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Am oberen Ende eines abgelegenen, schmalen Flusstals liegt Gwytherin. Das Dorf am Grund des Cledwen-Tals verbindet eine markante Landschaft mit Spuren religiöser Geschichte: von einer Kirche mit wechselvoller Nutzung bis zu frühmittelalterlichen beschrifteten Steinen. Für Ihre Planung sind außerdem zwei unterschiedlich lange Abschnitte des North Wales Pilgrim’s Way interessant.

Gwytherin im Cledwen-Tal

Der Cledwen verläuft ungefähr von Süden nach Norden durch das Tal. Gwytherin liegt an dessen oberem Ende in einer Hochlandregion. Diese geografische Lage gibt dem Ort einen klaren Rahmen für die Erkundung: Kirche, Kirchhof und die damit verbundene Geschichte finden sich im kleinen Dorf, während der Pilgerweg Gwytherin zugleich als Ziel und Ausgangspunkt von Etappen nennt.

Zu den älteren Spuren in der Landschaft zählen die Überreste von St. Gwenfrewi’s Chapel. Erhalten sind sie als abgeflachter Hügel mit einer flachen Vertiefung von drei Metern. Das ist eine andere Art von Zeugnis als die beschrifteten Steine im Kirchhof: Hier lässt sich eine frühere Kapellenstelle an ihrer verbliebenen Form in der Landschaft erkennen.

Pilgerweg: zwei Etappenlängen

Der North Wales Pilgrim’s Way umfasst einen sieben Meilen langen Abschnitt von Llansannan nach Gwytherin sowie einen 3,4 Meilen langen Abschnitt von Gwytherin nach Pandy Tudur. Die Etappe nach Pandy Tudur ist weniger als halb so lang wie der Abschnitt von Llansannan nach Gwytherin. Prüfen Sie vor dem Wandern die Streckenbedingungen.

Auch eine Pilgerroute von Visit Conwy führt nach Gwytherin: Der Ort ist dort der fünfte Halt. Für diesen Stopp nennt die Route St Winifred’s Church und die Reihe alter stehender Steine. Das gibt der Ortsgeschichte einen Platz in einem größeren Pilgerzusammenhang, ohne dass Sie dafür eine vollständige Rundtour voraussetzen müssen.

St Winifred’s Church und ihre Geschichte

St Winifred’s Church steht im Herzen des Dorfes. Das heutige Gebäude wurde 1867–69 errichtet und besitzt viktorianischen Charakter. St Winefride ist eng mit der religiösen Geschichte Gwytherins verbunden: Sie schloss sich dort einer Gemeinschaft an und wurde deren Äbtissin. So stehen am Ort das heutige Kirchengebäude und eine ältere Heiligengeschichte nebeneinander.

Die Nutzung der Kirche änderte sich später deutlich. 2005 wurde St Winifred’s Church geschlossen und in ein Geschichtszentrum sowie einen Veranstaltungsort für Hochzeiten namens The Gwenfrewi Project umgewandelt. Für die Kirche gibt es keine regelmäßigen Öffnungszeiten. Wenn Sie eigens für eine Besichtigung anreisen, erkundigen Sie sich deshalb vorher vor Ort nach einer möglichen Zugangsmöglichkeit.

Auch einzelne Ausstattungsstücke erzählen von verschiedenen Zeiten. Eine keltische Kreuzplatte ist in die Stufe zum Chorraum eingelassen. Ein Fragment des Schreins von St Winifred, das sich früher in der Kirche befand, wurde im Juni 1991 im Pfarrhaus von Holywell gefunden. Ein einst in der Kirche befindlicher Eichenschrein namens Arch Gwenfrewi wurde später stückweise verkauft.

Die Steine im Kirchhof

Nördlich der Kirche bildet eine Gruppe aus vier beschrifteten Steinen eine Reihe von Osten nach Westen. Der westlichste Stein trägt die Inschrift „VINNEMAGLI FILI/SENEMAGLI“. Eine lateinische Inschrift aus dem sechsten Jahrhundert nennt Vinnemaglus, den Sohn des Senemaglus. Die Steine wurden mit einem frühmittelalterlichen Klosterkomplex in Verbindung gebracht.

Zum Kirchhof gehören außerdem vier alte Eiben. Als die ehrwürdigste gilt die Eibe östlich des Chorraums. Zusammen mit den Steinen lenken sie den Blick auf unterschiedliche Zeugnisse am selben Ort: beschriftete Erinnerung, religiöse Überlieferung und ältere Vegetation. Für einen Besuch, der auch das Kircheninnere einschließt, sollten Sie die fehlenden regelmäßigen Öffnungszeiten berücksichtigen.

Weitere Reiseziele entdecken: Llanbedr-Y-Cennin, Dolwyddelan, Abergele, Llanrwst, Pentrefoelas, Dolgarrog, Llandudno Junction, Deganwy.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Conwy.

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