Wer Ceto für einen Aufenthalt mit Schwerpunkt auf Kultur und Archäologie auswählt, kann Felskunst, frühe Baugeschichte und sakrale Kunst als unterschiedliche Interessen ordnen. Ein wichtiger Bezugspunkt ist die Riserva Naturale Incisioni Rupestri di Ceto, Cimbergo e Paspardo: Sie umfasst 300 Hektar und schließt Nadro di Ceto ein. Dort treffen eine Ausstellung zur Felskunst und zur Kultur der Camuni auf historische Kirchen und Bauwerke. Für die Auswahl des Programms hilft deshalb die Frage, ob Sie eher archäologische Themen oder sakrale Kunst vertiefen möchten.
Felskunst und frühe Bauformen
Das Museo Didattico di Nadro liegt in einem Herrenhaus aus dem 16. Jahrhundert. Seine didaktische Ausstellung behandelt Felskunst und die Kultur der Camuni. So verbindet sich ein historisches Gebäude mit einem Ausstellungsthema, das auf die Felskunst ausgerichtet ist. Ergänzend umfasst das Villaggio Preistorico Rekonstruktionen einer mesolithischen Behausung, einer neolithischen Hütte und eines alpinen Wohnhauses aus der Eisenzeit. Die drei Beispiele gehören zu unterschiedlichen Epochen: Der zeitliche Bogen reicht vom Mesolithikum über das Neolithikum bis in die Eisenzeit. Wer sich für frühe Lebensformen interessiert, kann die verschiedenen Bauformen und ihre zeitliche Einordnung gegenüberstellen.
Ortskern und praktische Orientierung
Auch der historische Ortskern von Nadro hat einen klaren architektonischen Bezugspunkt: Ein etwa 30 Meter hoher Granitturm überragt ihn. Ein alter gepflasterter Weg verbindet diesen Ortskern mit dem archäologischen Gebiet Foppe di Nadro. Damit sind für die Orientierung zwei konkrete Ziele benannt: der historische Kern mit dem Turm und das archäologische Gebiet. Wenn Sie mit einem privaten Fahrzeug anreisen, steht in der Nähe des Museo Didattico di Nadro und der Foresteria der Riserva ein großer öffentlicher, kostenloser Parkplatz zur Verfügung. Prüfen Sie die Parkregelung vor der Fahrt, da sie sich ändern kann.
Kirchenkunst und Baugeschichte
Die Kirchen ergänzen den archäologischen Schwerpunkt mit Werken aus unterschiedlichen Jahrhunderten. Die Chiesa di S. Andrea Apostolo entstand in den ersten Jahren des 18. Jahrhunderts nach einem Entwurf des aus Como stammenden Architekten Antonio Spazzi auf dem Gelände einer früheren Kirche. Ihr Innenraum ist vollständig mit Fresken von Pietro Scalvini aus dem Jahr 1757 ausgestaltet. Bauzeit und Freskenjahr verweisen auf zwei verschiedene Stationen der Entstehungsgeschichte: die Errichtung des Gebäudes und seine spätere künstlerische Ausstattung.
In der Sakristei der Chiesa dei SS. Gervasio e Protasio befinden sich ein Triptychon aus dem 15. Jahrhundert und ein romanisches Fenster. Die Pfarrkirche in Nadro ist den Heiligen Gervasius und Protasius geweiht und mit Fresken von Antonio Guadagnini ausgestaltet. Hinzu kommt die Chiesetta dell’Addolorata: In ihrem Presbyterium befindet sich ein Fresko aus dem 16. Jahrhundert, das die Jungfrau Maria mit dem Jesuskind in ihren Armen zeigt. So lassen sich unterschiedliche Formen sakraler Kunst gegenüberstellen: Fresken, ein Triptychon und ein romanisches Fenster, dazu Werke aus dem 15. bis 18. Jahrhundert.
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