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Fresken, sakrale Baugeschichte und Spuren einer alten Mühle geben Marnate mehrere historische Anknüpfungspunkte. Zugleich prägen die Lage oberhalb des westlichen Flusstals, der bewaldete Ortsteil Nizzolina im Osten und mehrere Wege das Bild des Ortes. Für Ihren Aufenthalt können Sie so zwischen Kunst und Baugeschichte, der industriellen Vergangenheit im Parco Ex Mulino und Erkundungen auf Waldwegen unterscheiden.

Landschaft und Wege rund um Marnate

Marnate liegt in der Valle Olona auf flachem Gelände oberhalb des westlich gelegenen Flusstals. Nach Osten steigt das Gelände leicht in Richtung des bewaldeten Ortsteils Nizzolina an. Diese unterschiedliche Geländestruktur bildet einen Rahmen für die Wege der Gemeinde, die jeweils eigene Schwerpunkte setzen.

Marnate ist End- und Ausgangspunkt des Sentiero della Nizzolina, der die Gemeinde mit Gorla Minore verbindet. Der Percorso verde dei fontanili ist anders angelegt: Er besteht aus zwei im Wald verlaufenden Rundwegen, auf denen sich das Gebiet von Marnate erkunden lässt. Der Unterschied liegt in der Wegform: Beim Sentiero stehen Ausgangspunkt, Endpunkt und Verbindung mit Gorla Minore im Vordergrund, beim Percorso verde die zwei Waldschleifen.

Geschichtsspuren und Kirchen

Archäologische Funde aus dem Jahr 1972 am Fuß des Hügels von Nizzolina Alta deuteten auf einen kleinen Friedhof aus der Zeit um 300 v. Chr. hin. In der Römerzeit verfügte Marnate über einen militärischen Flusshafen. Die mögliche Begräbnisstätte und der Hafen stehen für unterschiedliche frühe Kapitel der Ortsgeschichte.

In der Chiesa S.Ilario ist ein altes Fresko des heiligen Hilarius aus dem 15. Jahrhundert erhalten. Außerdem besitzt die Kirche eine Orgel aus dem Jahr 1770, gefertigt von der Orgelbaufirma Carrera aus Legnano. Die beiden Werke stammen aus weit auseinanderliegenden Zeiten und bringen unterschiedliche Aspekte sakraler Kunst und Handwerksgeschichte zusammen.

Das Lazzaretto S.Rocco bietet einen weiteren Zugang zur religiösen Kunst Marnates. Sein Fresko aus dem 18. Jahrhundert zeigt die Gottesmutter vom Berg Karmel mit dem Jesuskind, die Heiligen Rochus und Sebastian sowie die Armen Seelen im Fegefeuer. Das Lazzaretto wird vermutlich auf den Beginn des 18. Jahrhunderts datiert und entstand zum Gedenken an die Toten der Pest von 1630. Bildmotiv und Erinnerungszweck geben dem Ort einen eigenen historischen Akzent.

Auch die jüngere Baugeschichte ist an den Kirchen abzulesen. Die neue Chiesa Santa Maria Nascente wurde 1983 in Gebrauch genommen und im September 1984 von Kardinal Martini gesegnet. Die heutige Chiesa San Sebastiano ist wahrscheinlich das Ergebnis eines tiefgreifenden Umbaus Ende des 19. Jahrhunderts durch den aus Marnate stammenden Architekten Camillo Crespi Balbi. Er entwarf die neue Fassade im neogotischen Stil aus Sichtziegeln. So stehen datierte Nutzungs- und Segnungsgeschichte sowie eine mit Vorbehalt eingeordnete Umgestaltung nebeneinander.

Industriegeschichte im Parco Ex Mulino

Im Parco Ex Mulino befinden sich die Ruinen der alten Balbi-Mühle, die bereits 1469 bestand und bis zum Ende der 1920er Jahre in Betrieb war. Damit reicht ihre Geschichte vom späten Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. Radwege führen zu den Mühlenruinen, den wasserbaulichen Anlagen, dem Becken für die Schaufelräder und dem Abflusskanal; außerdem verlaufen sie über den ehemaligen Bahnkörper der Val Morea. Mühle, Wasserbau und frühere Bahntrasse zeigen unterschiedliche Seiten der lokalen Industriegeschichte.

Der Parco Ex Mulino ist von Via Valle und Via Roma aus frei zugänglich. Prüfen Sie vor Ihrem Besuch kurz die aktuelle Zugangssituation. Wer die Geschichte der Gemeinde eher über technische und wirtschaftliche Spuren kennenlernen möchte, findet im Park einen anderen Schwerpunkt als bei den sakralen Kunstwerken und Bauphasen.

Wenn Sie nach einem Hotel in Marnate suchen, können die unterschiedlichen Interessen bei der Einschätzung des Reiseziels helfen: Kirchen und Baugeschichte, die Mühlenspuren im Park oder die Wege durch das Waldgebiet setzen jeweils eigene Akzente.

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