Chapel of Garioch liegt erhöht auf dem Kamm eines Höhenzugs, der die Ausläufer des Bennachie bildet. Landschaft und historische Zeugnisse geben dem Ort zwei unterscheidbare Schwerpunkte: Wege am Bennachie sowie Bau- und Archäologiegeschichte. Das Bennachie Visitor Centre befindet sich in Chapel of Garioch und dient als Ausgangspunkt, um den Bennachie-Wald und die Hügelkette zu erkunden.
Bennachie: Wege mit verschiedenen Zielen
Ein Weg am Bennachie Visitor Centre führt zum felsigen Granitgipfel des Mither Tap mit seiner piktischen Befestigungsanlage und beeindruckenden Ausblicken. Am Centre führt außerdem ein sanfter Spaziergang durch den Wald. Ein leicht begehbarer Weg am Bennachie Visitor Centre verläuft durch offene Waldflächen und an den Ruinen von Häusern und Feldern der Bennachie-Kolonisten vorbei. Diese Beschreibungen setzen unterschiedliche Schwerpunkte: Gipfel und Ausblick, ein Waldspaziergang oder Spuren früherer Besiedlung. Für die Entscheidung zwischen den Wegen zählen damit vor allem das Ziel und die Landschaft, die Sie unterwegs erleben möchten.
Burgen und archäologische Zeugnisse
In der näheren Umgebung von Chapel of Garioch sind bei Balquhain Castle auf einer Koppel- und Weidefläche aufrecht stehende Mauern und Erdwerke erhalten; sie liegen in etwa 95 bis 100 m Höhe über dem Meeresspiegel. Zu den Überresten gehört ein quadratischer, zinnenbewehrter Wohnturm, der wahrscheinlich ursprünglich aus dem 15. Jahrhundert stammt. Mary Queen of Scots verbrachte 1562 in Balquhain Castle die Nacht vor der Schlacht von Corrichie.
In der näheren Umgebung liegt bei Mains of Balquhain ein liegender Steinkreis von etwa 21 m Durchmesser. Seine ursprüngliche Zahl ist nicht sicher: Wahrscheinlich waren es zwölf Steine, möglicherweise vierzehn. Neun Steine sind noch vorhanden, fünf davon stehen. Hinzu kommt ein 3,1 m hoher Monolith aus weißem Quarz, der zum Steinkreis gehört.
Auch der Maiden Stone liegt in der näheren Umgebung. Seine Seiten tragen unterschiedliche Muster: Auf der Südseite befinden sich verschlungene Ornamente, auf der Nordseite doppelt angeordnete Stafford-Knoten. Wer sich für Steinmetzkunst interessiert, findet hier einen klaren Vergleich innerhalb eines einzigen Monuments: Ornament auf der einen, Knotenmotiv auf der anderen Seite.
Kirchenarchitektur und unterschiedliche Schwerpunkte
Die Chapel of Garioch Parish Church bietet einen anderen Blick auf das gebaute Erbe: Sie besteht aus grob behauenen Quadern aus rotem Granit und weist originale gotische Verglasungen mit Holzmaßwerk auf. Bei den Kirchenfenstern und dem Mauerwerk stehen Bauweise und Gestaltung im Vordergrund; bei den Steinen in der Umgebung prägen dagegen Form, Anordnung und Erhalt den Eindruck.
Auch die Kulturstätten unterscheiden sich in ihrem Schwerpunkt: Balquhain Castle verbindet erhaltene Wehrarchitektur mit einem datierten historischen Ereignis. Beim Steinkreis stehen die kreisförmige Anlage und der heutige Bestand im Mittelpunkt, während der Maiden Stone durch seine Ornamente auf zwei Seiten charakterisiert ist. So lassen sich die Zeugnisse nach Architektur, archäologischer Form und Steinornament einordnen, statt sie als eine einzige Art von Kulturerbe zu betrachten.
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