In Ventimiglia treffen Spuren der römischen Stadt Albintimilium auf mittelalterliche Kirchen, eine Altstadt mit steilen Treppen und einen botanischen Garten mit Pflanzen aus aller Welt. Dazu kommen Märkte, das aus Kieseln und Sand bestehende Ufer der Baia Beniamin sowie Wege, die Ventimiglia mit Orten jenseits der Stadt verbinden.
Archäologie und Gartenkultur
Das archäologische Gebiet von Nervia bewahrt die Überreste der römischen Stadt Albintimilium. Zu den besuchbaren Relikten gehören die Überreste der Thermen; das Theater stammt aus dem 2. bis 3. Jahrhundert n. Chr. Im Antiquarium ist eine umfangreiche Auswahl von Funden aus den Ausgrabungen zu sehen. So lässt sich der Besuch der antiken Stadt mit unterschiedlichen Blickwinkeln verbinden: den baulichen Überresten vor Ort und den Fundstücken im Antiquarium.
Einen anderen Zugang zur Geschichte bietet das Forte dell’Annunziata. Die Militärfestung wurde zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert zur Verteidigung Ventimiglias errichtet. Auch die Giardini Botanici Hanbury erzählen von einem langfristigen Vorhaben: Sie wurden 1867 bei Ventimiglia angelegt, um Pflanzen aus verschiedenen Teilen der Welt zu akklimatisieren. Die Anlage umfasst 5.800 Arten von Zier-, Heil- und Obstpflanzen. Der Schwerpunkt liegt hier auf der Vielfalt einer botanischen Sammlung, nicht auf den archäologischen Zeitschichten von Nervia.
Altstadt und Baugeschichte
Die Altstadt erkunden Sie über gewundene Gassen und steile Treppen, die vom Flussniveau bis zur Hügelkuppe hinaufführen. Diese vertikale Wegführung prägt den Rundgang: Wer die Gassen zu Fuß entdecken möchte, trifft dabei auf deutliche Höhenunterschiede. Die Kathedrale Santa Maria Assunta ergänzt diesen Eindruck um eine lange Baugeschichte. Sie wurde zwischen dem 11. und 12. Jahrhundert auf den Ruinen einer karolingischen Kathedrale errichtet; in ihrer Krypta sind Teile einer frühmittelalterlichen Kirche aus dem 8. Jahrhundert erhalten.
Auch die Kirche San Michele verbindet verschiedene Epochen. Sie wurde im 10. Jahrhundert als Benediktinerklosterpriorat errichtet. Ihre Krypta bewahrt römische Säulen, Fundstücke und einen militärischen Meilenstein. Die Biblioteca Aprosiana wiederum wurde 1648 von Pater Angelico Aprosio gegründet. Diese Orte stehen für unterschiedliche Kapitel der Stadtgeschichte – von römischen Fundstücken über frühe Kirchenbauten bis zur Gründung einer Bibliothek.
Küste, Märkte und Wege
Am Ufer der Baia Beniamin liegen Kiesel und Sand. Für einen Eindruck vom lokalen Marktgeschehen gibt es zwei verschiedene Anknüpfungspunkte: Der Mercato del venerdì findet jeden Freitag an der Uferpromenade von Ventimiglia statt. Der Mercato dei fiori vereint lokale Erzeugnisse, Blumen und Pflanzen und besteht seit 1922.
Auch die Wege rund um Ventimiglia unterscheiden sich in ihrer Ausdehnung und ihrem Charakter. Die Via Iulia Augusta verläuft auf einer Strecke vom Fluss Trebbia bis zum Fluss Var und führt dabei durch Ventimiglia. Die 2018 eröffnete Pista ciclabile Pelagos führte zwischen Ventimiglia und Camporosso über ehemalige Bahnflächen. Beide Routen geben Ventimiglia einen größeren Zusammenhang; die Pelagos ist dabei ausdrücklich eine Radroute zwischen zwei Orten.
Unterkunft und Besuche zusammen planen
Für die Auswahl einer Unterkunft in Ventimiglia kann es helfen, zuerst die Besuche zu gewichten: Stehen die archäologischen Überreste von Nervia, die Giardini Botanici Hanbury oder die Gassen der Altstadt im Vordergrund? Für Nervia sind vom Bahnhof Ventimiglia aus 20 Minuten Fußweg angegeben. Zu den Hanbury-Gärten gelangen Sie vom Bahnhof mit dem Taxi oder mit der Buslinie 1 bis zur Haltestelle La Mortola. Das sind zwei unterschiedliche Wege zu zwei verschiedenen Zielen; prüfen Sie vor der Reise den Betrieb der Verkehrsmittel.
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