In Campegine reichen die Spuren von prähistorischen Siedlungen bis zum römischen Aquädukt und zu historischen Hofanlagen. Einen anderen Blick auf den Ort eröffnet das Naturschutzgebiet Fontanili di Corte Valle Re: Hier stehen natürliche Quellen, begehbare Wege und Wasservögel im Mittelpunkt. So finden Kulturgeschichte und Naturbeobachtung jeweils eigene Anknüpfungspunkte für einen Aufenthalt.
Römisches Aquädukt und frühe Siedlungsspuren
Das römische Aquädukt stammt aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. und verlief über eine Strecke von 15 Kilometern. Es leitete Trinkwasser aus den Quellen von Gruma westlich des Gebiets von Campegine zum bedeutenden römischen Militärlager Brixellum am rechten Ufer des Po. Seine Geschichte verbindet damit den Ursprung des Wassers, eine weitreichende Leitung und die Versorgung eines Militärlagers. In der Ortslage Campi Rossi wurde ein kurzer Abschnitt des Aquädukts freigelegt. Neben diesem römischen Zeugnis bewahrt Campegine auch Spuren prähistorischer Siedlungen; die Geschichte der Besiedlung reicht somit weiter zurück als die Wasserleitung.
Historische Höfe, Befestigungen und Grana
Die Corte del Gualtirolo gilt als erste organisierte und strategische Siedlung in der alten Geschichte des Gebiets von Campegine. In Urkunden aus dem 12. und 13. Jahrhundert erscheint sie als „Castrum Gualterii“. Die frühere befestigte Anlage umfasste eine Burg mit Böschungen, Gräben und Zugbrücken sowie eine Kirche, die Santa Maria della Neve geweiht war. Auch mit der Geschichte des Grana-Käses ist die Corte verbunden: Sie war einer der Ursprungsorte des Käses.
Eine weitere historische Baufolge findet sich in Campegine: Die den Heiligen Petrus und Paulus geweihte Kirche wurde auf den Ruinen der Burg San Pietro errichtet. An der Corte del Gualtirolo und an dieser Kirche zeigt sich, wie unterschiedliche Orte der Gemeinde mit früheren Siedlungen und Befestigungen verbunden sind.
Corte Valle Re: Hofgeschichte und Naturschutzgebiet
Der architektonische Komplex Corte Valle Re wurde auf den Ruinen der mittelalterlichen Burg Montanara an natürlichen Quellen errichtet. Die Region Emilia-Romagna erklärte diese Quellen 1992 zum Naturschutzgebiet. Corte Valle Re war außerdem das Zentrum einer Siedlung mit Bauernhäusern, einer Mühle und einer Käserei. Burg, Hof und Siedlungsgeschichte geben dem Ort einen anderen historischen Schwerpunkt als die Wasserleitung oder die befestigte Corte del Gualtirolo.
Der Zugang zum Naturschutzgebiet Fontanili di Corte Valle Re ist frei, sofern die im gesamten Schutzgebiet geltenden Verhaltensregeln eingehalten werden. Geführte Besichtigungen sind auf Anfrage möglich; wer eine Führung plant, sollte die Anfrage vorab stellen. Die begehbaren Wege im Gebiet sind vollständig eben. Damit ist eine konkrete Eigenschaft für die Planung des Wegverlaufs benannt.
Zu den Wasservögeln im Schutzgebiet zählen die Stockente (Anas platyrhynchos), das Teichhuhn (Gallinula chloropus) und die Zwergdommel (Ixobrychus minutus). Während der Zugzeiten kommen Reiher und weitere Entenarten hinzu. Diese Beobachtungen geben dem Aufenthalt in Fontanili di Corte Valle Re einen naturkundlichen Schwerpunkt, der sich von der Geschichte der historischen Höfe unterscheidet.
Anfahrt zum Schutzgebiet
Vom Ortszentrum Campegine erreichen Sie den Parkplatz des Naturschutzgebiets über die Via F. Cavatorti. Nach der Autobahnüberführung zweigt eine Seitenstraße nach links ab. Die Mautstelle Terre di Canossa-Campegine ermöglicht die Zufahrt von der A1.
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