Die 60 Kilometer lange Küste und die Werftgeschichte geben Barrow-In-Furness zwei unterschiedliche Anknüpfungspunkte für einen Aufenthalt. Die passenden Unternehmungen unterscheiden sich auch in ihren Bedingungen: Für Tierbeobachtungen zählt die Tide, während Archivbesuche eine bestimmte Karte voraussetzen.
Küste, Natur und ein Bootsteich
Das South Walney Nature Reserve ist ein Naturschutzgebiet auf einer Schindelinsel und bietet Ausblicke über die Morecambe Bay. Bei Flut können Sie von Beobachtungshütten aus Kegelrobben sehen. Eine Sichtung ist dabei naturgemäß nicht garantiert; der Hochwasserstand ist die relevante Bedingung für diese Beobachtungsmöglichkeit.
Barrow Park ergänzt die Natur- und Küstenthemen um einen Bootsteich. Der Teich ist eine Parkeinrichtung; ob Bootsfahrten angeboten werden, kann variieren. So stehen im Ort unterschiedliche Akzente nebeneinander: eine Küstenlandschaft mit möglicher Tierbeobachtung und ein Park mit Bootsteich, dessen Nutzung nicht vorausgesetzt werden sollte.
Furness Abbey und die Werftgeschichte
Die Ruinen von Furness Abbey bestehen aus rotem Sandstein. Zu den erhaltenen Teilen zählen der Turm, das kürzlich konservierte östliche Ende der großen Kirche, das Kapitelsaalgebäude und fast der gesamte östliche Flügel des Kreuzgangs. Wer sich für Architektur interessiert, kann an diesen Bauteilen unterschiedliche Bereiche einer Klosteranlage betrachten, statt den Besuch auf ein einzelnes Bauwerk zu beschränken.
Eine Ausstellung in Furness Abbey zeigt eindrucksvolle Ritterbildnisse, den seltenen vergoldeten Silberstab Furness Crozier aus dem 12. Jahrhundert und einen Edelsteinring aus dem Grab eines Abtes. Da sich Ausstellungsinhalte ändern können, empfiehlt es sich, vor dem Besuch zu prüfen, was aktuell zu sehen ist.
Auch die industrielle Vergangenheit lässt sich zeitlich einordnen: Die Barrow Shipbuilding Company entstand nach einem Treffen von Finanziers im Januar 1871. Im Mai 1873 lief mit der Dampfyacht Aries das erste Schiff der Werft vom Stapel. Rund um das Dock Museum gibt es außerdem einen Weg entlang eines historischen Docks. Damit bieten die Werftgeschichte und der Weg am Dock unterschiedliche Zugänge zum maritimen Erbe.
Wege, Archivbesuch und Piel Island
Der Barrow heritage trail erkundet zehn bedeutende Orte im Zentrum von Barrow-In-Furness. Er beginnt und endet bei Barrow Library and Archive. Für die Einsicht in Originalarchive im Barrow Archive Centre ist eine gültige Archives Card erforderlich. Der Rundgang zu den Orten und die Einsicht in Originalmaterial sind somit zwei verschiedene Möglichkeiten, sich mit Geschichte zu befassen; für Letztere gilt die Kartenpflicht.
Auf Piel Island gehört die Krönung des jeweils neuen Pächters des Ship Inn zum „King of Piel“ zu einer lokalen Tradition. Der Ursprung der Zeremonie ist ungewiss. Von Roa Island aus ist Piel Island mit einer Passagierfähre oder bei Ebbe im Rahmen einer geführten Wattwanderung erreichbar. Ein eigenständiger Fußmarsch über den Sand ist nicht sicher. Wenn Sie die Fähre nutzen möchten, prüfen Sie vor der Reise den Fahrplan.
Anreise und Radroute
Mit dem Auto ist Barrow über die Anschlussstelle 36 der M6 und die A590 erreichbar. Zugverbindungen bestehen über die West Coast Line von Carlisle oder über die Furness Line von Lancaster; prüfen Sie vor der Abfahrt die aktuellen Fahrpläne. Eine Fahrradtour führt vom Town Hall auf einem eigenen Radweg nach Roa Island. Für die Planung sind damit unterschiedliche Verkehrsmittel und eine konkrete Radroute berücksichtigt, ohne dass sich daraus eine bestimmte Fahrzeit ableiten lässt.
Für Ihre Auswahl können Sie die jeweiligen Bedingungen mitdenken: Die mögliche Robbenbeobachtung richtet sich nach der Tide, der Zugang zu Originalarchiven setzt eine Archives Card voraus, und für einen Fußmarsch über den Sand nach Piel Island ist eine geführte Wattwanderung vorgesehen. So lässt sich der Aufenthalt nach den Interessen gestalten, die Sie besonders verfolgen möchten.
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