Zandobbio vereint mehrere konkrete Anknüpfungspunkte für eine Entdeckungsreise: romanische Kirchen, Fresken, ein benanntes Gemälde und Stein in zwei sehr unterschiedlichen Rollen. In der Chiesa di Sant’Anna ist rosa Marmor aus Zandobbio Teil der gesamten Fassadenverkleidung; im unteren Val Cavallina tritt Dolomit zutage. Dazu kommen Wege in den umliegenden Hügeln. Kultur, Geologie und Bewegung setzen jeweils eigene Akzente und geben dem Aufenthalt verschiedene Schwerpunkte.
Kirchen mit verschiedenen Akzenten
Die Chiesa di S. Giorgio in Zandobbio ist ein romanischer Kirchenbau mit halbkreisförmiger Apsis. Die Chiesa di San Giorgio in Campis setzt einen anderen Schwerpunkt: In ihr befinden sich bedeutende Fresken aus dem 13. bis 16. Jahrhundert, viele davon im byzantinischen Stil. Damit stehen eine prägnante Bauform und ein über mehrere Jahrhunderte reichender Freskenbestand als zwei unterschiedliche Zugänge zur Kirchenkunst in Zandobbio nebeneinander.
In der Chiesa S. Giorgio Martire befindet sich La Trinità von Gian Paolo Cavagna. Dieses benannte Gemälde ergänzt die unterschiedlichen Bau- und Freskenakzente. Die Chiesa di Sant’Anna verbindet ihre Architektur wiederum mit einem konkreten Material: Ihre Fassade ist vollständig mit rosafarbenem Marmor aus Zandobbio verkleidet. Die Kirche steht am oberen Ende der ansteigenden Via S. Anna, in der Nähe der Marmorsteinbrüche von Zandobbio.
Auf dem Colle dei Sommi steht die Chiesa di San Bernardo Abate. Ihr erhaltener ursprünglicher Teil ist ein kleines Presbyterium mit Kreuzgratgewölbe. Dort sind Fresken erhalten, die ein Polyptychon darstellen. Gewölbeform und Bildmotiv geben diesem Bauteil ein eigenes Profil innerhalb der kulturellen Themen Zandobbios.
Vom Fassadenmarmor zum Dolomit
Das Dolomitvorkommen der Cava del Marmo di Dolomia ist etwa 200 Millionen Jahre alt und ungefähr 160 Meter mächtig. Es tritt im Hügelfußbereich östlich von Bergamo im unteren Val Cavallina in den Gemeinden Trescore Balneario und Zandobbio zutage. Die ungefähren Angaben zu Alter und Mächtigkeit vermitteln den geologischen Maßstab dieses Vorkommens.
Der Vergleich mit Sant’Anna eröffnet eine zweite Perspektive auf Stein im Ortskontext: Dort ist rosafarbener Marmor als vollständige Fassadenverkleidung Teil der Architektur; bei der Cava steht ein Dolomitvorkommen im Hügelfußbereich im Mittelpunkt. So treffen bauliche Verwendung und geologische Dimension als zwei verschiedene Themen aufeinander, ohne dass sie dasselbe Material bezeichnen.
Wege und praktische Orientierung
Der weitläufige Rundweg Sulle colline di Zandobbio führt hufeisenförmig über die Hügel, die den Ort umgeben. Er ist wenig technisch und für alle geeignet. Der Gemba Krok Trail führt zum Parco del Pitone und anschließend zurück in Richtung Zandobbio. Der Sentiero 655 beginnt im Umfeld des Ortes nahe der Brücke über den Fluss Cherio an der Provinzstraße 89, die zur Gemeinde Zandobbio führt.
Diese Routen unterscheiden sich bereits in ihrer Form und Orientierung: Sulle colline ist ein Rundweg, beim Gemba Krok Trail ist der Parco del Pitone ein benanntes Ziel, und der Start des Sentiero 655 liegt nahe der Cherio-Brücke. So können Sie die Wegbeschreibungen danach einordnen, ob ein Rundkurs, ein Zielpunkt oder ein Startpunkt im Umfeld des Flusses für Ihre Planung relevant ist.
Die Chiesa di San Giorgio in Campis und die Chiesa di Sant’Anna sind über asphaltierte Straßen zu Fuß oder mit einem fahrbaren Hilfsmittel erreichbar. Für den Zugang zur Cava del Marmo di Dolomia ist vorzugsweise eine Reservierung und die Anfahrt mit einem Fahrzeug vorgesehen; Teilstrecken führen über Bereiche für den Rad- und Fußverkehr.
Weitere Reiseziele entdecken: Bossico, Piazzatorre, Mezzoldo, Bonate Sotto, Valleve, Medolago, Misano Di Gera D’adda, Telgate.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Bergamo.