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Der frühchristliche Basilikenkomplex macht Cimitile zu einem Ziel für Reisende, die Sakralarchitektur und historische Kunst verbinden möchten. Er bewahrt Mosaike, Malereien und skulpturale Ausstattung. Sieben Sakralbauten entstanden ab dem 4. Jahrhundert rund um das Grab des heiligen Felice. Die einzelnen Gebäude setzen unterschiedliche historische Akzente und bieten Gelegenheit, Baugeschichte und Kunstformen miteinander zu vergleichen.

Sieben Sakralbauten und die Geschichte des Heiligtums

Das Heiligtum entwickelte sich um das Grab des heiligen Felice. Unter Paolino von Nola wurde es zu einem Ziel ununterbrochener Pilgerfahrten, die auch nach einer schweren Überschwemmung zu Beginn des 6. Jahrhunderts fortgesetzt wurden. Die Basilica di S. Tommaso gehört in die Zeit nach dieser Überschwemmung: Sie wurde für funeräre Zwecke errichtet. So lässt sich die frühe Entstehung des Heiligtums von den späteren baulichen und künstlerischen Spuren unterscheiden.

In der Basilica di S. Felice befindet sich das Grab des Heiligen unter dem Altar; es wurde 1956 freigelegt. Zur Ausstattung gehört außerdem eine Grabädikula aus dem frühen 6. Jahrhundert. Goldgrundmosaike und eine Inschrift in großen Buchstaben schmücken das Bauwerk. In der Basilica di S. Stefano sind ein Teil der ursprünglichen Apsis und Reste des Vorbaus erhalten, der sie mit der Basilica Nova verband. Auch die dreiteilige Apsis der Basilica Nova gehört zur Baugeschichte des Ensembles: Sie wurde in die spätere Kirche San Giovanni integriert.

Fresken aus mehreren Jahrhunderten

Die Malereien verteilen sich auf unterschiedliche Bauten und Zeitabschnitte. In der Basilica di S. Stefano liegen Freskenschichten aus dem 6. sowie dem 12. bis 13. Jahrhundert übereinander. Die Basilica di S. Tommaso bewahrt Malereien aus drei Kampagnen: aus dem 14. Jahrhundert, der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts und dem späten 19. Jahrhundert. Die Datierungen machen den zeitlichen Abstand zwischen den erhaltenen Ausstattungen besonders deutlich.

Ein weiteres Beispiel bietet die Cappella dei Ss. Martiri. Sie entstand zwischen dem späten 9. und frühen 10. Jahrhundert durch die Umgestaltung eines Grabmausoleums aus dem 3. Jahrhundert. Ihre Malereien mit alttestamentlichen Motiven gelten als erste Beispiele christlicher Kunst außerhalb Roms. Der Arco Santo bewahrt ebenfalls zwei übereinanderliegende Freskenschichten; diejenige aus dem 14. Jahrhundert ist in drei Bildfelder gegliedert. In der Basilica di Santa Maria degli Angeli blieb nach den Abrissen von 1934 nur ein Teil der Kapelle erhalten. Dort befindet sich ein Fresko der Jungfrau Maria mit dem Kind zwischen zwei Engeln.

Auch die Basilica di San Calionio verbindet eine ältere bauliche Form mit späteren Spuren: Sie entstand in der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts durch die Umgestaltung eines Grabmausoleums. In ihr ist ein gemaltes Velarium erhalten, das mit Restaurierungsarbeiten verbunden ist, die Bischof Leone III. veranlasste.

Funde im Antiquarium und Zeit für die Besichtigung

Das Antiquarium di Cimitile zeigt römische, frühchristliche, mittelalterliche und nachmittelalterliche Funde, die die Entstehung des Heiligtums veranschaulichen. Dazu gehört ein Marmorsarkophag aus dem 3. Jahrhundert mit einer Darstellung des Mythos von Endymion. Seine mythologische Bildwelt bietet einen anderen thematischen Akzent als die sakrale Ausstattung der Basiliken.

Für die Planung wichtig: Geführte Besichtigungen des Basilikenkomplexes dauern mindestens etwa zwei Stunden. Prüfen Sie die Dauer vor der Buchung direkt beim Standort, damit Sie für die Führung genügend Zeit einplanen können. Wenn Sie Cimitile wegen seiner Kunstgeschichte wählen, können Sie so neben den einzelnen Bauwerken auch das Antiquarium in Ihre Überlegungen einbeziehen.

Weitere Reiseziele entdecken: Villaricca, Torre Annunziata, Volla, Nola, Arzano, Lettere, Boscotrecase, Mugnano Di Napoli.

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