Calco lässt sich aus zwei Perspektiven entdecken: über die Bau- und Kunstgeschichte seiner Kirchen und der Villa Calchi sowie über die Feuchtgebiete der ZPS Il Toffo. Für die Reiseplanung hilft diese Unterscheidung, unterschiedliche Interessen zu ordnen, ohne Bauwerke und Schutzgebiet als dieselbe Art von Erlebnis zu behandeln. Auch zeitlich spannt sich der Blick weit: von einer Kirchengründung um 1162 über ein Fresko des späten 13. Jahrhunderts bis zu Räumen, die im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts hinzukamen.
Villa Calchi und ihre Fresken
Die Villa Calchi ist ein wertvoller Adelssitz auf dem Gipfel eines Hügels im historisch als Vescogna bezeichneten Gebiet, das heute dem Ortsteil Calco Superiore der Gemeinde Calco entspricht. Die Villa verfügt über zwei mit Fresken geschmückte Repräsentationssäle, die im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts hinzugefügt wurden. Dieses erste Viertel umfasst die Jahre 1501 bis 1525 und setzt die Räume zeitlich deutlich nach den frühen Bezügen der Chiesa dei Santi Colombano e Gottardo. Hügelposition, historischer Gebietsname und Repräsentationssäle eröffnen verschiedene Blickwinkel auf das Bauwerk: seinen Standort, seine Ortsgeschichte und seine Innenräume.
Kirchen mit unterschiedlichen Zeitschichten
Bei den Kirchen unterscheiden sich sowohl die Zeitangaben als auch die überlieferten Details. Die Chiesa di San Vigilio wurde 1754 wiederaufgebaut. Die Chiesa dei Santi Colombano e Gottardo wurde um 1162 von cluniazensischen Benediktinerinnen gegründet; diese Gründung liegt mehrere Jahrhunderte vor dem Wiederaufbau von San Vigilio. In der Chiesa dei Santi Colombano e Gottardo ist ein erhaltenes Fresko des Christus Pantokrator auf das Ende des 13. Jahrhunderts datiert und 2000 restauriert worden. Gründung, Fresko und Restaurierung bezeichnen verschiedene historische Ebenen. Die Kirche steht auf einer Anhöhe mit Blick auf das rechte Ufer des Adda. Ihre Geschichte reicht so von der Gründung bis zu einem mittelalterlichen Kunstwerk, während San Vigilio hier durch das Datum seines Wiederaufbaus gekennzeichnet ist.
Die Chiesa dei Santi Colombano e Gottardo ist außerdem in den Itinerario Lombardo dei Siti Cluniacensi Lombardi, den Cammino di San Colombano und den Cammino di Sant’Agostino eingebunden. Diese drei Bezüge ergänzen die lokale Bau- und Kunstgeschichte um die Einordnung der Kirche in benannte Wege. Wer Kirchen nicht nur anhand ihrer historischen Zeitbezüge betrachtet, erhält damit einen weiteren Aspekt für die Reiseauswahl.
Die Feuchtgebiete der ZPS Il Toffo
Ein anderes Themenfeld ist die ZPS Il Toffo, die sich in Calco entlang des gesamten Flusslaufs erstreckt. Zum Schutzgebiet gehören Uferfeuchtgebiete mit Schwarzerlen- und Silberweidenwäldern, Schilfbeständen sowie Gewässern mit vielfältiger aquatischer Sumpfvegetation. Diese Elemente beschreiben verschiedene Bestandteile des Feuchtgebiets: Ufergehölze, Schilf und Wasserbereiche mit Sumpfpflanzen. Für Vögel und Amphibien bietet das Gebiet wichtige Brut-, Rückzugs- und Überwinterungsplätze. Brut, Rückzug und Überwinterung stehen für unterschiedliche Bedürfnisse und Jahresphasen. Bei Il Toffo steht damit nicht ein einzelnes Bauwerk im Mittelpunkt, sondern das Feuchtgebiet mit seinen Lebensräumen für Vögel und Amphibien. So lässt sich das Naturthema klar von den Kirchen und der Villa unterscheiden.
Weitere Reiseziele entdecken: Piantedo, Malgrate, Annone Di Brianza, Colico, Olginate, Olgiasca, Dervio, Cassina Valsassina.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Lecco.