Dünen- und Pinienlandschaften treffen in Foce Del Sele auf ein bedeutendes Zeugnis antiker Kultur: das Heraion, ein der Göttin Hera geweihtes Heiligtum an der Mündung des Sele. Wer seine Reise plant, kann hier unterschiedliche Schwerpunkte setzen – von der Landschaft des Naturschutzgebiets bis zur Geschichte des Heraion und den Wegen am Heiligtum.
Dünen, Pinien und geschützte Arten
Das Naturschutzgebiet Foce Sele-Tanagro erstreckt sich entlang der Küste und des dahinterliegenden Pinienwaldes in den Gemeinden Capaccio-Paestum und Eboli sowie entlang der Flüsse Sele, Tanagro und Calore. Zu seinem Schutzauftrag gehören seltene und gefährdete Pflanzen- und Tierarten: Das Gebiet umfasst vier besondere Erhaltungsgebiete (ZSC) und zwei besondere Schutzgebiete (ZPS), die zu ihrem Schutz beitragen.
Im Giardino di Hera wird die Verbindung von Landschaft und Heiligtum durch die Pflanzenwelt sichtbar. Der Giardino di Hera verbindet beides mit Pflanzen, die im antiken Heiligtum dokumentiert sind. Dazu gehören Granatapfelbäume, Eichen, Myrte, Lavendel und Rosmarin. Die Auswahl gibt dem Garten einen konkreten Bezug zur überlieferten Pflanzenwelt des Heiligtums.
Das Heraion und seine Metopen
Die Kultbauten des Heraion reichen chronologisch von der Gründung der griechischen Kolonie Poseidonia um 600 v. Chr. bis zur Gründung der latinischen Kolonie im Jahr 273 v. Chr. Eine außergewöhnliche erste Serie skulptierter Metopen wird auf etwa 570 bis 560 v. Chr. datiert. Ein späterer Metopenzyklus des Heraion wird an das Ende des 6. Jahrhunderts v. Chr. datiert und zeigt Paare von Tänzerinnen im ionischen Stil. Die Gegenüberstellung macht zwei zeitlich unterschiedliche Abschnitte der Bau- und Kunstgeschichte des Heiligtums erkennbar; zugleich geben die Tänzerinnen ein konkretes Motiv, auf das sich der Blick bei der Beschäftigung mit den Metopen richten kann.
Das Museo narrante di Hera Argiva arbeitet mit Filmen, dreidimensionalen Rekonstruktionen, Videoinstallationen, Toneffekten und erklärenden Tafeln. Diese unterschiedlichen Medien machen es möglich, sich dem Thema auf mehreren Wegen zu nähern. Am Hera-Heiligtum gibt es außerdem Informationstafeln, taktile Karten und neue Rastbereiche.
Wege und Besuchsplanung
Der Besucherweg „Il tempio al confine – Hera e il paesaggio del Sele“ beim Santuario di Hera an der Mündung des Sele vermittelt den jahrtausendealten Zusammenhang zwischen Heiligtum, Flusslandschaft und der Erinnerung an den Hera-Kult. Er folgt der Biegung des Sele; Holzpfosten und Seile führen entlang der Pfade. So verbindet der Weg die Landschaft am Fluss mit der Geschichte des Heiligtums, ohne dass dafür die archäologischen Themen und der Naturraum zu einer einzigen Besichtigung zusammengefasst werden müssen.
Der am 2. Januar 2026 veröffentlichte Zeitplan nennt Besuche des archäologischen Areals und des Giardino di Hera samstags um 11 Uhr, von Mai bis August um 10 Uhr, sowie sonntags um 15 Uhr, von Mai bis August um 17 Uhr. Die Besuche werden von Freiwilligen des Zivildienstes begleitet, die von den Parks geschult wurden. Der Eintritt in das archäologische Areal und den Garten ist nur nach obligatorischer Reservierung möglich. Er ist im Eintrittspreis der Archäologischen Parks von Paestum und Velia sowie im Paestum&Velia-Abonnement enthalten. Prüfen Sie vor dem Besuch den Zeitplan und die Reservierungsanweisungen.
Eine Mitteilung vom 30. April 2026 kündigte ab dem 3. Mai 2026 sonntags einen kostenlosen Shuttlebus zwischen der archäologischen Stätte von Paestum und dem Santuario di Hera am Sele an; eine Reservierung war obligatorisch. Prüfen Sie vor der Anreise, ob der Fahrplan und die Reservierung für Ihren Reisetag gelten.
Den Aufenthalt passend planen
Interessiert Sie vor allem die Landschaft, bieten Dünen, Piniengürtel und die Flusslandschaft einen anderen thematischen Zugang. Für einen kulturhistorischen Schwerpunkt steht dagegen das Heraion mit seiner Geschichte im Mittelpunkt.
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