Mistrás erschließt sich über die Architektur der befestigten Stadt, ihre Kirchen und die Kunst der Palaiologenzeit. Von den Burgdenkmälern reicht der Blick über das Tal von Sparta zu den Gipfeln des Parnon und des Taygetos. So stehen historische Bauten und Landschaft nebeneinander, während die einzelnen Viertel unterschiedliche Seiten des Ortes zeigen.
Museum und Palaiologenzeit
Das Museum der archäologischen Stätte von Mystras befindet sich innerhalb der Stätte, die in die UNESCO-Welterbeliste eingetragen ist. Seine Ausstellung widmet sich den Beziehungen zwischen der byzantinischen Welt und dem Westen. Ausgewählte Fundstücke und Objekte aus Mystras veranschaulichen die politische und soziale Wirklichkeit, das geistige Leben und die Kunst der Palaiologenzeit. Damit stellt die Ausstellung sowohl einzelne Objekte als auch die Lebenswelten in den Mittelpunkt, zu denen sie gehören.
Oberstadt, Burg und Paläste
Auf dem Hügel von Mystras stehen die Burg und die Residenz des Burgkommandanten. In der Oberstadt erheben sich die Paläste der Despoten zwischen Herrenhäusern und zahlreichen Wohnhäusern, die zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert errichtet wurden. Der Palastkomplex besteht aus zwei Flügeln, die in unterschiedlichen Zeiträumen gebaut und miteinander verbunden wurden. Diese Baugliederung unterscheidet sich von einem einzelnen, einheitlich entstandenen Palastbau.
Auch der Platz vor den Palästen erzählt von wechselnden Nutzungen: Dort fanden öffentliche Versammlungen statt; während der türkischen Herrschaft diente der Platz als Markt. Für die Betrachtung des Palastviertels gehören so sowohl die Baugeschichte als auch die frühere Nutzung des zentralen Platzes zum Bild.
Kirchen und Kunstwerke
Die Peribleptos ist das Katholikon, also die Hauptkirche eines der Jungfrau Maria geweihten Klosters. Sie wurde Mitte des 14. Jahrhunderts wahrscheinlich von Manuel Kantakouzenos, dem ersten Despoten von Mystras, errichtet. Ihre Fresken zählen zu den bedeutendsten Bildensembles der spätbyzantinischen Malerei. Die Pantanassa wiederum zählt zu den bedeutendsten Denkmälern der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts.
Die Agioi Theodoroi wurden zwischen 1290 und 1295 errichtet und waren das erste Katholikon des Klosters Brontochion. Die Hodegetria (Afentiko) wurde zwischen 1310 und 1320 fertiggestellt und zum neuen Katholikon des Klosters. Diese beiden Datierungen geben konkrete historische Anhaltspunkte für die Kirchen des Klosters. Im Palastviertel war die Hagia Sophia das Katholikon des patriarchalischen Klosters des lebensspendenden Christus. Die Evangelistria liegt auf dem gepflasterten Weg, der von der Metropolis zum Kloster Brontochion führt.
Rundgang und Wanderwege
Der archäologische Rundgang durch Mystras führt über gepflasterte Gassen zwischen den Gebäuden der befestigten Stadt. Im Frühling wachsen dort wilder Oregano, Thymian und Wildblumen. Die Pflanzen ergänzen die historischen Bauten um einen ausdrücklich saisonalen Eindruck. Der Blick von den Burgdenkmälern auf das Tal von Sparta und die Gipfel des Parnon und Taygetos setzt dazu einen landschaftlichen Schwerpunkt.
Im weiteren regionalen Umfeld beginnt am Eingang des Dorfes Taygeti ein Wanderweg. Er führt am Kloster Zoodochos Pigi, an Sela an den Hängen der Xerovouna und an Perganteika vorbei und endet nach etwa zwei Stunden am Kloster Faneromeni. Im weiteren regionalen Umfeld führt der Europäische Fernwanderweg E4 ebenfalls durch Taygeti und weiter in Richtung Anavryti. Diese beiden Wanderthemen lassen sich als eigene regionale Möglichkeiten neben den historischen Orten und dem archäologischen Rundgang betrachten.
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