Colla-muggiasca lässt sich über Kulturweg, Kirchenkunst und die Geschichte der Baschenis-Maler entdecken. Der Rundweg „Le contrade e l’antica chiesa di Santa Brigida“ dauert etwa eine Stunde und ist kurz und einfach. Für die Planung ergibt sich damit ein klar umrissener kultureller Baustein; zugleich führen die genannten Orte durch unterschiedliche Zeitschichten: vom ursprünglichen Kern einer Kirche aus dem 10. Jahrhundert bis zu einem Fresko mit dem Datum 22. April 1591. Ein Besuch lässt sich nach dem Interesse an Sakralbauten, Malerei oder regionaler Kulturgeschichte ausrichten.
Kulturweg und historische Bauwerke
Der Kulturweg führt am Eingang eines stillgelegten Gipssteinbruchs vorbei. Zu seinen Zielen zählen das alte, mit Fresken geschmückte Gebäude Cà Coerì im Ortsteil Muggiasca und die mittelalterliche Kapelle San Lorenzo in Carale. Die Route verbindet konkrete Stationen der Orts- und Baugeschichte. Ihre ungefähre Dauer von einer Stunde gibt eine Orientierung für diesen Teil der Reise; auch die Charakterisierung als kurz und einfach gehört zum Weg. Wer mehrere Bauwerke unter einem gemeinsamen Thema betrachten möchte, findet hier eine zusammenhängende Route statt einer bloßen Reihe unverbundener Namen.
Kirchengeschichte in mehreren Zeitschichten
Die alte Kirche am Kulturweg besitzt einen ursprünglichen Kern aus dem 10. Jahrhundert. Seit 1969 trägt sie den Namen Santuario dell’Addolorata, der ihr durch bischöflichen Erlass verliehen wurde. Baualter und spätere Benennung markieren unterschiedliche historische Ebenen. Auch San Lorenzo in Carale verbindet mehrere Aspekte: Die Kapelle ist mittelalterlich und zugleich als mittelalterliches Oratorium eingeordnet. An der Rückwand ihres Presbyteriums befindet sich das auf den 22. April 1591 datierte Fresko. So stehen mittelalterliche Architektur und ein genau datiertes Kunstwerk an diesem Ort nebeneinander.
Museen und die Geschichte der Baschenis
Das Centro Museale di Santa Brigida befindet sich in restaurierten Räumen eines alten herrschaftlichen Gebäudes nahe der alten Siedlung Monticello. Das Museo Baschenis setzt einen anderen Akzent: Das Ausstellungszentrum ist der Künstlerdynastie Baschenis und weiteren Künstlern aus den Tälern der Alta Brembana gewidmet. Seine Adresse lautet Via Carale 13 in Colla-muggiasca. Dort umfasst die neu interpretierte ständige ethnografische Sammlung multimediale Inhalte, digitale Installationen und neue Informationstafeln. Damit finden sich neben der Kunstgeschichte auch ethnografische Inhalte und moderne Vermittlungsformen als Themen des Museums.
Die Verbindung der Baschenis mit dem Ort zeigt sich auch in ihrer Familiengeschichte: Fast alle Maler der Familie wurden im Ortsteil Colla geboren. Cristoforo identifizierte ein Haus in Colla als Wohnsitz der Dynastie. Herkunft, zugeschriebener Wohnsitz und das der Familie gewidmete Ausstellungszentrum bieten unterschiedliche Anknüpfungspunkte für einen Blick auf die Baschenis-Geschichte.
Eine weitere Perspektive auf die Landschaft
Über die örtlichen Kultur- und Kirchenstationen hinaus führt die hohe Variante der Via del Ferro durch unberührte Landschaften und über alte alpine Verbindungswege. Ihre Folge verbindet Santa Brigida, Cusio, den Colle della Maddalena, Ornica, den Colle Dudello, Cantello und Valtorta. Das ist ein anderer Maßstab als der etwa einstündige Kulturweg: Hier stehen eine längere Abfolge benannter Orte sowie Landschaft und historische Wege im Mittelpunkt. So lassen sich zwei unterschiedliche Themen nebeneinander betrachten – einzelne Bauwerke und ihre Geschichte auf dem Kulturweg, alpine Verbindungen und Landschaft auf der Via del Ferro.
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