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San Paolo Bel Sito verbindet archäologische Zeitspuren mit Villen, einem Herzogspalais und einer historischen Pfarrkirche. Die Datierungen reichen von der frühen Bronzezeit bis zur neuzeitlichen Bau- und Kunstgeschichte. Für einen kulturorientierten Aufenthalt bieten sich damit zwei Blickwinkel: die lange Besiedlungsgeschichte des Gebiets und die architektonischen Zeugnisse des Ortes.

Archäologische Spuren von der Bronzezeit bis zur Römerzeit

Funde an den Fundstellen Vigna, Montesano und Campo Stella belegen eine intensive Besiedlung des Gebiets von San Paolo Bel Sito in protohistorischer und römischer Zeit. Zu den Befunden zählen zwei Skelette aus der frühen Bronzezeit. Ihr Tod wird mit dem Ausbruch der sogenannten „Pomici di Avellino“ im 19. bis 18. Jahrhundert v. Chr. in Verbindung gebracht. Eine Siedlung aus der späten Bronzezeit ist in das 11. bis 10. Jahrhundert v. Chr. datiert.

Die weiteren Befunde gehören deutlich späteren Epochen an: Dazu zählen die Überreste eines italischen Tempels aus dem 4. bis 3. Jahrhundert v. Chr. sowie einer römischen Villa aus der späten republikanischen Zeit beziehungsweise der frühen Kaiserzeit. So lassen sich unterschiedliche Phasen der Ortsgeschichte auseinanderhalten, statt die archäologischen Zeugnisse einer einzigen Periode zuzuordnen.

Villen und historische Bauten

Villa Montesano, auch Montesanto genannt, liegt auf einer kleinen Anhöhe knapp außerhalb des bebauten Ortszentrums. Die Villa wird zudem mit einem Aufenthalt Domenico Cimarosas und der Komposition von „Il matrimonio segreto“ dort verbunden. Villa Bellosguardo war einst ein Ferienhaus der Familie Capecelatro; sie soll auf den Überresten einer römischen Villa errichtet worden sein. Von Villa Bellosguardo aus bietet sich ein Blick auf die Ruinen der Burg Cicala.

Das antike Herzogspalais Palazzo Accinni liegt nahe der Piazza Camillo Santorelli. Es wurde wahrscheinlich im 16. Jahrhundert von den Mastrilli errichtet und im 18. Jahrhundert auf Veranlassung von Giacomo Milano umgebaut, dem Fürsten von Ardore, Marquis von San Giorgio und Herzog von Santopaolo. An der Fassade fallen spätbarocke Dekorationselemente auf, die „Falkenflügel“ genannt werden: Sie befinden sich über dem Fenster und an den Balkonen neben dem Portal. Die Ortsgeschichte verbindet hier einen konkreten Platzbezug mit Bauteilen und Verzierungen aus unterschiedlichen Jahrhunderten.

Kirche, Kunst und Ortsgeschichte

Die Pfarrkirche San Paolo I Eremita e Santa Prima Martire stammt aus dem späten 16. bis frühen 17. Jahrhundert. Ihre Ausstattung gehört dem 18. Jahrhundert an und umfasst Altäre aus polychromem Marmor, eine Orgel sowie eine stuckierte und vergoldete Holzkanzel. Auch die Kapelle der Villa Simonelli bewahrt Kunstwerke: Holzstatuen und zwei Fresken aus dem 19. Jahrhundert. Ein weiterer Bezugspunkt ist das Gemälde „San Paolo eremita“ von Nicola Cacciapuoti, das auf 1751 datiert ist und sich in San Paolo Bel Sito befindet.

Ein eigener Blickwinkel auf die Ortsgeschichte ist die Zeit als Ferienziel der neapolitanischen Aristokratie. Vom Ende des 18. Jahrhunderts bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich San Paolo Bel Sito wegen seiner günstigen geografischen Lage und der natürlichen Schönheit der Landschaft zu einem gefragten Ferienort. Diese spätere Geschichte ergänzt die viel älteren archäologischen Zeitstufen und gibt den Villen und historischen Bauten einen weiteren Ortsbezug.

Wenn Sie eine Innenbesichtigung einplanen, klären Sie den Zugang vorab.

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