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Ein kreisrundes Taubenhaus, mittelalterliche Hausstandorte und das Relief früherer Ackerfluren geben Sibthorpe ein deutlich kulturhistorisches Profil. Die Themen reichen vom Aufbau eines einzelnen Bauwerks bis zur Struktur des Dorfes und seiner landwirtschaftlichen Flächen. Wenn Sie für Ihre Reise Architektur und mittelalterliche Ortsgeschichte in den Mittelpunkt stellen möchten, bietet Sibthorpe verschiedene Anknüpfungspunkte: ein erhaltenes Taubenhaus, Spuren früherer Wohnplätze und das historische Flursystem.

Das Taubenhaus: Aufbau in mehreren Maßstäben

Das Taubenhaus von Sibthorpe ist ein kreisförmiger Steinbau mit einem Durchmesser von 10 m an der Basis. Sein Dach ist konisch und mit Ziegeln gedeckt; das Gebäude steht noch in seiner ursprünglichen Höhe. Im Inneren ist der Bau in 28 waagerechte Bänder gegliedert, die jeweils 40 oder 42 Nistkästen enthalten. Maße und Dachform beschreiben die äußere Gestalt, während Bänder und Kästen den genau gegliederten Innenaufbau erfassen. So treffen bei einem Bauwerk die klare Rundform und eine kleinteilige innere Ordnung aufeinander.

Dorf und Flur: mittelalterliche Spuren

Zum aufgegebenen Bereich des mittelalterlichen Dorfes gehören erhaltene stehende, verschüttete und als Erdwerk erhaltene Reste. Rechteckige Plattformen markieren die Standorte mittelalterlicher Häuser. Teile von vier mittelalterlichen Fluren bilden zusammen ein Ackerstreifenrelief und gehören zu den Resten des offenen Flursystems. Die Plattformen stehen für einzelne Wohnplätze, das Relief dagegen für die größere Ordnung der Fluren. Damit verbinden sich zwei unterschiedliche Maßstäbe der Ortsgeschichte: frühere Bebauung und landwirtschaftlich geprägte Landschaft.

Kirche und College

Die Pfarrkirche St Peter’s hat einen Westturm, einen auf 1335 datierten Chor, ein Kirchenschiff aus dem späten 18. Jahrhundert und eine Sakristei aus dem späten 19. Jahrhundert. Der Chor führt in eine mittelalterliche Bauphase zurück; Kirchenschiff und Sakristei stehen für deutlich spätere Zeitabschnitte. So treten mehrere Bauphasen eines einzelnen Gebäudes nebeneinander.

Das College of Secular Priests in Sibthorpe bestand von 1325 bis 1540. Seine Gründungsurkunde wurde 1341 ausgestellt und sah acht Priester sowie zwei Kleriker vor. Im Hall Yard östlich der Kirche vermutet man den Standort der College-Gebäude; Bodenbefunde stützen diese Annahme. Abgesehen von den Resten eines möglichen Umfassungsgrabens ist dort nichts vermessbar. Stehende College-Gebäude sind nicht erhalten.

Top Green: Doppelgraben und Fischteiche

Die Anlage von Top Green ist ein gutes Beispiel für einen Doppelgraben mit angebundenen Fischteichen. Anders als bei Kirche und Taubenhaus liegt der Schwerpunkt hier auf dem Zusammenspiel von Gräben und Teichen. Top Green erweitert damit die kulturhistorische Perspektive um eine weitere Form gestalteter Landschaft.

Anreise planen

Ein Fahrplan der Linie 354 mit Gültigkeit ab 8. April 2024 führt auf der Strecke Newark–Elston–East Bridgford–Bingham die Haltestelle Sibthorpe, Main Street, auf. Prüfen Sie vor der Fahrt den aktuellen Fahrplan.

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