Im Palazzo Rocca beginnen mehrere der prägenden Kulturthemen Chiàvaris: Der Palast wurde nach seinem Übergang an die Gemeinde in ein Museum umgewandelt; darin befinden sich die Galleria Civica und das Museo Archeologico. Zusammen mit Kirchenkunst, mittelalterlicher Architektur und der Geschichte des Chiavari-Stuhls ergibt sich eine Reise, die sich nicht nur um ein einziges Thema drehen muss. Auch Landschaft und Radfahren gehören zu den möglichen Schwerpunkten.
Sammlungen im Palazzo Rocca
Die Galleria Civica beherbergt Gemälde genuesischer und flämischer Künstler des 17. Jahrhunderts. Ihre unterschiedliche künstlerische Herkunft bietet einen konkreten Vergleichspunkt für alle, die sich für Malerei interessieren. Eine andere Sammlungsperspektive eröffnet das „Sanguineti – Leonardini“-Museum für Naturwissenschaften: Seine Physikalische Kabinettsabteilung umfasst rund 300 Instrumente aus dem späten 19. bis zum frühen 20. Jahrhundert. So unterscheiden sich die Sammlungen sowohl im Thema als auch im Zeitrahmen – von Gemälden des 17. Jahrhunderts bis zu physikalischen Instrumenten aus der Zeit um die Jahrhundertwende.
Kirchenkunst und überlieferte Geschichte
Die Chiesa di San Giovanni Battista steht auf den Ruinen einer Kapelle, die der Überlieferung zufolge um 1182 von Bardo Fieschi, Erzpriester von Lavagna, gegründet wurde. Die Kirche bewahrt Werke von Bernardino Fasolo, Gian Battista Carlone, Domenico Piola, Orazio De Ferrari, Domenico Fiasella und Giuseppe Galeotti sowie ein Holzkruzifix von Antonio M. Maragliano. Die überlieferte Gründung der Kapelle und die Kunstwerke bilden unterschiedliche historische Perspektiven auf den Sakralbau.
Ein weiterer Ort sakraler Kunst ist das Santuario di Nostra Signora delle Grazie an der Via Aurelia. Es liegt auf einer steil zum Meer abfallenden Klippe und besitzt Fresken von Teramo Piaggio und Luca Cambiaso, die zwischen 1539 und 1550 entstanden. Im Vergleich unterscheiden sich die Akzente klar: Bei San Giovanni Battista stehen die Gründungstradition und Werke mehrerer Künstler im Blick, beim Santuario die Fresken mit ihrer benannten Entstehungszeit und der Klippenlage.
Stuhlgeschichte und mittelalterliche Architektur
Die Tradition der Chiavari-Stühle geht auf das Jahr 1807 zurück. Damals brachte Marchese Stefano Rivarola Pariser Stühle nach Chiavari und bat lokale Handwerker, sie nachzuahmen. Der Chiavari-Stuhl wurde als äußerst leicht und zugleich widerstandsfähig gestaltet; seine schlanke, abgerundete Linie folgt der natürlichen Krümmung des Holzes. Die Geschichte des Stuhls erschließt sich damit sowohl über seine Entstehung als auch über die Verbindung von Form und Material.
Auch die Architektur setzt einen eigenen Akzent. Der Palazzo „dei portici neri“ entstand im 13. Jahrhundert unmittelbar unterhalb der Burg und nahe den mittelalterlichen Mauern von Chiavari. Die genannten Lagebezüge und die Zeitangabe ordnen das Gebäude in den historischen Stadtraum ein und ergänzen die Kunst- und Handwerksthemen um einen konkreten Baustein der Baugeschichte.
Küstenlandschaft und Radstrecken
Wer neben Sammlungen und Bauwerken auch Landschaft und Bewegung einplanen möchte, findet in Chiavari Fahrrad- und Mountainbike-Strecken durch die Hügel. Das pSIC Pineta–Lecceta di Chiavari umfasst außerdem einen Küstenabschnitt mit Steineichenwäldern sowie Wäldern aus See-, Schirm- und Aleppokiefern. Damit stehen für die thematische Ausrichtung der Reise unterschiedliche Interessen zur Wahl: Malerei, Sakralbauten und Architektur auf der einen, Küstenvegetation und Radstrecken auf der anderen Seite. Wenn Sie ein Hotel in Chiàvari suchen, können diese Schwerpunkte helfen, die Reise nach Ihren Interessen zu gestalten.
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