Zocca verbindet Kastanienkultur, historische Architektur und Wege durch unterschiedliche Landschaften. Im Ortszentrum stehen zwei ganz verschiedene Motive: die Pfarrkirche Chiesa parrocchiale del Sacro Cuore di Gesù mit ihrer prächtigen neoromanischen Fassade und ein Aussichtspunkt mit weitem Panoramablick. Kultur und Landschaft begegnen Ihnen hier in konkreten Bauwerken und Ausblicken statt in einer einzigen Sehenswürdigkeit.
Kastanienkultur und Borlengo
Das Museo del Castagno e del Borlengo befindet sich im Erdgeschoss des ehemaligen Ospitale di San Giacomo di Zocca. Drei Räume stellen die Geschichte der Kastanie und der mit ihr verbundenen Bergkultur anhand von Werkzeugen und alten Bräuchen dar. Wer sich für das Leben und die Arbeit rund um die Kastanie interessiert, findet hier sowohl Gegenstände als auch überlieferte Praktiken als Zugang zum Thema.
Das Museo-Laboratorio del Borlengo setzt einen anderen Schwerpunkt: Ein Ausstellungsbereich zeigt alte Borlengo-Pfannen und Gegenstände der bäuerlichen Kultur; in einem Labor wird die Zubereitung des Borlengo vermittelt. Ausstellung und Zubereitungswissen ergänzen sich, ohne dass die beiden Themen Kastanie und Borlengo dasselbe erzählen.
Auch der Außenrundgang des Museums greift die Kastanienthematik auf. Er führt durch die Kastanienhaine am Monte San Giacomo und umfasst 13 Stationen mit Informationstafeln. Diese behandeln den Kastanienanbau, die Pflege des Bestands und die Entwicklungsphasen des Obstgartens. Während die Museumsräume Werkzeuge und Bräuche in den Mittelpunkt stellen, geben die Stationen draußen Einblick in Anbau und Bestandspflege.
Kirchen, Ortsbilder und historische Spuren
Montecorone besitzt einen mittelalterlichen Ortsgrundriss mit Steingebäuden, Sandsteinportalen und Fenstern mit Spitzbogen. In Montecorone befindet sich außerdem das Oratorio di San Rocco aus dem 17. Jahrhundert. So stehen die Form des Ortes und ein einzelnes datiertes Bauwerk nebeneinander: Die Gassenstruktur erzählt eine andere Art von Geschichte als das Oratorio.
Rosola ist ein gut erhaltenes Dorf, das sich um einen Turm aus dem 13. Jahrhundert gruppiert. Der Turm gilt als Zeugnis der ehemaligen Burg. Auch die frühere Burganlage hat eine heutige kommunale Nutzung: Sie wurde zu einem öffentlichen Park umgestaltet. Dorf, Turm und Park bewahren damit unterschiedliche Hinweise auf die frühere Burgstelle.
Das Santuario della Verucchia wird bereits im 15. Jahrhundert erwähnt. Im Heiligtum befindet sich eine Tafel mit der Darstellung der Madonna mit dem Kind. Bei Montetortore wiederum prägen imposante Ruinen einer Burg aus dem 12. Jahrhundert das Bild des historischen Ortes, der zwischen den Provinzen Modena und Bologna liegt. Die beiden Beispiele unterscheiden sich sowohl durch ihre überlieferten Zeitangaben als auch durch das, was heute vor Ort beschrieben ist: ein sakrales Bildwerk hier, eine Burgruine dort.
Wege und Landschaft
Der geschützte Parco Regionale dei Sassi di Rocca Malatina erstreckt sich über 2.300 Hektar zwischen Guiglia, Marano sul Panaro und Zocca. Im Gebiet des Parks verläuft der Itinerario 400/2 als Rundweg. Seine Landschaftsmerkmale sind klar benannt: weite Ausblicke auf den Apenninenkamm und, an seiner Nordseite, ein dichter Kastanienwald.
Der Percorso 370 bietet eine andere Orientierung für die Routenwahl: Er beginnt und endet in Zocca und führt über Zocchetta, Montombraro, Ponte Bignami, Santa Croce, San Giacomo und Via Mavore zurück. Für den Itinerario 400/2 sind Parkgebiet, Ausblicke und Wald als Kennzeichen beschrieben; beim Percorso 370 steht die Rundstrecke mit ihren Stationen im Vordergrund.
Über die einzelnen Rundwege hinaus gibt es in Zocca ein dichtes Wegenetz zum Wandern, Mountainbiken und Reiten. Die Wege führen durch Dörfer, an Burgruinen vorbei und zu sehenswerten Kirchen. Damit reicht das Angebot von einer benannten Rundstrecke bis zu einem Netz mit mehreren Aktivitätsformen. Wenn Sie Ihre Ausflüge auswählen, können Sie sich an den konkret beschriebenen Unterschieden orientieren: an den Ausblicken und dem Kastanienwald des Itinerario 400/2 oder am Verlauf des Percorso 370 über seine aufgeführten Orte.
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