Das Kent Battle of Britain Museum vereint mehrere Aspekte von Hawkinges Luftfahrtgeschichte: Der Flugplatz war während der Battle of Britain ein wichtiger Frontflugplatz für Jagdflugzeuge, und große Teile des Films „The Battle of Britain“ von 1968 wurden in Hawkinge gedreht. Daneben setzt Church of St. Michael mit ihrer langen Baugeschichte einen anderen zeitlichen Schwerpunkt. Wer Hawkinge als Reiseziel erwägt, kann so verschiedene historische Themen in den Blick nehmen.
Flugzeuge und Filmbezug
Im Stuart-Buttle Hangar des Museums befinden sich maßstabsgetreue Nachbildungen von Hurricane- und Spitfire-Flugzeugen, die für den Film „The Battle of Britain“ gebaut wurden. Der Filmbezug ist eng mit Hawkinge verbunden: Große Teile des Films entstanden hier. Im Lord Dowding Memorial Hangar stehen außerdem drei maßstabsgetreue Nachbildungen von Messerschmitt Bf 109E aus demselben Film. Die beiden Hangars zeigen damit unterschiedliche Flugzeugtypen mit einem gemeinsamen Bezug zur Filmgeschichte.
Auch andere Exponate erweitern den Blick über diese Filmnachbildungen hinaus. Das Museum zeigt maßstabsgetreue Nachbildungen von drei Hawker Hurricanes, die Flugzeuge der No. 32 Squadron darstellen. Auf dem Parkplatz steht eines der drei Pickett Hamilton Retractable Forts. Die Armoury umfasst eine umfassende Sammlung bodengestützter und luftgestützter Waffen. Flugzeugmodelle, ein Fort und die Waffensammlung setzen jeweils eigene Akzente innerhalb der Luftfahrtgeschichte.
Hawkinge Airfield im Zweiten Weltkrieg
Das Museum umfasst Gebäude auf dem Hawkinge Airfield, die mit dem Zweiten Weltkrieg verbunden sind, darunter den Operations Block und die Armoury. Der Operations Block wurde 1927 erbaut. Während des Krieges wurden von dort aus sämtliche Luftoperationen in Hawkinge gesteuert. Die ursprüngliche Armoury stammt von 1926; neben ihrer Rolle als historisches Gebäude beherbergt die Armoury des Museums die Sammlung boden- und luftgestützter Waffen.
Der erste Luftangriff auf Hawkinge fand am 12. August 1940 statt: 15 Ju 88 griffen den Flugplatz an. Die Geschichte des Airfields reicht auch über die Battle of Britain hinaus. 1944 wurde es für die Operation Diver gegen V1-Flugbomben genutzt. Diese Stationen unterscheiden sich zeitlich und in ihrer Funktion und geben der Ortsgeschichte mehrere konkrete Anknüpfungspunkte.
Building 4 des Museums ist die originale „B“ Flight Dispersal Hut, die 1940 errichtet wurde. Früher stand sie auf der Ostseite des Hawkinge Airfield beim Killing Wood. Ihre frühere Position gehört damit ebenso zur Geschichte des Gebäudes wie sein heutiger Name im Museum.
Kirchenbau und archäologische Zeitschichten
Church of St. Michael bietet einen anderen Zugang zur Geschichte Hawkinges. Die Kirche stammt aus dem späten 11. oder 12. Jahrhundert und weist Bauteile aus dem 13. und 17. Jahrhundert sowie eine Restaurierung von 1875 auf. Diese Angaben beschreiben keine einzelne Bauphase, sondern eine über mehrere Jahrhunderte gewachsene Architektur. Im Kirchenschiff befinden sich vier Dachbinder mit Kronenpfosten. Das ist ein konkretes Detail des Dachstuhls und ergänzt die zeitliche Einordnung um ein Merkmal des Innenbaus.
Archäologische Untersuchungen in Hawkinge erbrachten mindestens neun annähernd rechteckige Einhegungen, die durch Grenzgräben definiert waren. Die früheste am Hawkinge-Fundplatz festgestellte Besiedlung scheint aus der späten Bronzezeit oder der frühen Eisenzeit zu stammen, etwa aus der Zeit von 900 bis 600 v. Chr. Diese vorsichtige Datierung reicht weit vor die überlieferten Flugplatz- und Kirchenphasen zurück und eröffnet eine nochmals ältere Zeitschicht der Ortsgeschichte.
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