Zum Inhalt

Champdepraz verbindet einen bemerkenswerten Naturraum mit sichtbaren Spuren des Bergbaus. Der Naturpark Mont Avic schützt hier das obere Einzugsgebiet des Torrente Chalamy. Wer ein Reiseziel für Wanderungen und Entdeckungen sucht, findet in Champdepraz zwei unterschiedliche Schwerpunkte: die Landschaft mit ihren Lebensräumen und eine Industriegeschichte, die sich an mehreren konkreten Orten ablesen lässt.

Moorlandschaft und grünes Gestein

Die Moore gehören zu den prägenden Besonderheiten des Naturparks Mont Avic. Sie sind zahlreich und gelten als die wichtigsten Biotope des Schutzgebiets. Auch geologisch hat Champdepraz einen eigenen Charakter: Im Gemeindegebiet treten ausgedehnte Abfolgen von Grüngesteinen auf. Dazu zählen vor allem Peridotite, eklogitische Metagabbros und eklogitisch-glaukophanitische Metabasalte. Diese Gesteine und die Moore erzählen von unterschiedlichen Seiten des Gebiets, ohne dass sich die Landschaft auf ein einziges Thema reduzieren lässt.

Bergbauzeugnisse an Wegen und historischen Orten

Die Bergbaugeschichte lässt sich an mehreren benannten Orten entdecken. Oberhalb des Hauptorts von Champdepraz und außerhalb des Naturparks wurden die Eisen-Kupfer-Mineralisierungen im 18. Jahrhundert intensiv ausgebeutet; der Abbau wurde mit Unterbrechungen bis 1951 fortgesetzt. Die Reste des Kupferbergwerks Hérin sind entlang des Weges Nr. 8 sichtbar. Dazu gehören Gebäude, eine große Abraumhalde und einige Träger der Seilbahn. Die Eingänge der Stollen sind unzugänglich.

Eine weitere Station der Bergbaugeschichte ist die Mine Lac Gelé: Am Weg Nr. 6 sind Stolleneingänge und Abraumhalden sichtbar. Andere Zeugnisse zeigen, wie verschiedene Arbeiten die Gegend geprägt haben. Die Ruine des Hochofens von Servaz bewahrt bauliche Details, anhand derer sich seine Funktionsweise nachvollziehen lässt. Im Steinbruch für Mühlsteine von Barma de Rova sind an der Felswand einige grob ausgearbeitete Mühlsteine zu sehen. In den Wäldern des Val Chalamy liegen entlang der Wege 3, 5c und 7a zahlreiche Holzkohleplätze. Auch die ländlichen Gebäude in Champdepraz gehören zu diesem Bild: Sie sind aus vor Ort gewonnenem Stein und Holz errichtet.

Wanderungen und saisonale Unterschiede

Wanderungen sind im Wegenetz des Naturparks Mont Avic zu jeder Jahreszeit möglich, doch die Bedingungen unterscheiden sich je nach Weg und Saison. Von November bis Mai sind viele Wege gewöhnlich weitgehend verschneit und nur für erfahrene Personen mit geeigneter Ausrüstung begehbar. Prüfen Sie vor einer Tour die Bedingungen und planen Sie die Jahreszeit entsprechend ein. So lässt sich die Wahl der Wanderung an die tatsächlich passende Saison knüpfen, statt unterschiedliche Wege und Bedingungen als gleichwertig zu behandeln.

Ein Wanderweg führt durch verschiedene Waldtypen, zu den ländlichen Dörfern Boden und Gettaz des Allemands, über die Weiden von Pana und zum gleichnamigen See. Zu den genannten Besonderheiten des Weges gehören geomorphologische Erscheinungen und ländliche Architektur. Hinzu kommen Waldvögel sowie Flora und Fauna der Feuchtgebiete. Die Aussicht reicht zum Monte Rosa und zum Matterhorn. Die Hauptroute des Giroparchi-Wegenetzes verbindet den Naturpark Mont Avic mit dem Nationalpark Gran Paradiso; ein Ausgangspunkt liegt in Chevrère di Champdepraz am Besucherzentrum von Covarey.

Eine andere Perspektive bietet die ländliche Straße von Veulla nach Pont de Leser: Sie kann nach Sonnenuntergang mit einer tragbaren Lampe und einem Audioguide genutzt werden. Fünfzehn durch reflektierende Markierungen erkennbare Haltepunkte vermitteln dabei einen besonderen Blick auf das Schutzgebiet bei Nacht. Diese Möglichkeit unterscheidet sich deutlich von einer Wanderung durch Wälder, Dörfer und Feuchtgebiete und gibt der Reiseplanung einen eigenen zeitlichen Schwerpunkt.

Die Wege, ihre Ziele und die saisonalen Bedingungen bieten dafür unterschiedliche Anhaltspunkte. So können Sie Ihre Übernachtungssuche an dem ausrichten, was Sie in Champdepraz erleben möchten, ohne die einzelnen Ausflüge zu einem festen Programm zusammenfassen zu müssen.

Weitere Reiseziele entdecken: Gressoney-Saint-Jean, Epinel, Roisan, Champoluc, Antey-Saint-André, Châtillon, Grand Brissogne, Pontboset.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Aostatal.

Unterkünfte suchenAnzeige · Bei einer Buchung können wir eine Provision erhalten.