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Giuliano Di Roma verbindet Sakralbauten und lokale Traditionen mit einer markanten geologischen Geschichte. Im historischen Zentrum ist der Ortskern eine Fußgängerzone; schmale Gassen führen hinauf. Der Ort blickt auf das Valle dell’Amaseno. Wer sich für Kultur interessiert, findet hier Kirchen mit unterschiedlichen historischen Bezügen; wer die Landschaft betrachtet, begegnet einer weiteren Seite des Ortes: seinem Vulkanismus.

Kirchen und Baugeschichte

Die Collegiata Santa Maria Maggiore ist eine Barockkirche des 18. Jahrhunderts und trägt seit 1737 den Titel „Collegiata Insigne“. Ihr abgetrennter Glockenturm ist 30 Meter hoch und war ursprünglich der Bergfried des Castello Colonna. In der Kirche befindet sich außerdem ein Holzchor aus dem 18. Jahrhundert, der derzeit auf eine Restaurierung wartet.

Auch das Santuario Madonna della Speranza erzählt von mehreren Zeiten: Es wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts errichtet und 1762 vom Bischof von Ferentino geweiht. Das Bildnis der Madonna stammt aus dem 16. Jahrhundert. Im Presbyterium wird zudem eine Bombe aufbewahrt, die im Mai 1944 nicht explodierte.

Im Zentrum des Borgo Vittorio Emanuele steht die Chiesa di San Rocco, ursprünglich San Sebastiano gewidmet. Die Arbeiten an der Kirche wurden im August 1863 abgeschlossen; anschließend wurde sie erneut geweiht. Auf der Piazza des Borgo steht in ihrer Mitte die Fontana del Fauno, ein Brunnen aus Bronze.

Vulkanismus im Museum und in der Landschaft

Das MUVE – Museo del Vulcanismo Ernico befindet sich im Palazzo Brettagna im Herzen des historischen Zentrums. Es erstreckt sich über drei Stockwerke. Sein Rundgang führt durch verschiedene Themenbereiche und vermittelt Kenntnisse über Vulkanismus und Geologie. So erschließt das Museum ein Thema, das auch in den geologischen Bezügen der Umgebung eine Rolle spielt.

Der Hügel, auf dem Giuliano Di Roma liegt, war die Spitze eines bedeutenden Eruptivzentrums. Er gehört zu den 20 Eruptivzentren im mittleren Valle Latina und ist heute eine inaktive Vulkanspitze. Im Valle del Fosso di Monte Acuto finden sich pleistozäne pyroklastische Ablagerungen aus Bimsstein, Schlacke, Lapilli und Lavabruchstücken. In Valcatora tritt ein Lavastrom zutage, der mit der effusiven Tätigkeit des Eruptivzentrums von Giuliano Di Roma im ernikischen Vulkangebiet verbunden ist. Das geologische Landschaftsgebiet Monte Siserno hat das Schutzgebiet ZPS IT6030043 „Monti Lepini“ als zugehöriges Schutzgebiet.

Traditionen und Wege

An der Chiesa di San Biagio nennt eine Tafel eine erste Restaurierung aus dem Jahr 1091. Das einzige erhaltene Fresko aus der Ausmalung von 1692 zeigt den Märtyrer San Sosio. San Biagio wird am 3. Februar und im August mit Prozessionen gefeiert. Beim Fest segnet man San-Biagio-Öl; anschließend salbt der Priester den Gläubigen damit die Kehle. Die sehr alte Statue wird am letzten Samstag im August von der Chiesa di San Biagio aus in einer Prozession getragen und befindet sich heute in der Sakristei der Santa Maria Maggiore.

Eine andere Art, die Gegend thematisch zu erschließen, bietet der Cammino della Regina Camilla: Der Rundweg ist etwa 185 Kilometer lang und führt durch Giuliano Di Roma. Er folgt alten Transhumanzwegen, Maultierpfaden, historischen Wegen und Pilgerwegen. Wenn Sie den Cammino einplanen, prüfen Sie die aktuellen Streckenangaben des offiziellen Projekts, da diese aktualisiert werden können.

Zur lokalen Esskultur gehören „Maccaruni cugli feri“: hohle Spaghetti, die mithilfe eines „Eisens“ geformt werden. Ihnen ist die traditionelle Sagra dei „Maccaruni Cugli Feri“ gewidmet. Auch das Festprogramm zu San Biagio ist wiederkehrend; für Ihre Reiseplanung lohnt es sich, die konkreten Termine lokal zu prüfen.

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