In der Gola di Tremonti bei Giungano stürzt vom Rand des Monte Cantenna ein etwa 50 Meter hoher Wasserfall durch Schluchten in ein von üppiger Vegetation umgebenes Tal. Giungano verbindet dieses Landschaftsbild mit historischen Bauten, Wegen und cilentanischer Esskultur: Natur, Ortsgeschichte und kulinarische Tradition setzen unterschiedliche Schwerpunkte für einen Aufenthalt.
Geschichte zwischen Kirchen und Palazzi
Zu den zeitlich ältesten Spuren zählen Funde aus dem Paläolithikum, die im Gebiet von Giungano entdeckt wurden. Am Ortseingang steht der Cimitero Benedettino, der im 12. Jahrhundert zusammen mit einer kleinen Kirche errichtet wurde. Die Gola di Tremonti trägt auch eine historische Erzählung: Nach Plutarchs Darstellung wird sie mit dem letzten Akt des sogenannten Sklavenkriegs zwischen den aufständischen Anhängern des Spartacus und den römischen Truppen des Licinius Crassus im Jahr 71 v. Chr. in Verbindung gebracht.
Die Palazzi verweisen auf unterschiedliche Seiten der Ortsgeschichte. Der Palazzo Ducale war im 17. Jahrhundert der historische Sitz der örtlichen Macht, an dem grundlegende Entscheidungen für das Gebiet getroffen wurden. Beim Palazzo Picilli aus dem 18. Jahrhundert fallen die kunsthistorisch wertvollen Steinportale ins Auge. Der Palazzo Stromilli ist ein historisches Wohngebäude, das ursprüngliche architektonische Elemente bewahrt.
Im Palazzo Aulisio befinden sich sowohl eine alte Ölmühle aus Stein als auch eine Bibliothek mit Texten aus dem 18. Jahrhundert. Die Chiesa della Santa Patrona Maria Assunta aus dem Jahr 1400 besitzt eine Zwiebelkuppel und bewahrt eine alte Statue der Vergine Pestana. Die Chiesa di Sant’Andrea aus dem Jahr 1300 gilt als mittelalterliches Bauwerk. Außerhalb des Siedlungsbereichs der Gemeinde Giungano steht das Convento Benedettino mit einer erhaltenen Mauerumfassung und einer angeschlossenen Kapelle.
Landschaft, Schluchten und Wege
Auf den zahlreichen Wegen am Monte Sottano und Monte Cantenna lassen sich botanische und naturkundliche Routen durch Hänge, Felsstufen, Schluchten, Quellen, Wasserfälle und Höhlen erleben. Auch das Bosco dell’Elci setzt einen eigenen Akzent: Das 30 Hektar große mediterrane Buschland ist überwiegend von Erdbeerbäumen geprägt, die dort als vom Aussterben bedroht gelten.
Die Route Gole di Tremonti beginnt in Giungano und führt am Solofrone entlang zu Überresten alter Mühlen, die einst zur Mehlherstellung genutzt wurden. Der Sentiero dei Tre Monti verläuft zwischen dem unteren Giungano und dem oberen Trentinara durch das Vallone Tremonti, das von Monte Sottano, Serra Tremonti und Rupe Cantenna eingefasst wird. So führt die eine Wegbeschreibung zu historischen Mühlen am Fluss, während die andere die Landschaft des Vallone und seine umgebenden Erhebungen in den Mittelpunkt stellt.
Ein Weg entlang des Flusses und der Felswände bietet natürliche Becken und den Wasserfall des Solofrone; die Wasserstände sind saisonal. Bei der Wanderung zwischen Giungano und Trentinara gehört der Sentiero degli Sposi zum Rückweg. Der Sentiero della Sposa ist als Weg beschrieben, über den Wanderer und Spaziergänger Giungano erreichen. Von höher gelegenen Punkten Giunganos reicht der Ausblick vom Golf von Salerno bis zu den Bergen des cilentanischen Hinterlands.
Feigen und Pizza als lokale Tradition
Die Festa del Fico Bianco del Cilento in Giungano feiert die weiße Feige, die als DOP-Produkt anerkannt ist. Bei der Ausgabe 2025 wurde die Feige in zahlreichen süßen und herzhaften Zubereitungen angeboten. Damit steht bei diesem Fest ein bestimmtes lokales Produkt im Mittelpunkt, während die Festa dell’Antica Pizza Cilentana eine andere kulinarische Tradition aufgreift.
Die 20. Ausgabe der Festa dell’Antica Pizza Cilentana fand vom 6. bis 11. August 2026 im historischen Zentrum von Giungano statt. Bei dieser Ausgabe wurde die Antica Pizza Cilentana nach einem traditionellen Rezept mit rustikalem Teig zubereitet, in Holzöfen historischer Adelshäuser gebacken und mit regionalen Zutaten verfeinert. Dazu gehörten natives Olivenöl extra, wilder Oregano, Tomaten und Käse aus der Region.
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