Venzone vereint einen Verteidigungsring, ein Museum zur Geschichte des Erdbebens von 1976 und Wege, auf denen Sie den Ort zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden können.
Ein Verteidigungsring mit klarer Struktur
Der Verteidigungsring von Venzone hat einen Umfang von etwa 1.300 Metern. Er umschließt den Ort in einem unregelmäßigen Sechseck mit vierzehn inneren Insulae; sechzehn Türme ergänzen die Befestigung. Vier Tore liegen an den Himmelsrichtungen und ermöglichen den Zugang zur Zitadelle. Umfang, Binnenstruktur und Zugänge beschreiben so gemeinsam den Aufbau des Verteidigungssystems.
Der Ursprung des Verteidigungsrings reicht ins 13. Jahrhundert zurück. Das heutige Verteidigungssystem ist trotz weitgehender Rekonstruktion bis heute das einzige im Gebiet erhalten gebliebene Beispiel seiner Art. Am nördlichen Portal des Doms von Venzone wirkte 1308 der Bildhauer Meister Giovanni – ein präziser Bezugspunkt für alle, die neben der Befestigung auch die Baugeschichte des Doms beachten.
Museum, Dom und Wiederaufbau
Im Palazzo Orgnani Martina in Venzone ist Tiere Motus untergebracht. Das 2009 eröffnete Museum erzählt anhand von Fotografien, Videos und Dokumenten die Geschichte des Erdbebens von 1976 und des Wiederaufbaus von Friaul. Eine virtuelle Rekonstruktion des Doms wurde nach der ursprünglichen Gebäudestruktur erstellt; die von den Einstürzen betroffenen architektonischen Teile wurden nahezu Stein für Stein als 3D-Grafik modelliert.
Bei der Rekonstruktion Venzones wurde der ursprüngliche städtebauliche Grundriss bewahrt. Häuser und Denkmäler wurden unter Wiederherstellung des alten Erscheinungsbilds wiedererrichtet; die Steine wurden einzeln katalogisiert, neuere Strukturen nicht rekonstruiert. In der Krypta der Friedhofskapelle von S. Michele befinden sich fünf mumifizierte Körper aus dem Zeitraum von 1348 bis 1881.
Wanderwege und Radroute
Der „Sentiero Natura delle chiesette di Venzone“ ist eine leichte Wanderung in unmittelbarer Nähe des historischen Zentrums. Er bietet Ausblicke auf die umliegenden Berge und den Fluss Tagliamento. Der Rundweg „Anello di Pioverno“ beginnt ebenfalls in Venzone; nach der Überquerung einer Brücke folgt er dem Flussufer und führt durch kühle, schattige Wälder.
Die beiden Wege setzen unterschiedliche Schwerpunkte: Beim Sentiero Natura stehen die Ausblicke auf Berge und Tagliamento im Vordergrund, beim Anello Ufer und schattige Wälder. Fürs Radfahren beginnt die Etappe der Alpe-Adria-FVG-1-Route zwischen Venzone und Udine in Venzone und führt südwärts in Richtung Gemona del Friuli.
Anreise und Anschlüsse
Der Bahnhof Venzone ist einer der Bahnhöfe, von denen aus verschiedene Orte mit Linienbussen weiter erreicht werden. Direkt am Bahnhof hält außerdem der Zug-plus-Fahrrad-Service der Route C102. Prüfen Sie vor der Reise die passenden Verbindungen.
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