durch das verlassene Palia Poulata den kulturellen Schwerpunkt um eine historische Siedlungsperspektive.
Agios Spyridon: Stil und Ausstattung
Bei Agios Spyridon verbindet sich die Stilmischung mit einer Außenansicht, die Renaissance-Merkmale aufweist. Gesimse, Giebel, Pilaster, Halbsäulen und Kapitelle prägen die westlich beeinflusste Kirchenarchitektur. Die Bauteile benennen unterschiedliche Formen: Gesimse markieren horizontale Linien, Giebel bilden obere Abschlüsse, Pilaster liegen flach an der Wand, Halbsäulen treten als gerundete Gliederungen hervor und Kapitelle schließen Säulen nach oben ab. So treffen die übergreifende Mischung der Stilrichtungen und die konkrete Gliederung der Fassade aufeinander.
Zum Inneren von Agios Spyridon gehören eine geschnitzte hölzerne Ikonostase, eine Frauenempore und ein Relief-Doppeladler in der Mitte des Bodens. Die Elemente liegen auf verschiedenen Ebenen: Die Ikonostase prägt die Ausstattung, die Empore die Raumgliederung, der Doppeladler setzt ein Reliefmotiv in die Bodenmitte. Außenansicht und Innenausstattung zeigen damit unterschiedliche Aspekte derselben Kirche.
Weitere Kirchen und Bilddetails
Agios Panteleimon setzt einen anderen architektonischen Akzent. Die einschiffige Basilika hat ein Ziegeldach und einen großen Vorhof. „Einschiffig“ beschreibt die Grundform mit einem Hauptschiff; Dach und Vorhof ergänzen diese Angabe um zwei konkrete Merkmale. Im Vergleich zu den Stil- und Fassadendetails von Agios Spyridon stehen hier Bauform, Dach und Vorhof im Vordergrund.
Neben Agios Panteleimon und innerhalb des Gemeindefriedhofs steht Kimisis tis Theotokou. Die Kirche wurde nach den Erdbeben von 1953 errichtet. Ihre geschnitzte hölzerne Ikonostase wurde aus der gleichnamigen Kirche aus der Zeit vor dem Erdbeben überführt. Bauzeit und Herkunft der Ausstattung weisen damit auf unterschiedliche Zeitabschnitte: Das Kirchengebäude entstand nach den Erdbeben, die Ikonostase ist mit der früheren, gleichnamigen Kirche verbunden.
In Agios Panteleimon befindet sich auch eine Ikone aus dem Jahr 1903 des lakithrinischen Ikonenmalers Dialismas. Sie zeigt Szenen aus dem Leben des Heiligen Gerasimos; ein Detail stellt den Heiligen im Gebet gegen den Einfall der Agarener dar. Das Jahr 1903 datiert die Ikone, während das Gebet Teil des dargestellten Bildinhalts ist.
Im näheren Umfeld
Der Wanderweg führt durch das verlassene Palia Poulata. Dessen Ruinen vermitteln einen Eindruck vom Leben im gebirgigen Kefalonia vor dem Erdbeben. Hier stehen somit nicht Kirchenbau und Ausstattung im Mittelpunkt, sondern ein verlassener Siedlungsort und seine historische Einordnung. Als weiterer Ort in der näheren Umgebung von Poulata liegt dort das Höhlen-Schachtloch Agaláki.
Weitere Reiseziele entdecken: Skala, Chavriata, Vlachata, Kato Kateleios, Moussata, Mesovounia, Pesada, Agrilias.
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