Ein sandiger Küstenabschnitt, der Lago Patria und die Geschichte Liternums geben Giugliano in Campania mehrere unterscheidbare Themen für einen Aufenthalt. Bei der Wahl einer Übernachtungsbasis hilft die Frage, ob Sie vor allem Landschaft, archäologische Vergangenheit oder lokale Tradition in den Mittelpunkt stellen möchten. Die Auswahl reicht von einem Küstenstreifen mit klar benannten Endpunkten bis zu einem Ritual der Pfingstwoche.
Küste und Lago Patria
Der niedrige, sandige Küstenabschnitt am Domitianischen Küstenstreifen erstreckt sich über mehr als 3 km von Marina di Varcaturo bis Lido di Licola. Am Lago di Patria zeigt sich eine andere Landschaftsform: Der nichtvulkanische Restsee entstand, als sandige Dünen ihn auf der Meerseite schlossen; er liegt hinter einem Dünenwall. Am Ufer kann man zwischen Schilf und Wiesen spazieren. So stehen der lange sandige Küstenabschnitt und der durch Dünen geprägte See für zwei verschiedene Landschaftsthemen.
Liternum und seine Baugeschichte
Liternum wurde 194 v. Chr. als maritime Kolonie am linken Ufer des Lago Patria gegründet. Das Amphitheater liegt unmittelbar südlich der antiken Stadt und in deren unmittelbarer Nähe. Es wurde im 2. Jahrhundert v. Chr. geplant und errichtet und im 1. und 2. Jahrhundert n. Chr. mehrfach umgebaut und restauriert. Die Gründung der Kolonie und die spätere Baugeschichte des Amphitheaters eröffnen unterschiedliche zeitliche Perspektiven auf Liternum: Auf die Entstehung der Siedlung folgten über Jahrhunderte Veränderungen an der Anlage.
Die Tomba del Cerbero
Ein eigener Blick auf die römische Vergangenheit führt zur Tomba del Cerbero. Ihren konventionellen Namen trägt sie nach der Darstellung des dreiköpfigen Höllenhundes Cerberus in der Mitte der Eingangswand der Grabkammer. Die Tomba gilt als außergewöhnliches Zeugnis der römischen Bestattungskultur zwischen der späten Republik und der frühen Kaiserzeit. Entdeckt wurde sie während der Verlegung einer Wasserleitung im Gemeindegebiet von Giugliano in Campania. Das Bildmotiv und die Einordnung in diese historische Epoche machen die Grabstätte zu einem anderen Thema als die Stadtgründung oder die Architektur des Amphitheaters.
Santuario und Flug des Engels
Das Santuario Maria Santissima Annunziata, auch Ave Gratia Plena genannt, erhielt im 17. Jahrhundert seinen heutigen Grundriss in Form eines lateinischen Kreuzes und eine reiche barocke Dekoration. Mit dem Santuario verbunden ist der Flug des Engels, eine mehr als 250 Jahre alte Tradition. Das Ritual findet am ersten und letzten Tag der Pfingstwoche auf der Piazza dell’Annunziata vor dem Santuario statt. Jeweils zwei Mädchen fliegen über den Platz und erweisen der Madonna della Pace die Ehre, die auf einem von Ochsen gezogenen Triumphwagen steht. Dazu gehören Gebete und das Aussetzen von Tauben. Wenn Sie Ihre Reise auf den Flug des Engels abstimmen möchten, prüfen Sie vorab die konkreten Festtage.
Torre San Severino und Casacelle
Torre San Severino ist als Benediktinerkonvent belegt, der später in eine Grancia, einen Landwirtschaftshof, umgewandelt wurde. Möglicherweise gehörte die Torre, schon in einer anderen Gestalt, zu einer Reihe von Küstenwachtürmen am phlegräischen Küstenabschnitt. Die Wachtürme dienten der Beobachtung sarazenischer Piraten und dazu, Gefahren oder Hilferufe optisch weiterzumelden.
Casacelle geht auf das alte Bauerndorf Casacella zurück. Es gilt als einziges erhaltenes Zeugnis der zahlreichen kleinen Dörfer, die bis zum Ende des 17. Jahrhunderts im Umland von Giugliano bestanden. Damit reicht die ländliche Geschichte, die sich mit Casacelle verbindet, über die antiken Schauplätze hinaus und ergänzt die unterschiedlichen historischen Themen des Ortes.
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