Lanuvio verbindet antike Geschichte mit dem Museo Civico e Diffuso Lanuvino und markanten Bauzeugnissen. Das historische Zentrum ist stellenweise von monumentalen Mauern aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. begrenzt. Die Themen reichen von archäologischen Spuren bis zu Sammlungen und späteren Bauphasen.
Antikes Lanuvium und archäologische Spuren
Am Südwesthang des Colle San Lorenzo lag das Heiligtum der Juno Sospita. Der Hügel entwickelte sich ab der Eisenzeit aus einem Dorf der lokalen Bevölkerung zur Akropolis des antiken Lanuvium. Die zeitliche Einordnung führt damit von einer frühen Siedlung zur späteren Akropolis und verankert das Heiligtum in der Geschichte des antiken Ortes.
Ponte Loreto stammt aus der Zeit zwischen dem 2. und 1. Jahrhundert v. Chr. Die Brücke besitzt einen einzigen Rundbogen aus quadratischem Mauerwerk. Vom Tempel des Hercules auf der ersten Terrasse des antiken Lanuvium ist heute nur noch die Substruktion erhalten, also der Unterbau des Tempels. So lassen sich unterschiedliche Zeugnisse betrachten: ein Brückenbau mit klar beschriebener Bogenform und der erhaltene Unterbau eines Tempels.
Museumssammlungen und Ausstellungen
Das Museo Civico e Diffuso Lanuvino besitzt mehr als 2.000 Artefakte aus prähistorischer, vorrömischer, römischer und mittelalterlicher Zeit. Im Museo Civico Lanuvino ist das älteste lateinische Alphabet ausgestellt. Die Inschrift ist unter dem Fuß einer Bucchero-Schale eingeritzt und ungefähr auf das 6. Jahrhundert v. Chr. datiert. Die Sammlung umfasst damit Zeugnisse aus mehreren aufeinanderfolgenden Epochen.
Die Sala della Stipe dei Pantanacci gehört zum Museo Civico Diffuso di Lanuvio und beherbergt alle Funde aus der Stipe di Pantanacci auf der Tenuta Pantanacci. Ein anderer Museumsort ist Il Cantinone: Er befindet sich in den unterirdischen Gewölben des Palazzo Colonna an der Piazza Santa Maria Maggiore. Dort sind eine Ausstellung zu den Ausgrabungen von Lord Savile Lumley und eine Ausstellung mit dem Titel Museo dell'Acconciatura eingerichtet. Prüfen Sie vor einem Besuch den aktuellen Ausstellungsstand. Die Torre Medievale präsentiert die Dauerausstellung „Il Medioevo a Civita Lavinia“.
Villa Sforza Cesarini und weitere Baugeschichte
Die Villa Sforza Cesarini wurde 1906 im Liberty-Stil auf Veranlassung von Francesco Sforza errichtet. Wenige Jahre später wurde sie durch einen Brand schwer beschädigt; 1917 erfolgte ein teilweiser Wiederaufbau. Die Sala delle Colonne ist nach zwei glatten Marmorsäulen benannt. Eine besteht aus Cipollino-Marmor und stammt aus dem 2. Jahrhundert n. Chr.; die Datierung der Säule aus Grigio Carnico ist ungewiss. Die Säulen geben dem Raum einen eigenen architektonischen Bezug innerhalb der Villa.
Die Fontana degli Scogli wurde 1675 vom Architekten Carlo Fontana im Auftrag von Filippo Cesarini errichtet. Auch die Kirche Santa Maria Maggiore bietet einen eigenen Blick auf die Baugeschichte Lanuvios: Sie hat byzantinische Ursprünge und wurde später in barocken Formen wiedererrichtet. Damit stehen unterschiedliche Bauzeiten und Formen neben den archäologischen Zeugnissen des antiken Lanuvium.
Besuch planen
Die Standorte des Museo Civico e Diffuso Lanuvino können Dienstag bis Sonntag von 10 bis 13 Uhr sowie von 15 bis 18 Uhr besucht werden. Sonntagvormittags werden Führungen angeboten; an jedem Wochentag sind Führungen nach Vereinbarung möglich. Prüfen Sie vor dem Besuch die aktuellen Zeiten und klären Sie eine gewünschte Führung vorab.
Wenn Sie Lanuvio vor allem wegen seiner Kulturgeschichte auswählen, können Sie Ihre Planung an den unterschiedlichen Themen ausrichten: archäologische Zeugnisse, die Sammlungen des Museo Civico e Diffuso und Bauwerke mit jeweils eigener Geschichte. Die Besuchszeiten gelten für die Museumsstandorte; für die Ausstellungen im Il Cantinone empfiehlt sich zusätzlich ein Blick auf den aktuellen Ausstellungsstand.
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