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Der Grundriss der Rocca in Castel Dʼario folgt den früheren Verläufen zweier Wasserläufe. Diese Verbindung von Baugeschichte und Landschaft prägt einen Ort, an dem auch Kirchenkunst, Tazio Nuvolaris Biografie und Reiskultur eigene Schwerpunkte setzen. Für die Wahl des Reisethemas lohnt es sich, diese unterschiedlichen Ortsbezüge auseinanderzuhalten.

Befestigung und frühere Wasserläufe

Das Castello e Rocca di Castel d'Ario besteht aus einem einzigen ummauerten Bezirk mit unregelmäßigem polygonalem Grundriss. Polygonal beschreibt einen mehrseitigen Umriss; „unregelmäßig“ macht zugleich klar, dass die Befestigung nicht als gleichförmige geometrische Figur beschrieben ist. Ihre Form folgt den früheren Verläufen der Molinella im Süden und der Essere im Norden. Beide Wasserläufe wurden Ende des 15. Jahrhunderts begradigt. So lässt sich der Grundriss nicht nur als Gestalt einer ummauerten Anlage, sondern auch als Spur der früheren Wasserführung lesen. Zum inneren Bergfried des Schlosses gehört ein fünfter Turm, der Torre della Fame genannt wird.

Kirchenkunst und Baugeschichte

Bei der Parrocchia dell’Assunzione della Beata Vergine Maria stehen Entwurf und Ausstattung im Mittelpunkt: Gerolamo dal Pozzo di Villagrossa entwarf die Kirche, und ihre Apsis enthält drei Altarbilder von Giandomenico Cignaroli. Der Bau des EX CONVENTO DOMENICANO „CONDOMINIO IL CONVENTINO“ wurde 1614 von Graf Paolo Emilio Gonzaga aus dem Haus Gonzaga di Novellara in Auftrag gegeben; Antonio Maria Viani entwarf ihn. Die Unterschiede helfen bei der Orientierung nach Interesse: Bei der Kirche lassen sich Entwurf und Apsisbilder betrachten, beim Klosterbau stehen Auftraggeber, Jahr und Architekt im Vordergrund.

Tazio Nuvolari und sein Denkmal

Tazio Nuvolari wurde in Castel d'Ario geboren; das Monumento a Tazio Nuvolari ist ihm gewidmet. Das Denkmal ist kostenlos von der Straße aus zugänglich und weist keine architektonischen Barrieren auf. So verbindet sich die biografische Herkunft mit einem konkreten, eigens gewidmeten Monument. Für Besucherinnen und Besucher mit Interesse am Renn- und Motorradsport bildet diese Verbindung einen eigenen Zugang zur Ortsgeschichte.

Reis als Landschafts- und Kulturthema

Auch die Landschaft setzt einen eigenen Akzent: Castel d'Ario liegt im wasserreichen Umfeld der Po-Ebene, in dem Vialone-Nano-Reis angebaut wird. Zugleich ist der Ort in die Strada del Riso, die Reiseroute des Reises, einbezogen. Reis lässt sich dadurch sowohl als Anbau im Landschaftsumfeld als auch als Thema der Strada del Riso betrachten. Eine weitere, anders gelagerte Anerkennung betrifft den Riso alla Pilota De.C.O.: Er wurde im Mai 2010 im Rahmen der Festa del Risotto vorgestellt und durch einen spezifischen Beschluss des Gemeinderats anerkannt. Die Bigolada wird seit 1969 von der Pro Loco organisiert. Wenn Sie Ihre Reise an diesem Ereignis ausrichten möchten, prüfen Sie vorab den Termin.

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