Zum Inhalt

Die byzantinische Burgstadt von Servia liegt auf einem felsigen Hügel am Ausgang einer engen Schlucht; ihr Standort ist natürlich befestigt. Geländeform und Befestigung gehören hier eng zusammen: Die Lage am Hügel und am Schluchtausgang hilft, die Burgstadt als räumliche Anlage zu verstehen, nicht nur als Ansammlung einzelner Baudenkmäler. Für die historische Einordnung bieten sich zwei Blickrichtungen an: die erhaltenen Befestigungsmauern und die kirchlichen Bauten der Unterstadt. Sie zeigen jeweils einen anderen Maßstab des Ortes – die Mauern im Zusammenhang mit der Burgstadt, die Sakralbauten innerhalb des unteren Stadtbereichs.

Befestigung und kirchliche Bauwerke

Die meisten erhaltenen Befestigungsmauern stammen aus der mittelbyzantinischen Zeit des 11. und 12. Jahrhunderts. Sie setzen einen zeitlichen Bezugspunkt für die Befestigungsgeschichte. Zugleich gehören drei gut erhaltene kirchliche Bauwerke zur Unterstadt: eine Basilika aus dem 11. Jahrhundert, die Kirche des Johannes des Täufers und das Kloster der Heiligen Theodoroi. Diese Gruppe macht die Sakralarchitektur neben der Befestigung zu einem zweiten Thema der Burgstadt.

Die Unterstadt als eigener Bereich

Die Unterstadt umfasst 75 Stremmata. Diese Flächenangabe und die drei Bauwerke ergänzen einander: Einerseits lässt sich die Unterstadt als räumlicher Bereich fassen, andererseits geben Basilika, Kirche und Kloster konkrete Bezugspunkte für ihren sakralen Charakter. Die Flächenangabe beschreibt den Umfang des Bereichs, nicht ein einzelnes Monument. So lassen sich die räumliche Ausdehnung und die unterschiedlichen kirchlichen Bauwerke als zwei Ebenen der Unterstadt betrachten.

Bauform und Geschichte der Basilika

Die Basilika der Katechumenen ist dreischiffig, besitzt einen Narthex und ein erhöhtes Mittelschiff. „Dreischiffig“ bezeichnet die Aufteilung in ein Mittelschiff und zwei Seitenschiffe; der Narthex ist ein Vorraum am Kirchenbau. Das erhöhte Mittelschiff beschreibt die vertikale Gliederung. Mit diesen Begriffen lässt sich die Architektur in einzelne Aspekte auffächern, statt sie nur allgemein als Basilika zu benennen. Außerdem wurde das Bauwerk vom 12. bis zum 16. Jahrhundert mehrfach umgebaut. Die räumliche Gliederung und die lange Umbaugeschichte beantworten unterschiedliche Fragen: wie der Bau gegliedert ist und über welchen Zeitraum Veränderungen stattfanden.

Drei Schichten von Wandmalereien

Auch die erhaltenen Wandmalereien geben der Basilika eine eigene Zeitschichtung. Insgesamt sind drei Schichten bewahrt: Die erste gehört zur ursprünglichen Bauphase, die zweite stammt aus dem 13. Jahrhundert und fällt in die Zeit des Bischofs Michael, die dritte stammt aus dem Zeitraum vom 15. bis zum 16. Jahrhundert. Damit liegen innerhalb derselben Basilika Hinweise auf die ursprüngliche Bauphase sowie auf deutlich spätere Jahrhunderte vor. Die Umbauten reichen vom 12. bis zum 16. Jahrhundert; die Malereien bilden eine eigene Abfolge von drei erhaltenen Schichten. Baugeschichte und Wandmalerei bieten damit zwei verschiedene zeitliche Perspektiven auf die Basilika.

Weitere Reiseziele entdecken: Livadero, Elati, Vlasti, Emporio, Kaloneri, Koila, Tsotyli, Aiani.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Kozani.

Unterkünfte suchenAnzeige · Bei einer Buchung können wir eine Provision erhalten.