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Oyace lässt sich über sehr unterschiedliche Spuren erschließen: einen achteckigen Turm, Kirchen und Kapellen, Kunst im öffentlichen Raum und Wege durch hoch gelegene Täler. Wer den Ort auswählt, kann Kulturgeschichte und Landschaft als eigene Schwerpunkte betrachten, ohne sie zu einem festen Ausflugsprogramm verbinden zu müssen.

Turm, Kirchen und Kunst in Oyace

La Tornalla ist ein alter achteckiger Turm von Oyace; in Dokumenten wird er ab 1197 erwähnt. Auch am früheren Tor im Ortsteil Le Bouyoz ist Geschichte sichtbar: Neben dem Tor stehen noch die Überreste des steinernen Croce della Peste. Eine andere zeitliche Spur führt zur Kirche San Michele. Sie wurde 1788 anstelle einer früheren Kapelle erbaut, die bereits 1623 belegt war.

Zur Kirche San Michele gehören Fresken von 1914, die der Maler Margotti schuf. Eine Darstellung zeigt die Brotvermehrung mit Christus im Ortsteil Le Ile. Nach einer Restaurierung im Jahr 2018 beherbergt die Kirche außerdem ein kleines Museum für sakrale Kunst. Zu dessen Sammlung zählt eine geschnitzte, stark übermalte Holzstatue des heiligen Michael aus dem 16. Jahrhundert. Baugeschichte, Malerei und Bildhauerei geben so verschiedene Anknüpfungspunkte für einen kulturgeschichtlichen Blick auf Oyace.

Auch Kapellen zeigen, wie unterschiedlich die Ortsgeschichte erzählt wird. Die Kapelle von Chalambé entstand 1784 und wurde 2008 renoviert. Jedes Jahr am Ostermontag führt eine Prozession von der Kirche San Michele dorthin; anschließend folgen eine Messe und eine abschließende Versteigerung. Für die Planung empfiehlt es sich, Datum und Programm vorab zu prüfen.

Die Kapelle Notre-Dame-des-Neiges steht auf den Hochweiden von Verdonaz auf 2.317 Metern Höhe. Sie wurde 1942 aus vor Ort gewonnenen Steinen errichtet. Kalk und Zement wurden von Oyace aus auf Maultieren hinaufgebracht. Die jährliche Feier zu Ehren von Notre-Dame-des-Neiges findet am 5. August statt und umfasst eine Messe sowie ein anschließendes Mittagessen, das die Pro Loco von Oyace organisiert. Wenn Sie diese Termine in einen Aufenthalt einbeziehen möchten, prüfen Sie das Programm für das betreffende Jahr.

Eine weitere kulturelle Spur liegt im Freien: Vom 9. bis 15. August 2022 fertigten Maurizio Bombino, Marcel Diemoz, Salvatore Fernando Di Mauro, Fausto Linty und Dante Marquet in Oyace zehn Skulpturen live an. Die Werke schmücken heute den Spielplatz Le Château und den Weg zur Tornalla. Sie verbinden einen Kunstbezug mit zwei konkreten Orten im Ort.

Wanderwege und Landschaft

Für die Wegwahl lohnt sich ein Blick auf die unterschiedlichen Routenformen. Der Rundweg Tour Tornalla ist gut ausgeschildert und weist keine technischen Schwierigkeiten auf. Wegbedingungen können sich saisonal ändern; prüfen Sie den Zustand vor Ihrem Aufbruch. Ein Abschnitt der Alta Via n. 1 durchquert Oyace und verbindet das 2.783 Meter hohe Colle di Vessona mit dem 2.492 Meter hohen Col Breuson. Der regionale Wanderweg Nr. 105 durchquert das Vallone di Verdona: Er führt über das 2.645 Meter hohe Colle di Saint Barthèlemy hinein und über das 2.494 Meter hohe Col d’Arpeyssaou wieder hinaus. Die genannten Höhen und Streckenverläufe helfen, die Wege auseinanderzuhalten; sie beschreiben nicht denselben Rundgang.

Im Vallone di Vessona prägt eine reiche Tierwelt das Naturgebiet. Dazu gehören Hirsche, Gämsen, Murmeltiere und Adler; einzelne Sichtungen lassen sich nicht voraussetzen. Nordwestlich von Oyace erheben sich die Felsspitzen der Morion-Kette. Ihre Grate bilden die Wasserscheide zum Tal von Ollomont. Am Ponte della Betenda ist außerdem die Geologie unmittelbar mit der Landschaft verbunden: Die Schlucht ist 54 Meter tief und wurde durch das Wasser des Flusses Buthier in Gneis geformt.

Auch am Rand des Gebiets Marais Vivier hat eine Fischereitradition ihren Platz: Sie wird weiterhin im dortigen Kanal ausgeübt. Zusammen mit den Tälern, Höhenzügen und der Schlucht eröffnet das einen weiteren Blick auf die Natur- und Landschaftsthemen rund um Oyace.

Weitere Reiseziele entdecken: Aymavilles, Donnas, Breuil-Cervinia, Villeneuve, Valpelline, Chef-lieu, Gressan, Fénis Ao.

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