Brescello verbindet die Drehorte der Don-Camillo-Filme mit einer Landschaft am Zusammenfluss von Enza und Po. Im Mittelpunkt stehen das historische Ortszentrum und drei örtliche Museen; dazu kommen römische Funde, eine Kirche mit einer Orgel aus dem 18. Jahrhundert und eine regionale Weihnachtsspezialität. So lässt sich der Aufenthalt nach den eigenen Interessen ausrichten: etwa mit einem Schwerpunkt auf Filmgeschichte, Archäologie oder der Flusslandschaft.
Filmgeschichte im Ortszentrum und in den Museen
Der offizielle Besuchsweg „Brescello-PERCORSO DI VISITA“ beginnt an den Drehorten im historischen Ortszentrum und endet in drei Museen: „Peppone e Don Camillo“, „Brescello e Guareschi, il territorio e il cinema“ und dem römischen Archäologischen Museum „Albino Umiltà“. Wer sich besonders für die Filme interessiert, findet entlang dieser Abfolge sowohl die Ortskulisse als auch Ausstellungsstücke und Erinnerungen an die Dreharbeiten. Für den Besuch lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Bedingungen des offiziellen Rundgangs.
Das Museum „Peppone e Don Camillo“ wurde am 16. April 1989 durch das Engagement ehrenamtlicher Filmbegeisterter aus Brescello eröffnet. Zu seiner Sammlung gehören originale Filmplakate, Schwarz-Weiß-Fotografien und Gegenstände von den Filmsets. Außerhalb des Museums kann man außerdem den Panzer sehen, der in einer Szene des dritten Films erscheint. Diese Stationen bieten unterschiedliche Einblicke: Die Fotografien und Plakate erzählen von den Filmen, während die Gegenstände den Bezug zu den Dreharbeiten herstellen.
Das Museum „Brescello e Guareschi, il territorio e il cinema“ wurde am 21. Juni 2009 im ehemaligen Casa della Musica eröffnet. Im ersten Obergeschoss befindet sich die Rekonstruktion eines Filmsets aus den Filmen über Don Camillo und Peppone, ergänzt durch Fotografien von den Dreharbeiten. Das Obergeschoss erinnert außerdem an das bäuerliche Leben der 1950er-Jahre und an die große Überschwemmung von 1951. Damit treffen Filmgeschichte und Erinnerungen an das Leben und die Geschichte der Gegend in einem Museum aufeinander.
Archäologie und Baugeschichte
Eine andere Zeitebene erschließt das Archäologische Museum „Albino Umiltà“. Es sammelt Funde, die seit dem Ende des 19. Jahrhunderts in Brescello entdeckt wurden, und umfasst die Rekonstruktion einer typischen römischen Domus mit Mosaikböden. Wer den Besuch der Filmmuseen mit archäologischen Themen verbinden möchte, findet hier einen eigenständigen Schwerpunkt: Statt Filmsets stehen römische Wohnkultur und Funde aus dem Ort im Mittelpunkt.
Auch die Pfarrkirche Santa Maria Nascente e San Genesio besitzt ein besonderes historisches Detail: ihre noch funktionierende Orgel aus dem Jahr 1767 mit fünf Teilwerken und 33 Pfeifen. Da sich der Funktionszustand ändern kann, empfiehlt es sich, ihn vor einem Besuch zu bestätigen.
Po-Landschaft und saisonale Aktivitäten
Brescello liegt am Zusammenfluss von Enza und Po. Im Frühjahr und Sommer kann man bei Brescello auf den Deichen der Flussaue spazieren gehen. Ebenfalls in diesen Jahreszeiten sind Bootsausflüge auf dem Po möglich. Spaziergänge auf den Deichen und Fahrten auf dem Fluss sind damit zwei unterschiedliche saisonale Möglichkeiten, Zeit im Freien einzuplanen. Bei den Bootsausflügen können Anbieter und Fahrpläne variieren; prüfen Sie deshalb die konkrete Fahrt, bevor Sie sie in Ihre Planung aufnehmen.
Spongata und lokale Überlieferung
Zur lokalen Esskultur gehört die Spongata, ein weihnachtlicher Kuchen. Eine Überlieferung vermutet ihren Ursprung in Brescello und erzählt, sie sei 1480 im örtlichen Benediktinerkloster entstanden. Das Rezept wurde lange von Familien aus Brescello bewahrt und von Generation zu Generation weitergegeben. Die Geschichte des Kuchens ergänzt die Museums- und Landschaftsthemen um eine familiär überlieferte Tradition; die frühe Entstehung bleibt dabei eine lokale Erzählung, keine gesicherte historische Angabe.
Weitere Reiseziele entdecken: Poviglio, Ligonchio, Cavriago, Bosco, Correggio, Bagnolo In Piano, Casina, Massenzatico.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Reggio Emilia.