Vier Pfarreien und zahlreiche Kirchen von besonderem künstlerischem Wert prägen Civo. Zwischen Barockkirchen, Oratorien und älteren Bildwerken zeigt sich eine lange Geschichte sakraler Kunst. Dazu kommt eine sportliche Bergwanderung: So können Sie Ihren Aufenthalt entweder auf die Bau- und Kunstgeschichte oder auf eine anspruchsvolle Runde im Gebirge ausrichten.
Kirchen und Kunst aus mehreren Jahrhunderten
Die Kirche Sant’Andrea wurde gegen Ende des 15. Jahrhunderts erbaut und später umgestaltet; heute präsentiert sie sich im Barockstil. Von dort gelangt man in das Oratorio dell’Immacolata aus dem 17. Jahrhundert. Auch das Oratorio di Sant’Andrea bewahrt Gemälde lombardischer Meister aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Die Bauwerke und Kunstwerke verweisen damit auf unterschiedliche Entstehungszeiten, statt ein einheitliches Bild zu ergeben.
In Caspano steht die barocke Kirche San Bartolomeo, erbaut zwischen 1730 und 1738 von Meistern aus dem Tessin. Sie bewahrt Werke von Giacomo Parravicini, genannt Gianolo. In ihrer zweiten Kapelle befindet sich eine Darstellung der Auferstehung des Lazarus von Luigi Donati aus dem Jahr 1508. Das Motiv und die genaue Datierung geben diesem Werk einen eigenen kunsthistorischen Bezug innerhalb der Kirche.
Weitere Stationen setzen andere Akzente: Das Oratorio dei 7 Fratelli liegt auf 2.000 Metern Höhe, wurde restauriert und bewahrt Spuren von Fresken aus dem 16. Jahrhundert. Im Zentrum von Civo stellt ein Votivfresko aus dem 15. Jahrhundert an einem alten Wohnhaus die Dreifaltigkeit dar. Bei einzelnen Kirchen und Oratorien empfiehlt es sich, vor dem Besuch zu prüfen, welche Innenräume zugänglich sind.
Ortsbilder und Ausblicke
Östlich von Civo steht die Chiesetta di S. Bernardo an aussichtsreicher Lage. Ihre sichtbaren Steinmauern sind von schlichter Strenge geprägt. Der Palazzo Parravicini, auch „del Podestà“ genannt, liegt am Westeingang des Borgo; im Inneren besitzt er eine große Kolonnade aus dem 16. Jahrhundert. In Caspano gehören alte Adelspaläste zum Ortsbild. Sie sind heute baufällig und werden landwirtschaftlich genutzt.
Auch Brunnen und Waschhäuser erzählen vom früheren Alltag: Sie liegen an Verkehrs- und Verbindungswegen zwischen den verschiedenen Fraktionen. Weitere Brunnen befinden sich in den Ortszentren, häufig an den Hauptplätzen, wo sie einst Treffpunkte der Bevölkerung waren. Bei Poira bietet die Wiese vor der im Jahr 2000 erbauten Kapelle Santa Margherita Ausblicke auf die orobische Seite, insbesondere auf das Val Gerola.
Wandern als eigener Schwerpunkt
Der Rundweg „Anello del Bivacco Bottani“ beginnt in Poira di Dentro und führt über die Ebene der Alpe Visogno zum Bivacco Bottani Cornaggia. Die sportliche Wanderung ist 11,3 Kilometer lang und umfasst etwa 1.281 Höhenmeter; die angegebene Gehzeit beträgt 5 Stunden und 55 Minuten. Damit ist sie eine umfangreiche Tour, für die Sie einen eigenen Wandertag einplanen sollten. Prüfen Sie vor dem Start die aktuellen Bedingungen der Route.
Für Ihre Reiseentscheidung sind die kulturellen Entdeckungen und diese Bergtour unterschiedliche Schwerpunkte: Die Kirchen, Fresken und historischen Ortsbilder prägen den einen, die lange Wanderung den anderen.
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