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Wer Gambulaga als Reiseziel auswählt, findet einen klaren kulturellen Schwerpunkt: die Delizia Estense del Verginese, eine ehemalige Vergnügungsresidenz der Familie d’Este und anerkannte UNESCO-Welterbestätte. Dazu treten ein rekonstruierter historischer Garten, ein archäologisches Museum, das einen Fund vom Gut S. Caterina neben der Delizia präsentiert, und die Kirche Chiesa di San Giorgio. Für die Planung lassen sich verschiedene Interessen unterscheiden: Residenz und Garten, Archäologie und Kirchenbau.

Delizia Estense und Brolo

Die Delizia Estense del Verginese wurde 1550 erbaut und war eine Vergnügungsresidenz der Familie d’Este; sie ist als UNESCO-Welterbestätte anerkannt. Das mit Zinnen geschmückte Schlösschen ist vom Garten Brolo umgeben. Die frühere Nutzung als Residenz und der umgebende Garten eröffnen zwei verschiedene Zugänge zu diesem Kulturerbe: den Blick auf den Bau und auf die gestaltete Anlage.

Der Brolo ist ein rekonstruierter historischer Obst- und Gemüsegarten, der auf Grundlage sorgfältiger, dokumentierter Untersuchungen angelegt wurde. Ein Spaziergang führt an Rosenbeeten, aromatischen Pflanzen, blühenden Wiesen und alten Obstsorten vorbei, die von der Vite Maritata eingefasst werden. Historische Rekonstruktion und Rundgang ergänzen sich hier: Zur Einordnung des Gartens kommt die konkrete Vielfalt seiner Pflanzbereiche. Am Ende des Brolo steht die Torre colombaia. Sie diente als „Postamt“ für Brieftauben, die dort lebten und sich fortpflanzten.

Die Delizia ist für Besucher mit Behinderungen zugänglich und verfügt über ausgestattete Toiletten.

Kirche und Archäologie

Die heutige Chiesa di San Giorgio in Gambulaga entstand zwischen 1767 und 1777 nach einem Entwurf des ferraresischen Architekten Antonio Foschini. Ihre Form hat die Gestalt eines Schiffs: Die Apsis bildet den Bug, die Fassade das Heck. Damit setzt die Kirchenarchitektur einen eigenen Akzent neben den Bau- und Gartenthemen der Delizia. Das Museo Archeologico: Il Sepolcreto dei Fadieni präsentiert den archäologischen Fund, der im Herbst 2002 auf dem Gut S. Caterina neben der Delizia gemacht wurde. So kommen unterschiedliche historische Zeitpunkte zusammen: der Kirchenbau von 1767 bis 1777 und die Entdeckung des Fundes im Herbst 2002. Zur Ortsgeschichte Gambulagas gehört auch eine ehemalige Burg, die ein Lehen der Familie Adelardi Marchesella war.

Gambulaga mit dem Rad

Eine lokale Fahrradtour führt vom Castello del Verginese in Richtung Gambulaga. Sie setzt gegenüber den Kulturstätten einen anderen Planungsschwerpunkt: Nicht ein einzelnes Gebäude oder der Garten steht im Vordergrund, sondern die Orientierung an einer Radroute. Die Tour nennt mit dem Castello del Verginese einen Ausgangspunkt und mit Gambulaga eine Richtung. Das unterscheidet sie von den ortsbezogenen Themen der Delizia, des Brolo und der Kirche: Hier zählt eine Fahrradtour als eigener Reisebaustein.

Weitere Reiseziele entdecken: Cona, Copparo, Stellata, Bondeno, Malborghetto di Boara, Quartesana, Dogato, Monestirolo.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Ferrara.

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