Molfetta verbindet Karstlandschaft, Stadtgeschichte und maritime Themen. Am Pulo stehen Natur und vorgeschichtliche Nutzung im Mittelpunkt; im Centro Antico prägen der Dom und historische Bauwerke den kulturellen Schwerpunkt. Museen ergänzen diese Perspektiven mit Exponaten zur Siedlungsgeschichte und Schifffahrt. So können Sie Ihren Aufenthalt nach den Themen gewichten, die Sie besonders interessieren.
Karstlandschaft und Vorgeschichte am Pulo
Der Pulo ist eine ausgedehnte Karstformation. Sein Umfang beträgt 600 Meter, der maximale Durchmesser 170 Meter und die Tiefe 30 Meter. Im Pulo wachsen mehr als 200 Pflanzenarten, die für die mediterrane Macchie typisch sind. Neben der geologischen Form gehört damit auch die Pflanzenwelt zu den prägenden Naturthemen Molfettas.
Die Geschichte des Ortes reicht weit zurück: Neolithische Gemeinschaften nutzten den Pulo bereits vor 7.000 Jahren; Besiedlung beziehungsweise Nutzung setzte sich kontinuierlich bis in die Bronzezeit fort. Im Museo Civico Archeologico del Pulo greifen die Ausstellungen beide Seiten auf. Im Erdgeschoss erläutern Schautafeln die Geomorphologie sowie Flora und Fauna des Pulo. Das Obergeschoss ist vollständig der prähistorischen menschlichen Besiedlung des Fundortes gewidmet. So lässt sich die Landschaft mit ihrer langen Nutzungsgeschichte zusammendenken.
Für den Pulo ist der Zugang nach Reservierung vorgesehen; prüfen Sie die Modalitäten vor Ihrem Besuch erneut.
Dom, Centro Antico und historische Sammlungen
Das mittelalterliche Centro Antico liegt auf der Halbinsel Sant’Andrea, die nach der alten Kirche Sant’Andrea benannt ist. Diese Kirche wird erstmals 1126 in notariellen Urkunden erwähnt. Im Viertel steht auch der Duomo: Er wurde zwischen dem 12. und 13. Jahrhundert im apulischen romanischen Stil errichtet und ist dem heiligen Corrado von Bayern geweiht. Drei Kuppeln sind auf einer Achse angeordnet; zu den zwei Türmen gehört ein Aussichtsturm mit Blick zum Meer.
Ein weiterer Zugang zur Geschichte der Stadt führt zum Ospedale dei Crociati aus dem 11. Jahrhundert. Es diente in Molfetta als Rast- und Pflegeort für Pilger und lag nahe den antiken Anlandeplätzen Cala San Giacomo und Cala dei Pali. Das Gebäude lässt sich so in die Geschichte des Pilgerwesens einordnen, während der Dom und das Centro Antico andere Seiten der mittelalterlichen Stadt zeigen.
Die Sammlungen der Museen setzen unterschiedliche Akzente. Eine Abteilung des Museo del Mare zeigt Fischernetze aus der Adria, Navigationsinstrumente und historische Rekonstruktionen mittelalterlicher Anlandeplätze sowie des Hafens aus dem 19. Jahrhundert. Im Museo Diocesano umfasst die archäologische Abteilung neolithische und vorrömische Fundstücke, die größtenteils aus der prähistorischen Siedlung des Pulo stammen. Die Biblioteca del Seminario Vescovile im selben Museum bewahrt Manuskripte, Inkunabeln, Bücher aus dem 16. Jahrhundert und gedruckte Texte aus dem 17. und 18. Jahrhundert auf. Damit stehen maritime Geschichte, archäologische Funde und historische Schriftbestände als verschiedene Zugänge nebeneinander.
Die Sala dei Templari dient seit Jahren als Ausstellungssaal für Wechselausstellungen. Wenn Sie einen Besuch dort einplanen, prüfen Sie vorab die aktuellen Ausstellungstermine.
Zu Fuß: Altstadt, Aussicht und Hafen
Über den Vico Muro gelangen Sie zu einem Aussichtsspaziergang auf den alten Mauern des Centro Antico. Eine weitere Perspektive bietet der Torrione Passari: Von seiner Spitze reicht der Blick rundum, über 360 Grad. Diese beiden Aussichtspunkte ergänzen den Rundgang durch die historische Stadt um unterschiedliche Blicke auf Molfetta.
Ein Spaziergang am Hafen führt an zahlreichen Fischerbooten und Werften vorbei und vermittelt den maritimen Charakter der Stadt. Wer eine Wanderung in die Planung einbezieht, kann diesen städtischen Spaziergang von einer Route mit anderem Zuschnitt unterscheiden: Eine Ankündigung von 2015 stellte den Via-Francigena-Weg „Cammino tra mare e pietra bianca“ als Route durch Molfetta vor, die Küsten- und Stadtwanderungen verbindet. Prüfen Sie für die heutige Tourenplanung die aktuellen Angaben zu diesem Weg.
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