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Gragnano ist als „Stadt der Pasta“ bekannt. Am Fuß der Monti Lattari gelegen und mit Blick auf das Tyrrhenische Meer, verbindet der Ort kulinarische Identität mit Mühlen und sakraler Kunst. Für die Reiseplanung ergibt sich ein klares Profil: Neben Pasta und ihrer Herstellung gehören auch industrielle Geschichte und Kirchenkunst zu den unterscheidbaren Themen.

Pasta-Tradition und Museen

Die Pasta di Gragnano IGP wird aus Wasser lokaler Quellen und ausgewähltem Hartweizengrieß hergestellt. Zur Geschichte der Pasta gehört auch das tägliche Trocknen an der Luft. Die Via Roma, die Piazza San Leone und die Piazza Matteotti waren historische Schauplätze dieser Praxis. So lässt sich die Tradition nicht nur über Zutaten, sondern auch über bestimmte Orte im Stadtraum verstehen.

Das Museo della Pasta Cuomo zeigt Dokumente der Familie, antike Maschinen zur Pastaherstellung, multimediale Rekonstruktionen sowie virtuelle 3D-Darstellungen des historischen Pastificio Cuomo. In einem Kurs lernen Teilnehmende, die für Gragnano typische Fusilli-Sorte mit dem Ferretto herzustellen. Wenn der Kurs für Ihren Aufenthalt wichtig ist, fragen Sie vorab, ob er zu Ihrem Termin verfügbar ist.

Einen anderen Schwerpunkt hat das Museum von La Fabbrica della Pasta di Gragnano. Es umfasst mehr als 500 einzigartige Exponate, darunter antike Holzpressen, originale Bambusrohre zum Trocknen und Werkzeuge der Pastameister. Im Vergleich dazu rücken im Museo della Pasta Cuomo auch Familiendokumente und multimediale Rekonstruktionen in den Blick; das Museum der Fabbrica ist durch die Vielfalt seiner konkreten Ausstellungsstücke charakterisiert.

Die Valle dei Mulini

Die Valle dei Mulini liegt im Herzen von Gragnano. Entlang des Torrente Vernotico umfasste sie 13 Mühlen aus Ziegeln und Steinen. Sie lagen am alten Weg von Castellammare nach Amalfi. Damit unterscheiden sich die Mühlen von den Museumsbeständen: Hier prägen die Bauten, ihre Materialien und ihre Lage am Bach die historische Einordnung. Die Valle dei Mulini ergänzt die Geschichte der Pasta um eine bauliche Perspektive auf Gragnano.

Kirchen und Baugeschichte

Die Chiesa del Corpus Domini wurde ab 1555 errichtet und 1571 fertiggestellt und geweiht. In der Kirche befindet sich ein mehr als 400 Quadratmeter großes Deckengemälde von Francesco Russo. Baugeschichte und großformatige Malerei geben dem Kirchenbau dabei zwei unterschiedliche historische Anknüpfungspunkte.

Die Chiesa Santa Maria dell’Assunta a Castello ist durch acht Säulen in drei Schiffe gegliedert. Auf ihrem Hauptaltar befindet sich ein Triptychon der neapolitanischen Schule aus dem 16. Jahrhundert mit der Madonna und den Heiligen Petrus und Paulus. Die Aufteilung in Schiffe beschreibt die Architektur, während das Altarbild die religiöse Kunst und ihre dargestellten Figuren in den Mittelpunkt rückt.

Das Castello di Gragnano stammt aus dem 10. Jahrhundert. Seine Datierung reicht mehrere Jahrhunderte weiter zurück als die Baugeschichte der beiden Kirchen. Zusammen zeigen diese Orte unterschiedliche historische Schichten Gragnanos, von der mittelalterlichen Burg über die Kirchen bis zur industriellen und kulinarischen Überlieferung.

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