Der alte Ortsteil Borgo del Sasso liegt auf etwa 310 Metern über dem Meeresspiegel am Fuß des Monte Santo. In Sasso treffen mittelalterliche Baugeschichte, archäologische Spuren aus verschiedenen Epochen und markante Felsformationen aufeinander. Für eine Reise mit Interesse an Geschichte bietet der Ort damit mehr als einen einzelnen historischen Schwerpunkt.
Borgo, Palast und Felsklippe
Der mittelalterliche Borgo del Sasso wird durch ein zinnenbewehrtes Tor betreten. Auf dem Dorfplatz steht ein befestigter Palast, den die Markgrafen Patrizi 1552 errichten ließen. Tor und Palast markieren unterschiedliche Teile des Borgo: den Zugang zum Dorf und den Platz, an dem der Palast steht. Auf einem Felsgipfel befand sich außerdem das mittelalterliche Castello del Sasso. Nach wiederholten Einfällen der Sarazenen wurde es aufgegeben.
Die Felsklippe oberhalb von Sasso wird von Einheimischen „Scoglio di Sant’Antonio“ oder „Il Monte“ genannt. Dort sind Mauerwerksreste aus dem 12. Jahrhundert erhalten. Auf der Klippe befinden sich außerdem die Ruinen einer Einsiedelei von Mönchen, die dem heiligen Antonius folgten. Die Namen und Überreste verbinden die Felslandschaft mit mehreren unterschiedlichen historischen Bezugspunkten.
Kirche und Dorfgeschichte
Die Chiesa di Santa Croce ist der wichtigste kirchliche Komplex des Borgo del Sasso. Filippo Patrizi gründete sie im 16. Jahrhundert als Kirche des Palasts und des kleinen Dorfs, das sich darum entwickelte. Ihr Aufbau besteht aus einem einschiffigen Langhaus mit zwei seitlichen Kapellen. Ein einschiffiges Langhaus hat ein Hauptschiff; die beiden Seitenkapellen ergänzen diese Grundform. So lässt sich die Kirche sowohl über ihre Verbindung zum Palast und zum Dorf als auch über ihren architektonischen Aufbau einordnen.
Archäologische Spuren und römische Bezüge
Die archäologischen Themen reichen vom mittleren Neolithikum bis zur römischen Zeit. Die Grotta Patrizi diente im mittleren Neolithikum als Begräbnisstätte für sieben Bestattungen. Daneben gibt es in Sasso Spuren einer etruskischen Siedlung und Überreste römischer Mauerwerksstrukturen. Die Grotta verweist damit auf eine deutlich frühere Epoche als die etruskischen Siedlungsspuren und die römischen Mauerwerksreste.
In der Ortschaft Pian Della Carlotta befindet sich der Thermalkomplex Acque Cerette. In römischer Zeit waren seine schwefelhaltigen Wasser besonders bekannt. Neben den römischen Mauerwerksstrukturen kommt so ein weiterer Bezug zur Antike hinzu, diesmal über die historische Bekanntheit des Thermalwassers.
Felslandschaft und Reiseplanung
Die Panoramastraße nach Sasso steigt kontinuierlich an und führt an den Sassoni di Furbara vorbei. Diese großen Felsgipfel erinnern aufgrund ihrer Form und Farbe an Dolomitengipfel; der Vergleich bezieht sich auf ihr Erscheinungsbild. Auch die Sughereta del Sasso gehört zu den Landschaftsthemen des Orts: Sie ist als Zona Speciale di Conservazione (ZSC) ausgewiesen.
Zur Veranstaltungsgeschichte des Borgo gehört Cib’Arte, eine traditionelle Sommerveranstaltung im mittelalterlichen Dorf. Die zweite Ausgabe fand vom 26. bis 28. Juli 2024 statt. Wenn Sie Ihre Reise mit einer künftigen Ausgabe verbinden möchten, prüfen Sie die Termine vorab.
Bei der Suche nach einem Hotel für Ihren Aufenthalt in Sasso kann die thematische Einordnung helfen: Soll der Schwerpunkt auf der mittelalterlichen Baugeschichte liegen oder möchten Sie unterschiedliche archäologische Epochen gegenüberstellen? So lässt sich der Charakter der Reise festlegen, bevor Sie eine Unterkunft auswählen.
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