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Die archäologische Geschichte Pontecagnanos reicht weit vor die römische Stadt Picentia zurück. Die westliche Nekropole belegt eine dauerhafte Besiedlung des Gebiets bereits seit der eneolithischen Zeit. Für die Einordnung des Ortes ist dieser lange zeitliche Bogen wichtig: Nekropolen, Heiligtümer, Siedlungsstrukturen und handwerkliche Produktion gehören zu den Themen des Museo Archeologico Nazionale di Pontecagnano.

Von der frühen Besiedlung bis zu Picentia

Im 6. Jahrhundert v. Chr. hatte die Siedlung bereits städtischen Charakter. Zwei Heiligtümer und eine Befestigung aus Erdwall und Graben gehörten zu ihrer damaligen Anlage. Damit stehen unterschiedliche Aspekte nebeneinander: Die Nekropole belegt die frühe Besiedlung, während Heiligtümer und Befestigung die städtischen Strukturen des 6. Jahrhunderts v. Chr. sichtbar machen.

Ein weiterer historischer Bezugspunkt ist Picentia. Die Römer gründeten die Stadt im Jahr 268 v. Chr.; einige Überreste sind im Parco Archeologico di Pontecagnano sichtbar. Der Park erstreckt sich über 22 Hektar hinter dem modernen Siedlungsgebiet und umfasst die Reste der antiken etruskisch-kampanischen Siedlung.

Nekropolen und Museumsinhalte

Auch die hellenistischen Nekropolen ergänzen das Bild der örtlichen Geschichte. In einer von ihnen wurden in den 1980er-Jahren bemalte hellenistische Gräber entdeckt. Die meisten waren Kammer- oder Kastengräber und wiesen Farbspuren oder ornamentale Dekorationen auf. Diese Bestattungsformen bilden eine eigene Spur neben den Siedlungsstrukturen und Kultorten.

Der Besucherparcours des Museo Archeologico Nazionale di Pontecagnano behandelt die städtebauliche Entwicklung der Stadt, Nekropolen, Heiligtümer und handwerkliche Produktion. Die Themen reichen damit über einzelne Grabfunde hinaus und beziehen mehrere Seiten der antiken Siedlung ein. Wenn Sie die Geschichte Pontecagnanos chronologisch einordnen möchten, lässt sich die frühe Besiedlung der späteren städtischen Entwicklung gegenüberstellen; die bemalten Gräber ergänzen diese Perspektive um Bestattungsformen und Dekoration.

Der archäologische Park und seine heutige Rolle

Ausgrabungen im Parco Archeologico di Pontecagnano brachten einen vollständig freigelegten Straßenblock der römischen Kolonie Picentia zutage. Zu ihm gehören die Hauptstraße, der Decumanus, eine Nebenstraße und Überreste mehrerer Bauphasen. Der Decumanus war die Hauptstraße des Blocks; die Nebenstraße ergänzt das Bild des ausgegrabenen Straßennetzes. Die Bauphasen führen mehrere bauliche Abschnitte der römischen Kolonie zusammen.

Der Park bietet zugleich als grüne Oase Möglichkeiten für soziale Begegnung, Bildung und Erholung. Im Park befindet sich ein Zentrum für Umweltbildung, und er umfasst einen Bereich für urbane Gärten. Legambiente verwaltet im Bereich des archäologischen Parks von Pontecagnano Faiano mehr als 60 Stadtgärten; Zahl und Verwaltung können sich ändern. Zu den Stadtgärten gehören Lehrgärten, die von Schulen aus ganz Kampanien besucht werden. Wenn Sie Gärten oder ein Bildungsangebot gezielt einplanen, prüfen Sie vorab, was aktuell angeboten wird.

Museum oder Park als Schwerpunkt?

Für Ihre Themenwahl unterscheiden sich die beiden archäologischen Schwerpunkte: Der Museumsparcours ordnet mehrere Themen der Siedlungsgeschichte, während der Park einige sichtbare Überreste und die ausgegrabenen Strukturen Picentias in den Mittelpunkt stellt. Die Nekropolen und ihre bemalten Gräber ergänzen beide Perspektiven um die Geschichte der Bestattung. So können Sie sich daran orientieren, ob Sie vor allem die thematische Einordnung, die antiken Siedlungsreste oder die öffentliche und pädagogische Rolle des Parks interessiert.

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