Bordighera zeigt sich in unterschiedlichen Facetten: Die Città Alta bewahrt ihre Befestigungsmauern und charakteristischen Häuser, während Gärten, historische Spuren und Wege eigene Schwerpunkte setzen. So können Sie bei der Reiseplanung abwägen, ob Sie sich besonders für Architektur, Kunstgeschichte, Landschaft oder Aktivitäten am Meer interessieren.
Gärten zwischen Botanik und Kunstgeschichte
Der Giardino Esotico Pallanca ist auf Kakteen und Sukkulenten spezialisiert. Er liegt zwischen Sandsteinfelsen an den Hängen des alten Vulkans Monte Nero. Botanische Ausrichtung und Landschaft sind hier eng mit dem konkreten Gelände verbunden: Der Garten steht nicht nur für eine besondere Pflanzengruppe, sondern auch für einen markanten geologischen Bezug.
Die Monet-Gärten sind das letzte erhaltene Zeugnis der historischen Moreno-Gärten. Im Park der Villa Mariani sind noch heute drei Stellen zu sehen, an denen Claude Monet 1884 seine Staffelei aufstellte. Damit lässt sich die Kunstgeschichte an konkreten Orten und einem genau benannten Jahr festmachen. Einen anderen Gartencharakter zeigen die Lowe Gardens mit jahrhundertealten Olivenbäumen, schattigen Wegen und Blumenbeeten.
Città Alta und die Geschichte Bordigheras
Die Città Alta bewahrt pentagonale Befestigungsmauern, die ein Netz aus Gassen und Plätzen umschließen. Die farbenfrohen Häuser sind durch charakteristische Stützbögen miteinander verbunden. Mauerring, Wege und Bauformen geben dem historischen Stadtbild eine klare Struktur; die Stützbögen sind dabei ein besonderes architektonisches Merkmal.
Auch die Kulturgeschichte ist mit konkreten Einrichtungen und Daten verbunden. Clarence Bicknell ließ das Centro culturale inglese 1888 als Ort errichten, an dem die englische Kolonie lesen oder Konzerte besuchen konnte. Die Museo-Biblioteca Clarence Bicknell ist seit 1937 Sitz des Istituto Internazionale di Studi Liguri. Die beiden Jahreszahlen stehen für unterschiedliche Kapitel: 1888 bezeichnet die Errichtung des Kulturorts, 1937 die institutionelle Funktion der Museumsbibliothek.
Die Villa Regina Margherita wurde im neobarocken Stil entworfen und diente als offizielle Winterresidenz der Königin. Zusammen mit den historischen Gärten und der Città Alta ergibt sich so ein Kulturthema, das Architektur, Stadtstruktur und Kunstgeschichte umfasst, ohne dass diese Aspekte auf dieselbe Epoche reduziert werden müssen.
Wege, Meer und Anreise
Der etwa drei Kilometer lange Béodo Trail folgt dem Verlauf eines alten Aquädukts, das Wasser von den Quellen des Monte Nero ins Zentrum von Bordighera leitete. Die Route führt durch Olivenhaine, an Trockenmauern und Pergolen vorbei und bietet Ausblicke auf das Meer und die Stadt. Ihre Beschreibung verbindet damit eine frühere Wasserleitung mit Landschaft und Ausblicken. Die Bicknell Cycle Route beginnt ebenfalls in Bordighera; zu ihr ist hier der Startort, nicht aber ein Streckenverlauf angegeben.
Am Meer setzt Sant’Ampelio einen eigenen geografischen Akzent: Es ist Liguriens südlichstes Kap. Die Felsen neben der Kirche dienen als Aussichtspunkt, von dem aus Meerestiere und Meeresvegetation beobachtet werden können. Im Meeresschutzgebiet von Bordighera lässt sich mit Maske und Schnorchel die Tier- und Pflanzenwelt des Meeresbodens beobachten. So stehen ein Küsten-Aussichtspunkt und die Beobachtung unter Wasser als unterschiedliche maritime Interessen nebeneinander.
Viele Zugverbindungen aus Mailand, Genua und Frankreich halten am Bahnhof von Bordighera. Da sich Fahrpläne ändern können, prüfen Sie die Verbindung für Ihr Reisedatum. Auch die lokale Küche bietet einen konkreten Anhaltspunkt: Brandacujun ist ein Gericht aus getrocknetem Kabeljau, der mit Kartoffeln cremig zubereitet wird. Damit ergänzen Anreise und ein benanntes Gericht die Kultur- und Naturthemen um praktische und kulinarische Aspekte des Aufenthalts.
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