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Pomposa lässt sich über die Abtei, die Kirche Santa Maria di Pomposa und das Museum Pomposiano als Kulturziel erschließen. Die Themen reichen von Bauformen und mittelalterlicher Kunst bis zu Musikgeschichte und der Landschaft, in der die frühe Siedlung entstand. Wer einen Besuch plant, kann so entscheiden, ob Architektur, Sammlungen oder die geistliche Geschichte den eigenen Schwerpunkt bilden. Die Abtei liegt an der Küstenstraße Via Romea, die im Mittelalter von Pilgern auf dem Weg nach Rom genutzt wurde. Dieser Bezug verknüpft Pomposa mit der Geschichte mittelalterlicher Pilgerreisen.

Kirche und Baugeschichte

Die Kirche Santa Maria di Pomposa besitzt einen Basilikagrundriss mit drei Schiffen und einer polygonalen Apsis. Drei Schiffe gliedern den Kirchenraum, die polygonale Form kennzeichnet den Apsisabschluss: So lassen sich Grundriss und Abschluss getrennt betrachten, statt die Architektur nur als einen Gesamteindruck wahrzunehmen. Die Apsisausmalung schuf Vitale da Bologna im 14. Jahrhundert. Der Bau des Glockenturms begann dagegen bereits 1063 unter dem Baumeister Deusdedit. Die beiden Zeitangaben setzen unterschiedliche Elemente der Anlage in ihren eigenen kunst- und baugeschichtlichen Rahmen.

Abtei, Landschaft und Pilgerweg

Als die Benediktinermönche dort im 6. bis 7. Jahrhundert eine Siedlung gründeten, war die bewaldete Insula Pomposiana eine von Armen des Po umgebene und vom Meer geschützte Insel. Diese Landschaft gehört zur frühen Siedlungsgeschichte Pomposas. Im Mittelalter war die Abtei ein führendes kulturelles und geistliches Zentrum. Ein anderer Blickwinkel auf diese Zeit führt zur Via Romea: Pilger nutzten die Küstenstraße auf ihrem Weg nach Rom. Damit verbindet Pomposa seine frühe Siedlungsgeschichte mit einem konkreten Bezug zur mittelalterlichen Pilgerbewegung.

Musikgeschichte und Rechtsprechung

Ein eigener Zugang zur Kulturgeschichte führt über den Mönch Guido d’Arezzo. In der Abtei entwickelte er die moderne musikalische Notation und führte das Tetragramm sowie die Notennamen ein; damit veränderte er die geistliche Musik grundlegend. Das Tetragramm ist ein Notensystem mit vier Linien. Dieser Beitrag zur Musikgeschichte ergänzt die Baukunst und das geistliche Erbe um eine eigene Facette. Eine andere Aufgabe der Abtei zeigt sich im Palazzo della Ragione, wo die Äbte Rechtsprechung ausübten.

Das Museum Pomposiano

Das Museum Pomposiano ist im ehemaligen Schlafsaal der Abtei untergebracht. Es bewahrt Objekte aus der Kirche, dem Abteikomplex und der Umgebung von Pomposa. Die Sammlung wird in einem chronologischen Überblick vom 6. bis zum 19. Jahrhundert präsentiert. So stehen bei der Betrachtung zwei Aspekte nebeneinander: die zeitliche Spannweite der Sammlung und die unterschiedlichen Herkunftsbereiche ihrer Objekte. Diese reichen vom Kirchenraum über den Abteikomplex bis in die Umgebung von Pomposa.

Besuchszeiten

Als Öffnungszeiten für die Abtei und das Museum Pomposiano sind Dienstag bis Sonntag von 08:30 bis 19:30 Uhr angegeben; die Kasse schließt um 18:45 Uhr. Prüfen Sie die Zeiten vor der Anreise.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Codigoro.

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